DIE POLITISCHE SEITE

September/Oktober 2010

 

Integration ohne Mission ist Kapitulation

 

INFORMATION

Zwei Zeugnisse

"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten" (1. Petr. 1,3).
Ungewöhnlich – zugegeben! – eine Politische Seite mit einem Bibelzitat zu beginnen. Aber es drängt mich, dies zu tun, nachdem ich in den Vorarbeiten zu diesem Artikel vertieft die Theologie des Islam nochmals studiert habe, konkretisiert durch unzählige Antworten islamischer Gelehrter (Fatwas) an muslimische Ratsuchende bezüglich ihres rechten Umgangs mit den Christen.

Auf diesem Hintergrund erwacht in mir ein überbordender Lobpreis,

dass ich ein Christ sein darf, dass ich Gott als Vater kennen darf und dass ich von daher ein Kind Gottes sein darf mit einer persönlichen Herzensbeziehung zu Ihm, nochmal geboren durch den Geist zu einer fröhlichen lebendigen Heilsgewissheit und Freude auf die Begegnung mit meinem Gott und Vater.
Und das alles gebündelt in der historisch verankerten Tatsache der Auferweckung des Jesus von Nazareth aus den Toten, nicht wie Lazarus, der wieder starb, sondern verwandelt durch die Kraft des Geistes Gottes, dem nichts, auch nicht der Tod etwas entgegen setzen kann, zu einer neuen, unvergänglichen "Geist-Leiblichkeit".
Welch eine Gnade, welch ein Privileg, dass ich Gott als den drei-einen Gott kennen darf: als den Vater, als den Sieger, den Sohn, Jesus und als den Geist, der ausgeht vom Vater und vom Sohn, der Gottes Kraft ist, mit dem wir real rechnen dürfen.

Wäre ich als Muslim geboren und erzogen,

so wäre Gott/Allah für mich nach Sure 1 zwar der Schöpfer (Weltenherr) und der Richter, aber niemals der Vater, denn Gott wurde nicht gezeugt, noch zeugt er einen Sohn – dies zu sagen ist Gotteslästerung.
Gott/Allah ist zwar der Erbarmer und der Barmherzige, aber ich weiß trotzdem nicht, ob ich ins Paradies kommen werde, wie er mich am Tag des Gerichts einstuft – die Einhaltung der 5 Grundgebote wird darüber entscheiden.
Zwar lobe ich 5mal am Tag Gott/Allah, aber eine Herzensbeziehung zu ihm habe ich nicht, er ist mir fern. Ich soll fest an seine Existenz glauben und ihm dienen, aber lieben kann ich ja nur ein liebenswertes Gegenüber: Gott/Allah ist allmächtig, "Allahu Akhbar", Gott/Allah ist der Größte. Darum regiert er und wird einmal die ganze Welt unter sein Gesetz (Schari'a) bringen und ich gebe mich ihm hin (Islam), aber Liebe von ihm zu mir oder von mir zu ihm empfinde ich nicht.
Darum interessiert mich auch nur eins: ob einer gläubig (Muslim) oder ungläubig ist – dann muss ich ihm den Koran und die Scharia erklären und wenn er die nicht annimmt, ist er ein Gegner Allahs und darum auch mir ein Fremder, niemals aber ein Freund. Soweit mein Zeugnis als Muslim.
Als Christ weiß ich, dass er, der Schöpfer, diese Welt liebt, jeden Menschen, auch seine Gegner und Verächter. Und darum betet Jesus am Kreuz sogar noch für seine Peiniger. Und in der Kraft dieses Geistes darf auch ich lieben, Gottes Liebe weiterleiten in Tat und Wort. Auch zu den Muslimen. Wie sieht die Welt doch so anders aus, wenn ich weiß, dass sie geliebt ist!

