DIE POLITISCHE SEITE

September/Oktober 2006

Der Libanonfeldzug und seine Konsequenzen (Stand 22.8.06)

Vorbemerkung:

Geschichtsschreibung ist nie neutral, auch die hier versuchte nicht. Nur geben die meisten Historiker vor, sie seien „objektiv“, obwohl sie es nicht sind. Schon an der Auswahl der Stoffe, der Anordnung, dem Zungenschlag wird Stellungnahme deutlich. Besonders deutlich ist dies bei der Berichterstattung von Vorgängen, an denen der Staat Israel beteiligt ist.

Um von vorneherein für meine Leser einschätzbar zu sein: Ich versuche gründliche Information zu geben und meine Quellen dazu offen zu legen. Meine Position dabei ist aber – um es klar zu sagen – pro Israel. Dies bedeutet nicht, dass ich nicht die legitimen Rechte der Palästinenser und die Leiden der Zivilbevölkerung des Libanon wahrnehme. Aber es bedeutet definitiv, dass ich den Schwenk vieler Medien nicht mitmache, die sehr bald vergessen haben, wer hier der Aggressor war, nämlich die Hamas und die Hisbollah, und wer der Angegriffenen war, der um sein Überleben kämpft, nämlich Israel.

Ich folge damit auch den Leitlinien der deutschen Außenpolitik, die seit Adenauer pro Israel waren, wie Angela Merkel kürzlich feststellte. Dass dies keineswegs einen Kurs gegen die arabischen Staaten bedeutet, zeigen die Reisen z.Zt. von Außenminister Steinmeier.

Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt, wie nötig, nötiger als je, die israelische Bevölkerung jetzt Worte der Ermutigung braucht und der Staat Israel Freunde, auf die er sich verlassen kann.

Möge unser Land für immer dazu gehören.

INFORMATION

Der Verlauf des Krieg

Als am 25. Juni der 19-jährige israelische Soldat Gilad Schalit bei einem Überfall von Hamas-Aktivisten an der Grenze zum Gaza-Streifen – die Hamas hatten unbemerkt einen 250m langen Tunnel unter der Grenze gegraben – entführt wurde, war klar, dass Israel den Gaza wieder militärisch besetzen würde. Und als am 12. Juli im Norden Israels zwei Soldaten von der libanesischen Hisbollah entführt wurden und Raketen in Haifa einschlugen – was nach allen bisherigen Erfahrungen dem Gegner bisher mit ihrer Bewaffnung nicht möglich war – war klar, dass Israel mit voller Härte zurückschlagen würde. Es waren gezielte Provokationen, die mit Sicherheit mit dem Sponsor der Hisbollah, dem Iran, genau abgesprochen waren.

Hassan Nasrallah, Chef der Hisbollah, hatte sich auf diesen Tag schon seit Jahren vorbereitet. Seitdem sich die israelische Armee im Jahr 2000 aus dem bis dahin aus Sicherheitsgründen besetzten Süd-Libanon zurückgezogen hatte, rückten die Hisbollahkämpfer sofort nach, übernahmen die verlassenen Bunker und Befestigungsanlagen und bauten diese über 6 Jahre konsequent aus. Es wurden unterirdische Stollensysteme angelegt und Raketendepots in einer Tiefe verbunkert, dass auch die jetzt eingesetzten amerikanischen bunkerbrechenden Raketen nichts mehr ausrichten konnten. Nasrallah tönte, dass er sich freue, wenn die Israeli kämen... Er fühlte sich gewappnet.

Der israelische Geheimdienst Mossad – man sagt, er sei der beste der Welt – hatte natürlich Kenntnis dieser Fakten und deshalb gab es seitens Israels natürlich militärische Vorbereitungen. Auf beiden Seiten war man also vorbereitet. Es fehlte nur noch der Auslöser. Und den gaben die Entführungen und der Beschuss von Haifa.

Ministerpräsident Ehud Olmert, selber kein General wie Ariel Scharon, gab seinen Militärs volle Freiheit: „Tut, was ihr tun müsst!“ So bereitete die Armee eine Bodeninvasion vor und flog Tausende von Bombeneinsätzen gegen Stellungen der Hisbollah im Süden des Libanon und gezielt gegen Hisbollah-Zentren im Schiitenviertel im Süden von Beirut. Die Viertel der Christen und Sunniten wurden nicht beschossen. Dagegen wurden alle nur denkbaren Nachschub- oder Nutzungsmöglichkeiten für die Hisbollah bombardiert: Die Autobahn Richtung Syrien, Straßen und Brücken; Elektrizitätswerke, Radaranlagen, der Flughafen. Über Orten die bombardiert werden sollten, wurden vorher Handzettel abgeworfen mit der Aufforderung an die Zivilbevölkerung zu fliehen. (Welche kriegführende Streitmacht tut sonst so etwas?) Hunderttausende flohen nach Norden, in die Berge oder nach Syrien. Ein Viertel der Bevölkerung des Libanon ca. 1 Mio. seien auf der Flucht, hieß es, eine Flucht, die durch die Zerstörungen allerorten erschwert war. Für die Libanesen bedeutete dieser Krieg großes persönliches Elend, für das Land durch die Zerstörung der Infrastruktur einen Rückschlag um Jahrzehnte und für die Regierung eine Zerreißprobe, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

Exkurs 1: Der Libanon (Resolution 1559 – nicht erfüllbar)

Das Besondere am Libanon ist, dass dieser Staat es nach Jahren des Bürgerkrieges geschafft hat, ein politisches Gleichgewicht zu finden zwischen den drei rivalisierenden Volksgruppen: den maronitischen Christen, den Sunniten und den Schiiten. Im Abkommen von Taif von 1989 einigte man sich, dass in Zukunft der Staatspräsident stets ein Christ, der Ministerpräsident ein Sunnit und der Parlamentspräsident ein Schiit sein solle.

Dieses System gegenseitiger Toleranz funktionierte ganz gut und brachte das Land nach dem Krieg mehr und mehr nach vorne. Beirut begann wieder, das „Paris des Ostens“ zu werden.

Im Rahmen des Abkommens von Taif einigten sich die drei Parteien auch auf die Neuordnung politischer Grundsätze. Davon blieben aber 3 Punkte unerledigt: (1) die Entwaffnung der Hisbollah als letzter Miliz; (2) ein Waffenstillstand mit Israel; (3) Stationierung der Armee im Süden des Landes.