Fakten
Wohl gab es tödliche Konflikte in den letzten 10 Jahren auch zwischen Chinesen und Tibetanern, zwischen Kirgisen und Usbeken und zwischen fanatischen Hindus und Christen in Orissa/Indien.
Der weitaus überwiegende Teil aller größeren und kleineren Konflikte in den letzten Jahren wird aber durch Anhänger Mohammeds ausgelöst. Abgesehen von wenigen Ausnahmen z.B. Muslime gegen Hindu in Indien oder Sunniten gegen Schiiten im Irak sind die Angriffe der muslimischen Welt gegen die Juden oder die Christen gerichtet. Gegen beide Gruppen spricht schon der Koran.
In Indonesien werden Kirchen verbrannt und in Nigeria sterben im Januar 2010 in der Stadt Jos in 3 Tagen 300 Personen im Angriff der Muslime auf ein christliches Viertel, weil sich dort die Bewohner gegen den Bau einer Moschee wehrten. Von der Vertreibung der irakischen Christen durch Gewalt radikalisierter Muslime hörte man, als es um deren Aufnahme, auch in Deutschland ging. Die Reihe der Verfolgungen von Christen, besonders aber von Konvertiten in islamischen Staaten, ist endlos.
Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center, sowie den Anschlägen von Madrid und London, hat sich die Einstellung der europäischen Gesellschaften und der USA gegenüber dem Islam und den Muslimen deutlich gewandelt.

Was ist "Islam"?
Ist er "eine friedliche Religion" oder ermutigt er zum Kampf für den Glauben oder gar um die Weltherrschaft? Sind alle Muslime potentielle Gewalttäter?
Jetzt plötzlich wurden die Muslime nicht mehr als eine multi-kulti-Bereicherung gefeiert, sondern es wurde wahrgenommen, wie die richtigen und dezenten Worte Papst Benedikt XVI. 2006 in Regensburg über Gewalt einen weltweiten Protest in der islamischen Welt auslösten bis hin zu Mord an einer katholischen Schwester in Ostafrika, einer Wohltäterin der Schwarzen. Noch flammender war die Reaktion beim Karikaturenstreit. Und in Holland wurde ein Filmemacher für seinen Film über die Schattenseiten des Islam umgebracht. Wochenlang loderten in den französischen Vorstädten die Feuer randalierender nordafrikanischer-muslimischer Jugendlicher, die für sich keine Perspektive sahen.
Das Thema "Integration" wurde zu einem der Top-Themen der europäischen Länder, besonders in England mit seinen Pakistani, in Frankreich mit seinen Algeriern und Deutschland mit seinen Türken. Lebten 1950 in Deutschland dreitausend Muslime (Gastarbeiter), so waren das 1970 schon 650 Tsd., 1985 ca. 1,7 Mio., 1995 ca. 2,7 Mio. und heute sind es ca. 4 Mio. All diese Länder haben über Jahrhunderte Flüchtlinge integrieren müssen und integriert, ob Polen, Südeuropäer oder auch Asiaten. Hier aber entfaltet sich ein neuer Faktor als Kern des Problems: die Religion der Gäste. Der Islam.

Was ist der Islam?
Der Islam ist keine Religion im westlichen Sinn, wo Religion und Staat getrennt sind und Religion weitgehend Privatsache ist. Der Islam ist ein einfach alles umfassendes System: Ausgehend von einem rigorosen Eingottglauben (Monotheismus), bestimmt dieser Glaube als ewige Botschaft, vom Himmel gefallen im heiligen Buch des Koran, das ganze Leben der Muslime.
Zugleich enthält der Koran die Aufforderung zur Verbreitung des Islam – durch friedliche oder kriegerische Mittel – bis zur realen Weltherrschaft. Und er macht tatsächlich Fortschritte: Gab es weltweit 1900 ca. 0,2 Mrd. Muslime, so waren es 1970 schon 0,55 Mrd. und 1995 waren es 1,06 Mrd.
Der Begründer des Islam, der Araber Mohammed ben Abdullah, lebte von 570 – 632 nach Christus in Mekka und Medina. Er lernte als Kaufmann das Judentum und Christentum jener Zeit kennen, der Zeit des zerfallenen Imperium Romanum, wo sich in Irland/England und auf dem Festland bereits neue Zentren lebendigen Christentums zu bilden begannen. Das Christentum im vorderen Orient war zu jener Zeit wenig attraktiv.
Mohammed empfing seine Offenbarung von einem Engel Gabriel. Im Ramadan wird in der Nacht vom 26. auf den 27. Tag dieser Offenbarung gedacht. Es ist die "Nacht der Macht", oder die "Nacht des Schicksals", in der Muslime besonders um die Vergebung ihrer Sünden bitten.
Da Mohammed nach Mose und nach Jesus lebte, hielt er seine Offenbarung als die letzte und damit letztgültige Offenbarung Gottes, die die Thora (torat) des Mose (das AT) und das Evangelium (Injil) von Jesus (das NT) aufhebt. So spricht er wohl von Mose, David und Isa/Jesus als von Propheten, der letzte aber und wichtigste ist er, Mohammed.
Dies ist der Grund, weshalb der Koran von der Schöpfung bis zum Gericht voller biblischer Gedanken und Geschichten ist, diese aber in entscheidenden Punkten verändert. So ist Jesus nur Sohn der Maria; er wurde nicht gekreuzigt, er entkam; gekreuzigt wurde ein anderer (Judas?); Jesus wurde später entrückt.
Der Koran aber wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Juden und Christen diese Geschichten verdreht haben – eine Behauptung, die gerade durch die zeitliche Reihenfolge von Bibel und Koran d.h. von Original und Kopie schwer nachvollziehbar ist.
Der Islam übernimmt zwar die biblischen Formulierungen vom Wesen Gottes aus Psalm 103,8 "Barmherzig und gnädig ist Jahwe" in die Titel Allahs: "des Erbarmers, des Barmherzigen!" Aber er dringt nicht durch zu Vers 13: "Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich Jahwe". Stattdessen entwickelt sich die Lehre Mohammeds ganz eindeutig in eine Gesetzesreligion, die in der Beachtung der Gebote, besonders der 5 Säulen des Islam versucht das ewige Heil, das Paradies zu erlangen. Dies sind: Bekenntnis des Glaubens, Gebet 5mal pro Tag, Fasten im Ramadan, Almosen geben und ein Mal im Leben eine Pilgerfahrt nach Mekka, um die Kaaba zu küssen.
Mohammed war zu seiner Zeit enttäuscht, dass die Juden und Christen seine "zusammenfassende Offenbarung" nicht aufgreifen wollten. Von daher formulierte er in seinen späteren Suren scharfe Verurteilungen diesen beiden Gruppen gegenüber – was bis heute fortwährt.