Hier zeigt sich die Kehrseite des schönen Toleranzmodells „Libanon“: die Hisbollah widersetzte sich allen 3 Abmachungen und verstärkte ihre Position als „Staat im Staat“. Mehr und mehr dominierte die Hisbollah die Regierung, in der sie auch mit einem Minister vertreten war und so Formulierungen verhindern konnte, die ihr nicht passten.

Von daher wäre eine Schwächung oder Niederlage der Hisbollah durchaus im Sinn der Sunniten und Christen, ja, auch der Partei der gemäßigten Schiiten „Amal“ gewesen. Was sich für den Libanon staatlich nach dem jetzigen Kriegsende ergibt, muss man mit Unbehagen abwarten.

Zu Anfang des Waffenganges rechnete jeder damit, dass – wie auch sonst – die israelische Militärmacht, ausgerüstet mit der besten High-Tech des Westens, in wenigen Tagen die Hisbollah entscheidend schwächen oder gar zerschlagen würde. Aus diesem Grund schaute die Weltöffentlichkeit zunächst etwa eine Woche zu, da man Israel eine Reaktion auf die Provokation zugestand und natürlich - und das wurde vor allem von deutscher Seite immer wieder betont – ein Recht auf Selbstverteidigung zubilligte. Man konnte sich nur wundern, wie ruhig es in den arabischen Nachbarstaaten blieb: keine Demonstrationen, wo doch wegen der Karikaturen „die Straße“ im Zorn geschäumt hatte. Den sunnitischen arabischen Regierungen (Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien) schien eine Zerschlagung der radikalen Islamisten aus den Schiiten durchaus nützlich zu sein, zumal ihre Niederlage den Iran demütigen würde.

Exkurs 2 Der islamische Bruderzwist – Sunniten und Schiiten

Von Anfang an gab es diesen Zwist („Fitna“) im Haus des Islam. Es ging um die Frage der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten Mohammed. Der weitaus größte Teil (90% - laut Brockhaus) der Moslem heute, erkennt die Kalifen als Nachfolger an; sie betrachten sich als die orthodoxe, rechtmäßige Schule („sunna“) und nannten sich deshalb Sunniten.

Dem widersprachen die Schiiten (10%). Sie betrachten Ali, den Schwiegersohn Mohammeds, als dessen rechtmäßigen Nachfolger. Sie gehören zu Schi'at (Schia), zur Partei Alis.

Es ging also um Macht, die aber mit theologischen Argumenten bemäntelt wurde. So in der Vergangenheit bei den verschiedenen Herrscherdynastien, so heute in der Auseinandersetzung zwischen dem Iran, Zentrum der Schiiten und Saudi-Arabien, Zentrum der Sunniten. Vor allem aber in seinem tödlichen Hass in den gegenseitigen Anschlägen im Irak.

Der Westen verurteilte in der 1. Phase immer beide Seiten und forderte zur Waffenruhe auf, aber es waren Aufrufe (z.B. vom G-8-Gipfel in St. Petersburg), aber noch keine echten diplomatischen Bemühungen oder gar verbindliche Resolutionen. Denn die Weltöffentlichkeit wusste, dass die im September 2004 von der UN verabschiedete Resolution 1559, die vollständige Entwaffnung der sich immer weiter aufrüstenden Hisbollah forderte, sowie ihre Verdrängung aus dem Süden durch ein Einrücken der libanesischen Armee in den Grenzstreifen zu Israel, dass diese Resolution 1559 vom libanesischen Staat aber nicht erfüllt worden war. Er war dazu zu schwach (s. Exkurs 1).

Insofern wusste jedermann, dass Israel jetzt nichts anderes tat, als die UN-Resolution 1559 umzusetzen und dass Israel auch die einzige Kraft in der Region war, die dies leisten konnte. Nur Frankreich, dessen Mandatsgebiet der Libanon bis 1943 war, preschte vor und entsandte seinen Premier und seinen Außenminister, da Frankreich in diesem Konflikt die Meinungsführerschaft in der Welt übernehmen wollte. Man forderte eine Weltsolidarität mit dem Libanon, eine „sofortige Waffenruhe“ und humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge.

Verbunden waren alle diese (stillen) Wünsche mit der Hoffnung eines schnellen Sieges Israels. Sogar im Libanon selbst gab es solche Stimmen, da man eine Schwächung der Hisbollah, die sich zu einem Staat im Staat entwickelt hatte, gerne gesehen hätte.

Exkurs 3: Wer ist die Hisbollah?

Der einstige Botschafter des Ajatollah Chomeini in Damaskus, Haschemi Mohtaschemi, gilt als Gründungsvater der „Hisb Allah“, der „Partei Gottes“. Nach dem 1. Libanonfeldzug Israels 1982 entstand die Hisbollah auch in Beirut unter starker finanzieller und personeller Unterstützung des Iran. Ziel war der Kampf gegen die „zionistischen Besatzer“. Durch extreme Attentate machte sich schon damals die Hisbollah zur gefürchtetsten aller Extremistengruppen.

Dann entschloss sich die Hisbollah auch als Partei bei Wahlen anzutreten und so Teil des staatlichen Systems zu werden. Durch soziale Dienste, Schulen, Hospitäler und Waisenhäuser gewannen sie Zulauf. Hisbollah wurde eine Volksbewegung. So entwickelte sich (wie bei der Hamas) ein doppeltes Gesicht: einerseits parlamentarische Partei, andererseits terroristische Untergrundbewegung. Dies ist der Grund, warum eine „Zerschlagung“ der Hisbollah praktisch nicht möglich ist.

Durch jährliche 50 Mio. Dollar vom Iran ist die Hisbollah heute wohl die zweitgrößte Militärmacht der Region nach Israel.

Dieser Krieg aber entwickelte sich anders als alle bisherigen Waffengänge. Obwohl tagelang unter schwerem Beschuss, feuerte die Hisbollah bis zu 250 Katjuscha-Raketen Tag für Tag über die Grenze. Von einer nachhaltigen Schwächung war nicht viel zu sehen, geschweige denn von einer Zerschlagung.

So fing dann die Kritik an von Tag zu Tag zuzunehmen an der „Unverhältnismäßigkeit“ der Reaktion auf die Entführung von 2 Soldaten. Es hagelte Proteste: am 26.7. veröffentlichte der ev. Pfarrer von Beirut einen Offenen Brief an die Frau Bundeskanzlerin in Form einer Anzeige mit Aufruf zur Solidarität in der FAZ. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf erhob seine Stimme ebenfalls. Selbst eine Ministerin aus dem deutschen Kabinett fiel ihrer Chefin in einer Talkshow in den Rücken und bezog Stellung gegen Israel. Auch international geriet Israel mehr und mehr in die Isolation d.h. mit jedem Tag verdrehte man Ursache und Wirkung immer mehr und aus dem Angegriffenen (Israel) wurde der Aggressor. So verabschiedeten die 10 Außenminister des „Verbandes südostasiatischer Nationen“ (ASEAN) bei ihrem Treffen in Kuala-Lumpur am 25.7. eine Erklärung, in dem der „unangemessene und exzessive Waffeneinsatz durch Israel“ verurteilt wurde.