 

HINTERGRÜNDE

Begründung des Wahrheitsanspruches der Religionen
Wir unterscheiden die östlichen Religionen: Hinduismus, Taoismus/Konfuzianismus und Buddhismus und die westlichen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Die östlichen Religionen sind vom Ansatz her friedliche Religionen, weil sie keinen absoluten Wahrheitsanspruch erheben und keinen Anspruch auf Weltverbreitung stellen, sondern mehr Nationalreligionen sind: Hinduismus für Indien, Taoismus für China; oder sie lehren nur einen Tugendkodex wie der Buddhismus.

Die Frage nach der alleinigen, der absoluten Wahrheit stellen nur die drei westlichen Religionen. Die älteste dieser untereinander verbundenen Religionen ist das Judentum: In ihm wurde der "genetische Code" der exklusiven Gottesverehrung durch Gott Jahwe selbst eingeführt durch das erste der zehn Gebote: "Ich bin der Herr, dein Gott: du (Israel) sollst keine anderen Götter neben mir haben". Diese Exklusivität wurde von den Propheten und im Exil von den Priestern gegen die sie umgebenden kanaanäischen bzw. babylonischen Götterkulte auf Leben und Tod verteidigt (Elia, Jeremia). Begründet wurde die Exklusivität dieses Gottesglaubens durch die gewaltige Selbstoffenbarung Jahwes am Sinai vor dem Volk Israel und besonders vor Mose als dem Offenbarungsträger.

Das Christentum. Aus diesem eindeutig monotheistischen Stamm erhob sich wie ein neuer Spross zu Pfingsten eine neue Gruppe, die Nazoräer, die Jesus von Nazareth nachgefolgt waren, seine Lehre von Gott Jahwe als Vater übernommen hatten und die vor allem seinen Tod und seine Auferstehung live miterlebt hatten. Sie sprachen von Jesus als dem Erfüller der Verheißung eines Messias: in Jesus war er erschienen. Das war ihr Zeugnis. Jesus ist der Christus/Messias Gottes. Als dann in Samarien, Cäsarea, Antiochien und dann durch die Missionsreisen des Saulus/Paulus von Tarsus immer mehr Heiden zum Glauben an Jesus kamen, erkannte man (Apg 15), dass die Heiden nicht auf dem Umweg über die jüdische Beschneidung, sondern direkt zu Jesus und zum Vater kommen könnten. Damit war eine neue Religion, abgelöst vom Judentum, entstanden: das Christentum. Ihr Stifter war Jesus Christus, nach dem sie sich auch "Christen" nannten. Er gab ihnen den Auftrag: "Macht zu Jüngern alle Völker", wofür er ihnen den "Heiligen Geist, die Kraft aus der Höhe" versprach.
So zogen sie aus in alle Welt mit der Botschaft: "Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie sollen errettet werden, als allein der Name JESUS" (Apg 4,12).
Wie kamen sie zu dieser Gewissheit? Was war ihre Begründung für diese Exklusivität und diesen universalen Anspruch? Petrus formuliert es in seiner Pfingstpredigt (Apg 2,32): "Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir Zeugen."
Diese mit eigenen Augen und Ohren festgestellte Tatsache, dieses unumstößliche Faktum, dass Gott, der Allmächtige, diesen Mann aus Nazareth verwandelt in eine neue "Geist-Leiblichkeit" aus dem Grab hervorholt, dies hebt ihn aus der Reihe aller Menschen, auch aller Religionsstifter vor ihm und nach ihm hervor. Darin – so erkannten die Jünger – besteht der Anspruch zu Recht, seine Botschaft von Gott als "Unserem Vater" als die von Gott selbst bestätigte, letztgültige Wahrheit zu verkündigen.
Wer diese Botschaft verkürzt oder gar leugnet, macht die Christen zu "den elendesten Menschen" (Paulus in 1. Kor 15,19) und ent-kernt den christlichen Glauben seiner Kern-Botschaft.

Der Islam begründet seine Exklusivität und Weltbedeutung wie wir schon sahen, durch seine historische Position nach Mose und nach Jesus.
Jeder, der die Geschichte kennt, weiß, wie schwach dieses Argument ist, denn die Geschichte ging ja weiter. Auch die Geschichte der Religionsstifter. So behauptete Joseph Smith Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA eine Offenbarung von Weltbedeutung empfangen zu haben, niedergelegt in dem Buch "Mormon". Es entstand die Kirche der Mormonen. – Vor ca. 30 Jahren machte der Koreaner Mun viel von sich reden, da er behauptete, der wiedergekommene Christus zu sein. Leider verstarb er dann – wie alle vor ihm auch und kehrte nicht wieder. – Baha'u'llah gründete im 19. Jahrhundert von Persien aus die Bahai-Religion, die durch den abrahamitischen Monotheismus versucht, alle großen Religionen zu einer Einheitsreligion zu vereinen.
Alle diese Religionsstifter gingen vom Christentum aus, wie Mohammed auch, und verbanden Christliches und Eigenes miteinander, was im Ergebnis aber immer an Jesus, als dem Sohn Gottes und Erlöser der Welt vorbeiführte. Schon früh schrieb dazu der Apostel Johannes: "Wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind nun viele Antichristen gekommen… Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht von uns sind… Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus/Messias ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater" (1. Joh 2,18ff-23).
Der letzte Satz insbesondere erscheint wie ein biblischer Kommentar zur Lehre des Islam und des Christentums.
Die Bedrohung des Christentums durch den Islam fand durch die Jahrhunderte regional immer wieder statt. Aber noch nie in globalem Umfang. Der Kampf des fundamentalistischen Islam gegen "den Westen" ist im Kern ein religiöser Djihad für Allah, ein heiliger Krieg gegen das Judentum und das Christentum. Es wäre töricht, diese gegenwärtige islamistische Auseinandersetzung anders zu deuten. Sie ist global. Es geht um die Weltherrschaft.
Insofern sei angefügt, was der Apostel Johannes dem Auftreten der Antichristen und ihrem Machtstreben für eine Deutung gibt: "Kinder, es ist die letzte Stunde!"
Die globale Auseinandersetzung mit dem anti-christlichen Islam hat im Licht des Wortes Gottes daher deutlich eschatologische Züge (vgl. Mt 24,23f). Sie ist ein Anzeichen der Endzeit.

Ein Kampf mit ungleichen Mitteln
In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft" von 2006 lesen wir (Seite 11/12): "In theologischer Hinsicht hat bei dieser Begegnung besonderes Gewicht, dass beide Religionen, Christentum und Islam, auf die Ausbreitung ihres Glaubens an Gott bzw. ihrer Gottesverehrung in der ganzen Welt zielen. Die Mission gehört zum Wesen einer christlichen Kirche (Mt 28,19). Ebenso ist der "Ruf zum Islam" untrennbar mit dem Selbstverständnis der muslimischen Gemeinschaft verbunden. Begegnen sich diese beiden Religionen, dann scheint dies aufgrund ihrer wesenhaften Missions- und Ausbreitungstendenzen unausweichlich…" zum Konflikt zu führen.
Zwei Unterschiede zwischen den beiden Kombattanten prägen dabei das heutige Bild dieser Auseinandersetzung. Der eine Unterschied betrifft die Lehre und das Leben der beiden Gründer; das andere die Wirkung der Kernkrise des Christentums.