Die Welt teilte sich. Frankreich, Spanien und Russland nannten das Vergehen von Hamas und Hisbollah zwar terroristisch, aber sie forderten einen schnellen Waffenstillstand.

Dies war aber gerade das, was die USA versuchten zu verhindern, da sie mit jedem Tag hofften, dass der Widerstand der Hisbollah gebrochen werden könne. Sie unterstützten offen Israel und verabschiedeten sich damit – wie UN-Diplomaten sich ausdrückten – endgültig von der Rolle des ehrlichen Maklers in Nahost.

England und Deutschland äußerten sich vorsichtig nach beiden Seiten, was im Fall Deutschlands aber dazu führte, dass der deutsche Außenminister Steinmeier in einer unglaublich fleißigen Pendeldiplomatie dafür sorgte, dass der Gesprächsfaden zwischen Jerusalem und den arabischen Hauptstädten nicht abbrach. Er war der Einzige, der aus dem Schwarm der Pendler-Diplomaten am Ende noch übrig war und gehört wurde auf beiden Seiten.

Vollends schadete Israel an der politischen Front dann aber der Angriff auf einen UN-Posten, bei dem 4 Blauhelm-Soldaten starben. Kofi Annan griff Israel in ungewöhnlich scharfer Form an und sprach von „einem nie dagewesenen Ausmaß von Tod und Zerstörung durch exzessive Gewaltanwendung“. (Vielleicht hat Kofi Annan nie die Bilder von Dresden, Berlin oder Hamburg im Jahr 1945 gesehen. Oder von Grosny? Aber wenn es heißt „Beirut versinkt in Schutt und Asche“ und man sieht daneben das Foto eines im Schiiten-Viertel präzise getroffenen Hochhauses, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft alle Häuser nicht nur noch stehen, sondern keine einzige Schiebe kaputt ist, dann fragt man sich, wo denn „ganz Beirut in Schutt und Asche versinkt“ und ob Kofi Annan dieses Präzisionsbombardement wirklich „exzessiv“ nennen darf).

Mit jedem Tag wurde klarer, dass dieser Krieg anders war als die bisherigen. Die Hisbollah hatte als kleine Gruppe geschafft, was noch kein arabischer Staat bisher geschafft hat: der Übermacht Israels 4 Wochen zu trotzen und immer noch Katjuscha-Raketen nach Israel schießen zu können, ohne erkennbare Schwächung. Dennoch waren diese 4 Wochen natürlich an der verbunkerten Hisbollah auch nicht spurlos vorüber gegangen.

So war auf beiden Seiten die Frage, wie man ohne Gesichtsverlust zu einem Waffenstillstand kommen könne.

Außerdem drängten die USA Israel – anders als am Anfang – einen, zwischen den USA und Frankreich nach zähen Verhandlungen ausgehandelten Entwurf für eine Resolution des UN Sicherheitsrates zuzustimmen. Dieser Entwurf wurde dann als Resolution 1701 verabschiedet und erlaubte so beiden Kriegsparteien ohne Gesichtsverlust den Waffengang zu beenden.

Die Resolution 1701 sieht vor:

  1. Eine sofortige Beendigung der Kampfhandlungen;
  2. den Abzug des israelischen Militärs;
  3. die Entsendung von 15000 libanesischen Soldaten in die südliche Provinz zwischen dem Litani-Fluss und der israelischen Grenze;
  4. die Aufstellung einer internationalen UN-Truppe, die den Norden Israels zusammen mit den Libanesen vor weiteren Hisbollahangriffen schützen soll. Sie hat ein „robustes Mandat“ d.h. darf zurückschießen, wenn sie angegriffen wird. Sie soll auf 15000 Blauhelmsoldaten aufgestockt werden. Die dort bereits stationierten 2000 UN Soldaten hatten bisher nur Beobachtungsaufgaben. Unter ihren Augen konnte daher die Hisbollah ungehindert aufrüsten (Und die Welt schaute zu!).
  5. Die in der Resolution 1559 verlangte Entwaffnung der Hisbollah wird in der 1701 nicht wieder erwähnt, vermutlich, weil sie ohnehin niemand durchführen könnte. Rechtzeitig hatte Hassan Nasrallah auch schon klargestellt, dass eine Entwaffnung der Hisbollah auf keinen Fall stattfinden wird.

Exkurs 4: Das Verhältnis der Vereinten Nationen (UN) und Israel

Die UN, 1945 gegründet als eine Art Weltparlament, sollte – nach den Erfahrungen des 2. Weltkrieges – helfen, Konflikte in Zukunft zu entschärfen.

Am 29.11.1947, noch vor der Staatsgründung Israels, kamen die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion überein, die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu unterstützen. Als aber nach der Proklamation des Staates Israel am 14.5.1948 die arabischen Staaten dem neuen Staat umgehen den Krieg (Untergang) erklärten, protestierten die UN zwar, schalteten sich aber nicht ein, sondern schickten nur Kriegsbeobachter.

In den folgenden Jahren, insbesondere nach dem 6-Tage-Krieg 1967 nutzten die arabischen Länder wieder und wieder die UN als Plattform, um die Legitimität des Staates Israel in Frage zu stellen. Dies verstärkte sich, als die Sowjetunion und mit ihr der ganze Ostblock, seine Neutralität aufgab und sich , als Gegenpol zu USA, auf die arabische Seite schlug.

Als dann immer mehr neue Staaten zur UN hinzukamen, entstand ein massives Bündnis zwischen diesen und den sozialistischen Staaten in der Verurteilung der israelischen Politik. In mehreren „Weltkonferenzen“ wurde Israel des Rassismus beschuldigt. Kein Land hat so viele UN-Resolutionen „um die Ohren geschlagen“ bekommen, wie Israel, auch nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers. So wurde z.B. in Dubai 2001 Israels Siedlungspolitik „Völkermord und Sklaverei“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ genannt.

Welchen Schutz kann Israel von einer solchen Weltorganisation wohl erwarten?

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Am Ende jedes Krieges fragt man sich:

    1. Was waren die Ziele?
    2. Was sind die Ergebnisse? Was sind die Kosten?
    3. Wie geht es nun weiter?

1. Was waren die Ziele?

Die Ziele Israels

•  Befreiung der entführten Soldaten.