1. Mohammed lehrte seine Anhänger, für die Ausbreitung des Islam bis zum Endsieg alles einzusetzen, auch das eigene Leben. Der Endsieg wird definiert als eine reale, diesseitige Weltherrschaft über alle Völker. Dem gegenüber definiert Jesus seine Vorstellung von einer Weltherrschaft völlig anders. "Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Diener dafür kämpfen… Nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt… Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit zeugen soll"(Joh 18,36+37).
Die Weltherrschaft Jesu besteht in der Erkenntnis der Wahrheit, dass Gott sich in seiner Person unverstellt offenbart hat. Das "Reich Gottes" ist ein geistliches und kein politisches Reich. Wo immer Christen versucht haben, das Reich Gottes in das diesseitige Gewand einer "civitas dei" (Gottesstaat) zu pressen, ging alles schief.
Mohammed war selber ein Kämpfer und empfiehlt im Koran den Heiligen (bewaffneten) Krieg. Jesus hingegen gebietet Petrus. "Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen". "Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig". "Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen" (Mt 26,52; 11,29; 5,5). Bis zum heutigen Tag halten sich die Anhänger beider Religionen an die Worte und das Vorbild ihrer Gründer. Dass dies ein ungleicher Kampf ist, das Erdreich zu besitzen, zeigt die Passion Jesu und die Passion unserer christlichen Geschwister in den muslimischen Ländern.
In bodenständig christlichen Gesellschaften wie der unsrigen mit Muslimen in der Minderheit gestaltet sich dieses Beieinander dann gewöhnlich so, dass der Geist Jesu in der Sanftmut gegenüber den Muslimen realisiert wird und ihnen gastfreundlich die Tür aufgehalten wird, dass darüber aber das andere Wort Jesu vergessen wird: "…dass ich für die Wahrheit zeugen soll". Nur freundliche Begrüßung der Muslime ohne den Willen zur Bezeugung der Wahrheit in der Person Jesu ist nicht wirklich Kirche, sondern humanistisch weichgespültes Quasi-Christentum. Mehr nicht!

2. Ein zweiter kulturgeschichtlicher Unterschied in der Auseinandersetzung dieser beiden Religionen kommt noch dazu. Er bezieht sich insbesondere auf Europa. Nach den religiös begründeten Grausamkeiten der Inquisition, der Hexenverbrennungen und Glaubensflüchtlingen des 17. Jahrhunderts, vor allem nach dem längsten Religionskrieg Europas, dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) mit seinen verheerenden Auswirkungen (alles entgegen dem Geist und den Worten Jesu) entwickelte sich im 18. Jahrhundert als Gegenreaktion gegen alles Religiös-Kirchliche die Aufklärung.
Statt der Leuchte des Evangeliums wurde der Verstand, die ratio, auf den Leuchter gesetzt: daher im Englischen "age of enligtment". Was rational nicht beweisbar war, hatte keine Bedeutung mehr, z.B. Gott. Über IHN lasse sich rational mit Gewissheit nichts aussagen. Also kann man auch keiner Gottesvorstellung den Vorrang vor den andern einräumen. Wer den richtigen Gott verehrt, ob Juden, Christen oder Muslime, darüber zu streiten ist müßig. Auf das Leben, auf das Handeln in der Liebe komme es an (vgl. Lessings "Ringparabel").
So entwickelte die Aufklärung eine ausgeprägte Pädagogik zur "Erziehung des Menschengeschlechts", zur Gewissensbildung, zur Erfüllung der Pflicht.
In der Theologie begann man (Reimarus, Lessing) die Texte des Neuen Testaments, nicht mehr religiös-andächtig als Gottes Wort, sondern historisch-kritisch zu lesen mit dem Ergebnis einer tiefen Skepsis gegenüber allen Glaubensaussagen der Kirche. Dies stürzte den christlichen Glauben in eine grundsätzliche Krise, in eine alle Gebiete durchdringende Infragestellung, in eine ständig sich selber reflektierende und überprüfende Unsicherheit.
Aus diesen religiös kritischen Gedanken der Aufklärung entwickelte sich als logische Konsequenz der Gedanke der Toleranz. Toleranz gegenüber allen Andersdenkenden und wären es die religiösen Minderheiten, Toleranz gegenüber den Juden oder Muslimen etc. unter Preisgabe einer "absoluten Wahrheit". Wahrheit ist ein subjektiver persönlicher Wert, nicht aber länger objektiv für alle gültig: Religion ist Privatsache.
Die langfristige Folge der Aufklärung war die Entkirchlichung, die Säkularisierung des öffentlichen Lebens, flächendeckend die Erziehung zur rationalen Kritik, zur Vernunft und Logik, und die kulturprägende Einstellung zur Toleranz.
Auf ein solches Christentum stößt nun der millionenfach eingedrungene Islam, ein Christentum, das einerseits verunsichert ist in Bezug auf die eigenen biblischen Wurzeln und andererseits zur Toleranz erzogen wurde und wird bis unter die Haarwurzeln.
Der Islam seinerseits, zumeist vertreten durch Menschen aus der ungebildeten Unterschicht mit z.T. archaischen Bräuchen, kapselt sich zunächst in Ghettos ab und verstärkt sich untereinander doch ja am Alten, am rechten Glauben festzuhalten. Wächst die Gruppe durch (viele) Kinder und Nachzug, wachsen das Selbstbewusstsein und das Gespür, dass das westliche System eigene Ansprüche erlaubt, die dann im nächsten Schritt auch eingeklagt werden.
Da der Islam von der konkreten Welteroberung ausgeht, die Sanftmut Jesu aber nicht kennt, dafür aber den Krieg/Djihad als Mittel aggressiver, Angst einflößender Durchsetzung eigener Interessen und da der Islam nie durch eine Phase der Aufklärung, sprich der Selbstreflexion gegangen ist, tritt dieser Islam – menschlich gesprochen – in Europa einen Siegeszug an, der vollends den Durchbruch schaffen würde, wenn die muslimische Türkei noch Vollmitglied in der EU würde.