•  Zerschlagung der Strukturen und Zerstörung der Waffenarsenale der Hisbollah und damit

•  Entwaffnung der Hisbollah gemäß UN-Resolution 1559.

•  Unterbinden jeglichen Nachschubs aus Iran via Syrien.

•  Durch Eliminierung oder mindestens Schwächung der Hisbollah indirekte Unterstützung der Regierung des Libanon. Denn die Hisbollah hatte die Regierung in ihrer Ohnmacht, die UN-Resolution auch nur im Ansatz durchführen zu können, regelrecht vorgeführt.

Ziele der Hisbollah

•  Austausch von einer Großzahl palästinensischer Gefangener (bes. von Frauen und Kindern) gegen die 3 israelischen Soldaten.

•  Immer neu bekräftigt: die völlige Vernichtung des Judenstaates und dies mit allen Mitteln.

•  Demonstration, dass sich bewaffneter Widerstand gegen eine militärische Übermacht wie Israel – oder wie im Irak gegen die USA – auf Dauer lohnt. Der Abzug der Israeli 2000 aus dem Südlibanon und 2005 aus dem Gaza wurden von Hisbollah und Hamas als klare Etappensiege auf dem Weg zur Zerstörung der Existenz Israels interpretiert.

•  Darstellung von Nasrallah als dem Helden der Araber, der es geschafft hat, Israel die Stirn zu bieten. Er wird z.Zt. in allen arabischen Ländern gefeiert.

•  Ohne dies auszusprechen, liegt der Hisbollah natürlich auch am Ausbau ihres Einflusses als „Staat im Staate“ im Libanon.

Außer den beiden Kombattanten gab es aber auch Kriegsinteressen einiger anderer Staaten, allen voran der Iran und Syrien.

Ziele des Iran

•  Ablenkung von dem sich zuspitzenden Atomkonflikt.

•  Tilgung des Schandflecken Israel von der Landkarte.

•  Meinungsführerschaft im islamischen Lager.

•  Schaffung eines „Schiitischen Halbmondes“ vom indischen Subkontinent über Iran, die Schiiten im Irak bis zum Libanon der Hisbollah.

•  Andererseits die Nivellierung der tiefen religiösen Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten um des gemeinsamen Kampfes willen gegen Israel.

•  Durch einen Sieg der Hisbollah Ausbau der Vormachtstellung in der Region (gegenüber Saudi-Arabien und Ägypten).

Ziele von Syrien

•  Rückgewinnung von Einfluss auf den Libanon über die Unterstützung der Hisbollah. „Wir sagen, dass das für uns eine große Ehre ist und ein Orden an der Brust jedes Arabers“ ( Präsident Baschir Al Assad).

•  Wichtigstes Ziel: Den Golan von Israel wieder zu erlangen und mit Israel Frieden zu schließen.

•  Ohne viel Aufhebens Kooperation mit den Amerikanern im Irak, um aus der politischen Schmuddelecke wieder herauszukommen. Daher die Hoffnung, dass Syrien merkt, dass für dieses Ziel die Verbindung mit dem Iran contraproduktiv ist. Assad weiß, dass ohne Syrien keine Befriedung der Region möglich ist.

Ziele und Hoffnungen der Araber

Amos Oz, der berühmte israelische Vorkämpfer für Frieden und Ausgleich mit den Arabern, sagt, dass der eigentliche Kampf nicht zwischen Israel und der Hisbollah ablief, sondern zwischen einer Koalition friedliebender Staaten wie Israel, Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten einerseits und den fanatischen Islamisten, angeführt von Iran und Syrien andererseits. Denn diese sind nicht nur Israel gefährlich, sondern auch ihren eigenen Regierungen. Daher wäre eine Zerstörung der Hisbollah ganz in ihrem Interesse gelegen.

2. Was sind die Ergebnisse? Was sind die Kosten?

Nach einem Krieg, zumal nach einem abgebrochenen wie diesem, versucht jeder, sich als Sieger zu stilisieren. Vollends im Nahen Osten.

Internationale Beobachter sagen, es sei eine typische No-win-Situation. Sie alle haben verloren.

Die arabischen sunnitischen Regierungen , weil ihre Erwartungen, dass Iran und das Schiitentum einen Dämpfer bekommen, nicht eingetreten sind. Im Gegenteil!

Durch das Durchhalten der Hisbollah ist der Schiit Nasrallah zum islamischen Held über alle Religions- und Ländergrenzen hinweg geworden. Der Iran hat seine Meinungsführerschaft gegen Israel erneut durch Taten unterstrichen und die sunnitischen arabischen Regierungen vor ihren Völkern, in denen ja auch die Hefe der radikalen Moslembruderschaften gärt, als „Weicheier“ erscheinen lassen. Nasrallah höhnte: „Stoppt die Aggression gegen den Libanon um eure Throne zu retten und das, was von eurer Ehre noch übrig ist“.

Eindeutig verloren hat der Staat Libanon . Er verlor Menschen und diese ihre Häuser, er verlor seine gute Infrastruktur und er verlor das politische Gleichgewicht im Innern insofern, als die Schiiten mit der vor 15 Jahren austarierten Balance zwischen Christen, Sunniten und Schiiten voraussichtlich nicht mehr zufrieden sind.

So strahlend Nasrallah auch dazustehen scheint, so war doch auffallend, wie schnell er auf die UN-Resolution 1701 einging. So verhält sich wohl keiner, der sich kurz vor dem Sieg wähnt, zumal diese Resolution in ihrer Durchführung ja seine ganze Strategie der Zerstörung Israels zunichte macht. Oder rechnet er damit, dass die Blauhelme, wie bisher, nur Strichlisten über Abschüsse von Katjuschas in Richtung Israel anlegen?

Auch sieht sich Nasrallah seinen zurückkehrenden Landsleuten gegenüber in der Pflicht, die sich fragen, ob die Entführung zweier Israelis die Zerstörung ihres Lebensglückes wert war. Von daher gab Nasrallah bereits das Versprechen einer Wiederaufbauhilfe mit iranischen Geldern.

Verloren hat vor allem Israel . Keines der Kriegsziele wurde befriedigend erreicht: die Soldaten wurden nicht befreit und müssen nun doch auf dem Verhandlungswege frei getauscht werden.

Schläge gegen die Strukturen der Hisbollah sind z.T. gelungen, aber die Führungsriege der Miliz haben sie nicht getroffen.

Sicher wurden auch Waffenlager zerstört, der entscheidende Schlag aber gegen die Raketenlager ist ganz offensichtlich nicht gelungen. Von einer „Entwaffnung“ der Hisbollah kann daher keine Rede sein.

Was aber am schlimmsten erscheint, ist, dass die israelische Armee den Nimbus der Unbesiegbarkeit eingebüßt hat. Israel kann 500000 Soldatinnen und Soldaten in kürzester Zeit rekrutieren. Das Arsenal ist gefüllt mit modernsten High-Tech-Waffen zu Land, zu Wasser und vor allem in der Luft. Und über allem hat Israel in der Negev noch ein Zentrum mit Atomwaffen – als einiges Land in Nahost bisher.

Und trotz allem geriet Israel durch die Waffen der Hisbollah ins Hintertreffen. Warum?

Israels Soldaten stellen sich schützend vor ihre Zivilbevölkerung , damit sie nicht getroffen werden. Die Hisbollahkämpfer stellen sich bewusst hinter die Zivilisten, bauen ihre Abschussbasen in Wohngebiete und richten Waffenlager in Wohnhäusern ein und benutzen ihre Mitbürger so als lebende Schutzschilder. Wie soll man solchen Kämpfern beikommen, ohne dass nicht Zivilisten zu Tode kommen? Es geht nicht! Und die Hisbollah wollte, dass Zivilisten, Frauen und Kinder verletzt werden, um den Krieg an der nächsten Front, der Medienfront zu gewinnen. Und prompt kippte – wie bei der Intifada, wo gegen schießende Soldaten Steine werfende Jugendliche gezeigt wurden – die öffentliche Weltmeinung, durch die Bilder vom libanesischen Flüchtlingselend, obwohl die Hisbollah die Schuld am ganzen Elend der Zivilbevölkerung trifft.

Und so wusste Nasrallah auch ganz genau, dass der größte Gegner der Israeli die Weltmeinung ist – und so die Zeit für Hisbollah arbeitet.

Die längerfristig militärisch schwierigste Frage ist aber der Umgang Israels mit der Hauptwaffe der Hisbollah: den Raketen . Sie haben eine kurze Flugzeit und unterfliegen alle vorhandenen Radarsysteme, sowohl die handgemachten Kassam-Raketen aus dem Gaza und die Katjuschas der Hisbollah, aber auch die weit gefährlicheren Fadschr-3 und Fadschr-5 Raketen, von denen einige in Haifa einschlugen. Vor allem aber erfassen die Radarsysteme der Schiffe nicht die ferngesteuerten, wenige Meter über dem Wasser daherfliegenden C-802 Marschflugkörper, von denen eine die Korvette „Speer“ traf.

Militärisch hat Israel also dem Raketenhagel, wenn er denn einsetzt, nichts entgegen zu setzen. Dies ist die bittere Lektion dieses Krieges. Israel kann seine Bürger trotz High-Tech-Armee nicht mehr wirksam schützen.

Diese Erkenntnis wird die Verzweiflung und Angst in der Bevölkerung steigen lassen. Und desto mehr werden sich die Feinde Israels die Hände reiben und sich ihrem Ziel näher dünken.

3. Wie geht es nun weiter?

Nun soll eine 15000 Mann starke UN-Friedenstruppe den Schutz Israels und seiner Existenz übernehmen. Dazu kommen noch einmal 15000 libanesische Soldaten. Alle mit „robusten Mandat“.

Aber nicht auf die Quantität, sondern die Qualität einer Truppe kommt es an. Die Frage heißt: können diese Truppen den Schutz Israels denn leisten? Dies darf bezweifelt werden, denn die Libanesen stehen in dieser Aufgabe Libanesen gegenüber. Werden die vielleicht aufeinander schießen, um Israel zu schützen? Ein absurder Gedanke, zumal viele der Soldaten doch selber Schiiten sind. Und ihnen ist nach neuesten Berichten die Entwaffnung der Hisbollah zugedacht..

Und die Friedenstruppe UNIFIL? Diese soll bis in 1 Jahr (!!) auf volle Mannstärke gebracht werden. Jetzt sollen zuerst zu den 2000 vorhandenen noch 1500 weitere Blauhelme kommen. Dies ist fast eine Einladung an Hisbollah zum rechzeitigen Nachrüsten. Israel aber soll schleunigst verschwinden. Premier Olmert hat aber schon klar gemacht, dass sie erst gehen, wenn die UN-Truppe da ist – und sollte es Monate dauern.

Bisher haben aus Europa als Entsenderländer Frankreich, Italien, Spanien und Schweden, evtl. auch Irland und Belgien Interesse gezeigt, voraussichtlich auch Deutschland. Wer sofort bereit war, das war die Türkei, die eine Chance für ihren Beitritt sieht, wenn sie im Rahmen der Europäer auftreten darf. Inzwischen haben sich aber noch eine ganze Reihe asiatischer Staaten gemeldet: Pakistan, Bangladesh, Indonesien, Malaysia – alles Moslemstaaten. Woher dieser plötzliche Boom? Wer schiebt denn da?

Und wieder die Frage: Wer wird denn von den Moslems auf Moslems schießen um Israels willen – und das nach der ASEAN-Erklärung von Kuala Lumpur? Und wer von den Europäern ist denn ein Freund Israels? Frankreich vielleicht, das die Leitung will, aber nur 200 Mann beisteuern möchte?

Außer Deutschland gibt es keinen erklärten Freund Israels. Darum hat Olmert ausdrücklich um eine deutsche Beteiligung gebeten. Und er hat klar gestellt, dass kein Staat sich beteiligen dürfe, der keine diplomatischen Beziehungen zu Israel hat – eine Selbstverständlichkeit, eigentlich. Olmert bat auch Italien, die Leitung zu übernehmen, statt Frankreich, wozu Italien offensichtlich bereit ist.

Kam es bisher zum Konflikt wie 1982 mit der PLO oder jetzt mit der Hisbollah, so drang Israel einfach in den Libanon ein und verfolgte dort seine Feinde.

Wohl stand im Südlibanon bisher auch schon eine UN-Friedenstruppe, aber ohne robustes Mandat. Würde Israel nun aber wieder von der Hisbollah von dort aus angegriffen, ohne dass die Blauhelme dies stoppen könnten (oder wollten), so würde das Überschreiten der libanesischen Grenze in Zukunft die Konfrontation mit den Soldaten der internationalen Staatengemeinschaft bedeuten. Dies möge Gott verhindern! Aber allein der Gedanke eröffnet apokalyptische Horizonte, wo die „Könige der ganzen Welt“ nach Offbg 16,14.16 in Harmagedon wider Gott streiten. Das biblische Meggido liegt nur 50km entfernt von der libanesischen Grenze.