 

PRAXIS

Formen des Zusammenlebens – das Zusammenleben formen

1. Ebenen der Begegnung
Dem Islam begegnen wir Europäer auf vier ganz verschiedenen Ebenen.

2. Orte der Begegnung
Nachbarschaft, wiewohl sich Muslime – auch aus sprachlichen Gründen – oft in ethnische Ghettos zurückziehen.
Eltern von Mitschülern der Kinder im Kindergarten oder der Grundschule, die oft ungezwungen miteinander spielen oder Sport treiben. So lernt man sich kennen.
Muslimische Arbeitskollegen, die sich in der Regel gerne unterhalten.
Der türkische Fruchtladen an der Ecke.
Die Frauen und Mädchen und oft schon ganz junge, zeigen sich mit ihrem Kopftuch auf der Straße und man gewöhnt sich daran.
Wenn eine muslimische Frau zum Arzt muss, kommt ihr Mann mit zur Untersuchung ins Sprechzimmer.

3. Konfliktfelder in der Begegnung
Jedes Zusammenleben birgt Konfliktpotential in sich. Es besteht die Notwendigkeit für ein gedeihliches Zusammenleben, dass die gegenseitigen Bedürfnisse klar formuliert und aufeinander abgestimmt werden.
Neben diesen individuellen Bedürfnissen gibt es aber auch überpersönliche, vorgegebene Rahmenbedingungen, die zu beachten sind. So gibt es z.B. den Stil der Familie, es gibt staatliche Ordnungen und es gibt Abmachungen in den Gemeinden etc.
Diese soziologischen Spielregeln gelten nun auch für die Integration von Migranten. Das besondere Momentum bei den muslimischen Migranten ist aber zusätzlich zur ethnischen Fremdheit die religiöse Fremdheit. Dies schafft Verunsicherung auf beiden Seiten. Nun gibt es aber Hindu, Buddhisten und Bahai-Anhänger in Deutschland, die keine besonderen Schwierigkeiten machen. Das liegt nicht nur an der geringeren Zahl, das liegt an ihrer Integrationsbereitschaft.