HINTERGRÜNDE

1. Nationale Perspektiven

Es hat sich gezeigt, dass Israel waffentechnisch den Kurzflug-Raketen der Gegner momentan nichts Entsprechendes entgegensetzen kann.

Aber auch strategisch zeigt sich, dass einer terroristischen Bewegung, zumal wenn sie sich in der Bevölkerung bewegen kann wie ein Fisch im Wasser, militärisch allein nicht beizukommen ist. Man nennt dies eine „asymmetrische Kriegsführung“. Wo diese bisher angewandt wurde, hat sich die anfangs überlegene Großmacht mit der Zeit als unterlegen erwiesen und musste sich zum Schluss geschlagen zurückziehen. Das war so in Vietnam, das ist so im Moment in Tschetschenien, im Irak, beginnt in Afghanistan und es deuten alle Anzeichen darauf hin, dass der islamistische Terror diese Taktik nun auch gegen Israel einsetzen will, nachdem die islamischen Kriege bisher alle fehlgeschlagen haben.

Israel führt momentan einen 4-Fronten-Krieg:

•  im Norden gegen die Hisbollah

•  im Süden gegen die Hamas

•  im Kernland gegen die Selbstmordattentäter

•  global im Mediendschungel um die Weltmeinung, die immer eher dem Unterlegenen recht gibt.

Im Norden will die UN den Schutz garantieren; im Süden darf man Hoffnung schöpfen aus der zwischen Fatah und Hamas nun zustande gekommenen Koalition; gegen die Selbstmordattentäter hat sich der hervorragende Geheimdienst und der Zaun/Mauer bewährt; im Medienkampf geht es weniger um Texte, als um Bilder, die zu Herzen gehen.

2. Regionale Perspektiven

2.1. Roadmap

Die bisher auch von Israel verfolgte politische Linie folgte der so genannten „Roadmap“ d.h. dem Friedensplan, dessen Endziel zwei getrennte und selbständige Staaten vorsieht: einen Judenstaat und einen Palästinenserstaat. Dahinter steht für Israel der Kernsatz: „ Land für Frieden “.

Auf beiden Seiten wurde dieser Plan zunächst entschieden abgelehnt, da beide Seiten aus religiöser Überzeugung vom Besitz des ganzen Landes ausgingen und die Vertreibung der anderen anstrebten. Die Moslems sprachen von „ins Meer treiben“, die Israeli gründeten Siedlungen als Trutzburgen.

Zuerst wuchs auf israelischer Seite die Einsicht, dass dies dennoch die einzige, heute politisch mögliche Lösung darstellt, zumal demographische Überlegungen noch dazu kamen. Über dieser Frage spaltete sich der Likudblock, da ihr Vorsitzender Ariel Scharon als Ministerpräsident genau diesen Weg einschlug. Scharon gründete mit diesem Konzept als Grundaussage eine neue Partei, die „Kadima“. So wurde im Sommer 2005 der Gazastreifen unter Einsatz des Militärs von Siedlern geräumt. Im Januar 2006 fiel Scharon ins Koma, seine „Kadima“, nun unter Ehud Olmert, wurde bei der Wahl Ende Januar trotz der klaren Aussage der Räumung weiterer Siedlungen auch im Westjordanland, stärkste Partei.

Der Prozess der Einsicht auf palästinensischer Seite dauert noch an. Die Fatahpartei unter Präsident Abbas stimmte dem Existenzrecht Israels soweit zu, dass Verhandlungen möglich gewesen wären, zumal nach dem Abzug aus dem Gaza. Im Januar 2006 waren aber Wahlen, wo sich – aus innerpalästinensischen Gründen – die radikal-islamische Hamas durchsetzte, die in aller Welt als Terrorgruppe geführt wird. Eine ihrer Kernaussagen vor der Wahl war die Nichtanerkennung Israels als Staat. Daraufhin wurden fast alle Hilfsgelder, vor allem aus Europa und USA gestrichen. Hungersnot brach aus. Dann bekämpften sich Fatah und Hamas-Anhänger, ein Bürgerkrieg drohte. Man begann wieder zu verhandeln und näherte sich an, auch in der Frage des Existenzrechts Israels.

Das passte einer der Hauptfiguren der Hamas, der im Exil in Damaskus sitzt, nicht. Mashal veranlasste die Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit, um den israelischen Gegenschlag zu provozieren und den Prozess der Annährung zu stoppen.

Die Frage nach diesem Krieg ist nun:

Ist die Roadmap noch zu halten? Israel hat die bittere Erfahrung machen müssen, dass der Kernsatz „Land für Frieden“ mit den Palästinensern bzw. den Islamisten nicht zu machen ist, weil jede freiwillige Freigabe von Land von der anderen Seite als Etappensieg auf dem Weg zur Vertreibung der Juden gesehen wird.

Das war so 2000 beim Rückzug aus dem Südlibanon, den die Hisbollah alsbald nutzte, um eine Befestigung gegen Israel zu errichten und den Norden Israels dann 2006 mit hunderten von Katjuschas zu beschießen.

Das war 2005 wieder so im Gaza, wo seit dem Rückzug monatlich 100 Kassam-Raketen einschlugen.

Welchen Sinn hat es im Angesicht dessen, die israelischen Siedler aus dem Westjordanland abzuziehen. Damit entfielen militärische und geheimdienstliche Kontrollmöglichkeiten. Und zu bedenken ist, dass Israel an seiner schmalsten Stelle nur 20 km breit ist. Im Fall Gaza liegt nur der Ort Sederot im unmittelbaren Bereich der Kassam. Würde dasselbe Spiel aber vom Westjordanland auf israelisches Gebiet erfolgen – und da hilft kein Zaun und keine Mauer! – dann wären von Jerusalem nordwärts bis GanNer und Ma'al Gilboa unzählige Orte und Städte, ja auch Tel Aviv bedroht. Und eine solche Grenze lässt sich auch von keiner noch so großen UN-Truppe bewachen!

Ist die Roadmap noch zu halten?!

2.2. Die Nachbarn in der Region

Es fällt auf, dass Israel in der Region umgeben ist von arabischen Staaten, die allesamt zu den gemäßigten gehören: Libanon, Jordanien und Ägypten. Lediglich ein 50km langes Stück auf dem Golan grenzt an Syrien. Bis auf Syrien hat Israel mit diesen Staaten ein gutes Verhältnis, was selbst mit den Palästinensern allmählich zu wachsen begann. Wer Unruhe schafft, sind die radikal-islamischen Gruppen aller Schattierungen, die Israel, ihre eigenen Regierungen und alle Welt bedrohen.

Ein großer Fortschritt in der Bekämpfung des Terrors gegen Israel wäre gewonnen, wenn es politisch gelänge, Syrien aus dem „Schiitischen Halbmond“ zwischen Iran und Hisbollah bzw. der Hamas heraus zu brechen, da alle Nachschubwege an Waffen und Kämpfern aus dem Iran über Syrien laufen.

So hat der israelische Verteidigungsminister Peretz bereits Gespräche mit Syrien vorgeschlagen. Diese werden aber nur weiterführen, wenn Israel bereit ist, den Golan zurückzugeben.

Wieder „Land für Frieden“?

Kann Israel Syrien selbst bei einem Nichtangriffspakt trauen?

Auf jeden Fall ist eine Friedenslösung für die Region ohne Syrien nicht zu machen. Das weiß Assad. Und das steht fest auch für Israel und die USA.

3. Globale Perspektiven

Der Publizist Matthias Küntzel schreibt am 23. Juli in www.spiegel.de/politik/debatte: „Doch erneut geht die Ambition des Islamismus über das erklärte Ziel (einer Zerstörung Israels) weit hinaus: Für Teheran ist der Nahostkonflikt nicht die Ursache, sondern lediglich ein Ansatzpunkt, um mit dem Westen und dessen säkularer Orientierung insgesamt aufzuräumen. Ahmadinedschad macht aus diesem weiteren Programm keinen Hehl. Als er im Oktober 2005 die Eliminierung Israels erstmals lautstark propagierte, fügte er hinzu: „Wir stehen inmitten eines historischen Krieges, der seit Hunderten von Jahren andauert!“ Ahmadinedschads Krieg hat demnach mit dem Nahostkonflikt, der jüngeren Datums ist, ursächlich nichts zu tun. Der gegenwärtig in Palästina stattfindende Krieg, so Ahmadinedschad, sei nichts weiter als „die vorderste Front der islamischen Welt gegen die Welt der Arroganz“. Und er fährt for: „Wir müssen uns die Niedrigkeit unseres Feindes bewusst machen, damit sich unser heiliger Hass wie eine Welle immer weiter ausbreitet“. Dieser heilige Hass ist bedingungslos. Er lässt sich durch keine Variante jüdischen oder nicht-jüdischen Verhaltens – außer durch Unterwerfung – abmildern. Diesem Hass ist mit Israels Vernichtung also kein Genüge getan. Auch die Welt des Unglaubens – die Welt der „Arroganz“ gegenüber Gott – soll daran glauben. Der genozidale Hass soll sich letztlich global ausbreiten. Als Hilfsmittel kündigt die iranische Führung die Entsendung Tausender schiitischer Selbstmordattentäter in alle Himmelsrichtungen an. Wenn sich heute (23.7.) die Frauen und Männer der israelischen Streitkräfte unter Einsatz ihres Lebens diesem apokalyptischen Programm an „vorderster Front“ entgegen stellen, schulden wir ihnen dann nicht zumindest unsere Solidarität?“ Küntzel schließt seinen Beitrag mit den Worten: „So wie die Hisbollah ihren Krieg stellvertretend für den Iran führt, so bekämpft Israel den genozidalen Islamismus stellvertretend für die westliche Welt. Dass diese westliche Welt diesem Land nicht in den Rücken fallen darf, ist wohl das Mindeste, was erwartet werden darf“.

Was Matthias Küntzel aufweist, ist nichts anderes als die Aktualisierung dessen, worauf Islamkenner seit dem Schock vom September 2001 hinweisen, dass nämlich der Koran Juden und Christen in einem Atemzug nennt, die als Ungläubige zu bekehren oder zu besiegen seien in dem vielfältigen Vorgang des Dschihad. Der Islamismus ist nur der militante Flügel, der mit terroristischen Mitteln das vertritt, was Ideologie des Islam als Ganzem ist. Das heißt also: nicht jeder Moslem ist ein Terrorist – dies ist die „Todschlagkeule“, mit der dieses Argument gewöhnlich abgeschmettert wird – nein, Moslems können sehr friedliche Leute sein; aber jeder Radikalist kann jeden Moslem mit Hinweis auf Aussagen des Koran unter Druck setzen, „endlich ein guter Moslem zu werden“ und in den Krieg für die Sache Gottes einzusteigen. Dass dies besonders jungen Männern eine Lebensperspektive, einen Sinn für ihr ansonsten so sinnlose Dasein gibt – sei es in Gaza, in London oder in Kreuzberg – ist doch einleuchtend.

Das Ziel des Islam ist und bleibt die Weltherrschaft. Diese wird anders als die Weltmission des Christentums explizit auch politisch verstanden, nicht nur religiös. Dies ist dem christlich geprägten Westen, zumal in seiner aufgeklärten Toleranz, kaum begreiflich zu machen.

Darum schreie ich es hinaus:

Hört es: Der Islam ist ein religiöses und ein politisches System – genau wie der Kommunismus!!

Und unser Umgang mit ihm sollte sich in nichts unterscheiden von unserem Umgang seinerzeit mit dem Kommunismus:

Der Kommunismus war ein Glaube , der Glaube an die Ewigkeit der Materie. Dem zu begegnen erforderte Kenntnis des Gegners, Kenntnis der eigenen christlichen Glaubenslehre und vor allem überzeugende Erfahrungen mit dem Gott der Bibel. Genau um dasselbe geht es in der Begegnung mit Muslimen. Das ist die Aufgabe der Kirchen, der Christen: Mission durch Dialog, verbunden mit Wundern und Zeichen.

Der Kommunismus war aber auch ein politisches System mit dem erklärten Ziel, der Vernichtung des Westens und er Errichtung der kommunistischen Weltherrschaft.

Dem hat sich der Westen politisch gestellt. Mit allen militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen Mitteln wurde der Expansionsdrang des „Ostblocks“ in Schach gehalten. Es ist Aufgabe des Staates, ebenso mit allen ihm zur Verfügung stehenden legalen Mitteln, den politischen Expansionsdrang des Islam gegenüber dem „Westen“ in Schach zu halten (Beitritt der Türkei zur EU; Abhängigkeit vom arabischen Öl; muslimische Investoren in westlichen Firmen; Bau von Moscheen in unseren Städten ohne Entsprechung in moslemischen Ländern; Achtung des Grundgesetzes etc.).