Muslime werden vom Koran aufgefordert, den Islam zu verbreiten. Das Ziel ist eine Islamisierung der Gesellschaft, auch wenn diese jetzt mehrheitlich noch "ungläubig" ist. Suren des Koran und alle Fatwas (Weisungen) der Gelehrten sagen, dass es keine Freundschaften geben soll mit den Kafir (Ungläubigen) und dass wer aus wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gründen doch in einem ungläubigen Land leben muss, nur unter der Bedingung das tun soll, wenn er ganz fest im Glauben ist und dort öffentlich seinen Glauben leben darf. Die Ungläubigen, sagt der Koran, tun freundlich mit Worten, aber im Herzen hassen sie die Muslime und wollen sie vom Glauben an Allah abbringen.
Dies ist zusammengenommen aus der Mitte der Religion, aus dem Koran heraus ein Anti-Integrationsprogramm. Diese Abgrenzungstendenzen und die Langzeitperspektive von dem Sieg des Islam machen es so schwer, die Muslime zu integrieren. Hinzu kommt, dass die jetzige türkische Regierung Erdogan an der Erhaltung der türkischen Ethnie als Fremdkörper hierzulande interessiert ist und deren Integration, die er "Assimilation" nennt, versucht zu verhindern, mindestens hinauszuzögern, bis die Frage des EU-Beitritts der Türkei geklärt ist. Hoffnung gibt, dass sich viele Muslime/Türken trotz Koran und Fatwas, die sie oft gar nicht kennen, Freundschaften mit "Ungläubigen" schließen, weil sie selber auch gar keinen Kontakt zu einem Moschee-Verein mehr pflegen. Sie sind Deutsche, wollen Bürger dieses Landes sein und engagieren sich z.T. auch in Vereinen und politischen Aufgaben bis hin zum Bundestag.
Die Frage für die Zukunft Europas heißt, wer den Wettlauf um die Herzen der Muslime gewinnt: der Koran-gespeiste Fundamental-Islam oder der europäisch aufgeklärte Liberal-Islam auf der Grundlage bewusst vollzogener nationaler Identität mit dem Gastland. Dies wird ein Prozess von 1 bis 2 Generationen sein und stark davon abhängen, ob die Imame und Lehrer hier in Deutschland ausgebildet wurden und hier auch leben oder ob sie alle 4 Jahre von der türkischen Religionsbehörde wieder ausgetauscht werden.
Es gibt heute schon Orte in Deutschland, wo die Muslime, meist Türken, schon in der Überzahl sind: das sind dann z.B. Stadtviertel, in die sich unsere Polizei nicht mehr reintraut, in denen die Scharia statt dem Grundgesetz gilt; oder Orte, wo sich das Rote Kreuz nur unter Polizeischutz zu den Patienten wagt; oder Klassen, z.B. in Essen, wo die deutschen Schüler unterdrückt und geschlagen werden, weil sie in der Minderheit sind.
Natürlich gibt es auch positive Beispiele der Begegnung bei Festen, bei der Zusammenarbeit an Projekten, nette Kollegen, nette Spielkameraden der Kinder etc. Was aber all diesen Beispielen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sich der muslimische Teil in der zahlenmäßigen Minderheit befindet. Dies ändert sich vom Klassenzimmer bis hin zur nationalen Regierung eines Landes, wenn die Mehrheit kippt und die Muslime die Überzahl haben. Dann zeigt der Islam ein anderes Gesicht. Das ist keine Hetze, das sind Beobachtungen. Scharia oder Grundgesetz – so heißt die langfristige Alternative des 21. Jahrhunderts für Deutschland und für viele Staaten Europas.

Aufgaben des Staates
Es ist die Aufgabe des Staates, die Gesetze des Landes bei allen Bürgern bekannt zu machen und notfalls unter Androhung von Gewalt durchzusetzen (Das meint Paulus in Römer 13).
Von daher ist es Aufgabe des Staates den ausländischen Mitbürgern und ihren Kindern gegenüber,

Es ist Aufgabe des Staates, Chancengleichheit für alle Bürger herzustellen und zu verhindern, dass eine radikale Gruppe das Ruder an sich reißt.

Aufgabe der Kirche
Es ist die strategische Aufgabe der Kirche d.h. aller christlichen Kirchen, das zu tun, was der Staat auf Grund seiner Neutralitätspflicht nicht tun kann: nämlich Verteidigerin des christlichen Glaubens zu sein. Dies ist ihre bleibende Aufgabe und Pflicht. Die Kirche muss dem Islam gegenüber klar Stellung beziehen und Fragen stellen. Sie ist Partei in dieser Partie und nicht neutral oder gar vorauseilender Türöffner. Die christliche Kirche ist dem Islam gegenüber zuerst Interessenvertreterin für den Jesus-Glauben und die Jesus-Gläubigen. Sie vermittelt den Jesus-Glauben nach außen in der Liebe und Standhaftigkeit Jesu. Brücken bauen ist dabei eine Methode, aber kein Selbstzweck.
Die evangelische Kirche bekennt sich zu Jesus als dem "alleinigen Herrn der Kirche". Er hat ihr den Auftrag gegeben, alle Völker zu Jüngern zu machen. Warum? Weil ER auferstanden ist und ihm universal alle Regierungsgewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Dieser Auftrag ist nie zurückgenommen oder eingeschränkt worden. Er gilt den Hochreligionen gegenüber genauso wie den Animisten gegenüber. Er gilt den jetzt unter uns wohnenden Muslimen gegenüber auch ganz konkret. Darauf muss die Kirche Jesu Christi ausgerichtet sein. Warum hat die Kirche auf das Kommen der Muslime bisher nicht reagiert mit einer Offensive der Mission?
Mission besteht aus drei Phasen:

Für solche Schulungen stehen bei der Evangelischen Allianz für die Gemeinden Missionare mit viel Erfahrung zur Verfügung, die wir benötigen.
Nach dieser Vorbereitung kommt es darauf an, miteinander die drei Phasen der Mission zu bedenken und dann zu gestalten, als Einzelne und als Gemeinde. Hier gehören all die brückenbauenden Kontakte dazu, die in den vergangenen Jahren schon praktiziert wurden.
Muslim-Missionare mit viel Erfahrung sagen, dass Muslime oft sehr schnell sich Jesus zuwenden und an ihn glauben, wenn sie erkennen,

Eine Kirche, die mit dieser Botschaft und dieser gewinnenden Art vorangeht, wird erleben, wie sie der Herr gebraucht als ein geistliches Bollwerk und zugleich als eine Zuflucht für viele verunsicherte Muslim-Migranten.

Es wird entscheidend für den weiteren Verlauf der europäischen Geschichte des 21. Jahrhunderts sein, ob die christliche Kirche den Muslimen mehr zu sagen hat als dass sie eine kulturelle Bereicherung sind. Ulfkotte, Wilders, Sarrazin sind gewiss mahnende Posauner. Aber sie lösen Angst und Zorn aus. "Kirche Jesu Christi, steh du auf und erfülle deinen Auftrag. Der Herr wird mit dir sein und dich zum Segen setzen. Auch für viele, die jetzt noch gegen ihn sind!"

 

GEBET

  1. Heilige Freude darüber, dass wir Gott als Vater kennen und lieben dürfen und dass Jesus uns zum Thron Gottes führt. Denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kann zu Gott als Vater kommen außer durch den Sohn.
  2. Heilige Osterfreude über die Auferstehung Jesu von den Toten, wodurch ihn Gott zum Herrn gesetzt hat über alles. Auch über alle geistlichen Mächte und Gewalten, wozu u.a. auch der Islam als spirituelle Macht gehört.
  3. Fürbitte für die Kirche in der Gestalt der Kirchen und Gemeinden, dass sie zu ihrer Aufgabe erwachen und diese ausführen: die dreifache Aufgabe der Mission. "Herr, bewege du die Herzen vieler!"
  4. Fürbitte für den Staat, für die Regierung, dass sie zügig, fair und konsequent umsetzt, was den Migranten hilft, Deutschland zu verstehen und hier Heimat zu finden und sich hier auch gesellschaftlich zu engagieren.
  5. Flehen, dass viele Muslime zum Glauben an Jesus kommen.

Ortwin Schweitzer

Quellen:
- Die Bibel nach der Übersetzung von Martin Luther.
- Der Koran. Übersetzt von Rudi Paret. Verlag Kohlhammer, Stuttgart, 11. Aufl. 2010.
- Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland. Eine Handreichung des Rates der EKD. EKD Texte 86. Hannover 2006.
- Christlicher Glaube und Islam. Die Ev. Allianz in Deutschland, 3. Aufl. 2007.
- Sam Soloman und Al-Magdisi, The Truth about "A Common Word", 2008.
- EKD. Wolfgang Huber sendet Grüße zum Fastenmonat Ramadan. 16.9.2008 und 15.9.2009.
- Homepage der Ev. Landeskirche in Württemberg. Segenswünsche des Bischofs zum Ramadan 12.8.2010.
- Idea Spektrum. Islam 6.12.1995
- Muslime verstehen – auf Muslime zugehen. Anregungen und Hilfen wie sich Gemeinden mit dem Islam beschäftigen können. Ev. Allianz in Deutschland, Esplanade 5-10a, 07422 Bad Blankenburg.
- Hinweis auf verschiedene "Politische Seiten", die sich bisher mit dem Islam beschäftigt haben. Sie sind abrufbar im Archiv der Politischen Seite bei www.beter-im-aufbruch.de