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Wenn die westlichen Regierungen nicht sehr bald politisch ernst nehmen, was Leute wie Ahmadinedschad als Programm des Islam – nicht der Islamisten! – verlautbaren, könnte in einer Generation die Zeit zu spät sein. Unter dem „Toleranzedikt“: „Nur ja kein Kampf der Kulturen“, wird in Politik und Kirche ein dem Islam unangemessener Dialog geführt, der noch nicht begriffen hat, worum es im Kern geht: Ums Überleben! In einem freien Europa!

Dies zu realisieren, ist uns Israel ca. 15 Jahre voraus. Statt Israels Vorgehen als „maßlos und unverhältnismäßig“ zu kritisieren, sollte der Westen erkennen, dass es dort ums nackte Überleben geht und dass sich dort in Kleinformat das abspielt, was dem Westen in Großformat bevorsteht.

Der Westen hat seine Geschichte mit dem Islam noch vor sich. Israel ist schon mitten drin!

Der Westen hätte allen Grund, Israel als seinen Brückenkopf im Bereich des Islam den Rücken zu stärken, anstatt kurzsichtig ihm in den Arm oder gar in den Rücken zu fallen.

4. Geschichtstheologische Perspektiven

Gott ist ein Gott der Geschichte d.h. ER lenkt die Einzelnen und die Völker. Oft kann man erst im Rückblick in den Ereignissen einen roten Faden erkennen, manchesmal schon früher.

Was bedeuten die Ereignisse der letzten 12 Monate? Drängt sich eine Erkenntnis auf? Ist ein roter Faden Gottes sichtbar?

4.1. Die Ereignisse

•  Räumung des Gaza-Streifens (Sommer 2005).

•  Premier Ariel Scharon fällt ins Koma (Anfang Januar 2006)

•  In den Palästinensergebieten wir die Terrororganisation Hamas stärkste Partei und übernimmt die Regierung (Ende Januar 2006).

•  In Israel wird gewählt. Der militärisch und international unerfahrene Ehud Olmert wird in Nachfolge Scharons Regierungschef.

•  25. Juni: Hamasaktivisten entführen Gilad Schalit in den Gaza. Militäraktion Israels

•  12. Juli: Zwei weitere Soldaten werden im Norden von der Hisbollah entführt. Beginn eines 4-wöchigen Feldzuges gegen die Hisbollah im Libanon.

•  Der Irak am Rande des Bürgerkrieges. Politisch ausgeschaltet.

•  Der Iran
- entwickelt Atomwaffen
- droht Israel zu vernichten (Oktober 2005)
- erhebt sich zum Wortführer des Islam
- unterstützt offen Hamas und Hisbollah, um Israel zu verderben

•  Der Feldzug endet mit einem Unentschieden, wobei Israel
- den Nimbus der Unbesiegbaren einbüßt,
- keine Waffen besitzt gegen die Waffen der Feinde.

•  Libanesische Truppen und UN-Blauhelme sollen die Nordgrenze Israels gegen weitere Angriffe der Hisbollah schützen. Zum 1. Mal stehen sich israelische und UN-Soldaten mit Schießbefehl an einer Grenze gegenüber.

•  Hamas und Fatah einigen sich auf eine Koalition

4.2. Versuch einer Deutung

Es ist offenbar: Israel ist schwach geworden.

International steht der Judenstaat wieder am Pranger und national zeigt sich, dass dieser hochgerüstete Staat nicht einmal seine Bürger schützen kann. Dazu kommen Mängel in der militärischen Führung. Dies legt Mutlosigkeit auf das Volk, die Regierung und das Militär, das bisher immer auszog, um zu siegen. Ehud Olmert tut sein Bestes, aber es fehlt Israel in dieser Stunde ein charismatischer Führer vom Format des Ariel Scharon.

Hier geschieht etwas. Gott redet hier zu Seinem Volk.

Die Geschichte Israels kennt solche Situationen der Entmutigung und des Dominiert-Werdens von seinen Feinden im nahen und im regionalen Umfeld. Wie oft hören wir davon im Buch der Richter.

Die Ursache war immer die Sünde des Volkes, sein Abfall von Gott oder wie bei Jeremia, eine falsche politische Entscheidung (Jer 42+43). Gott wartete auf ihr Schreien, ihre Umkehr.

Aber warum das jetzt? War Israel seit seiner Staatsgründung 1948 sündlos, weil es jeden Krieg gewann? Hat Israel nicht – genauso wie wir– Tag um Tag Schuld und Sünde auf sich geladen? Was ist denn jetzt das Besondere?

Historisch feststellbar ist im letzten Jahr als Veränderung das Fallen-Lassen des Anspruchs auf das Land als Ganzes durch die Regierung Scharon, das Eingehen auf die Roadmap mit der 2-Staaten-Lösung und daraus resultierend, die Räumung des Gaza-Streifens. Dies geschah unter ausdrücklicher Hintenansetzung der biblischen Verheißungen. Wenn, dann ist dies der historische Schwenk der israelischen Politik in den letzten 1 bis 2 Jahren, der so auch einmal in den Geschichtsbüchern stehen wird.

Die Umsetzung der Roadmap bedeutete die Evakuierung der Siedler aus ihren ins Feindesland vorgeschobenen Siedlungen. Es wurde gebetet, protestiert, geweint. Selbst die Soldaten weinten – denn hier wurden die Leute abtransportiert, die mit ihrer Überzeugung und ihrem Mut, notfalls auch ihrem Leben, Träger dieses besonderen, einmaligen „Spirit of Israel“ waren. Mit ihrem Abtransport zerbrach etwas in ihnen; aber mit ihnen in der ganzen Nation. Man war auf dem Rückzug, um endlich in Frieden wohnen zu können. War es falsch? War es richtig? Die Beurteilung der geistlichen Leiter fiel unterschiedlich aus.

Nun ist der Krieg zu Ende. Sein Ausgang, der eine einmalige und erstmalige Schwächung Israels seit 1948 in dieser Form brachte, darf, wenn er geistlich interpretiert wird, zur Beantwortung dieser Frage herangezogen werden. Wenn wir Geschichte als Gottes Geschichte – auch in den Kriegen (Ps 46,9-12) – verstehen, heißt das: Die Preisgabe von Land bedeutet gegenüber dem Gott, der Israel dieses Land zugesagt hat, ein Abfall vom Glauben an IHN, ist mit einem Wort: Sünde. Dies ist nicht ein moralisches Urteil, auch keine prophetische Offenbarung, sondern das Ergebnis der Analyse der historischen Vorgänge der letzen 12 Monate im Licht biblischer Erkenntnis von Gottes Handeln.

Nun ist die Sache so, dass diese geistliche Analyse auch militär-strategisch Sinn zu machen scheint. Denn nach der Bedrohung des Volkes vor allem durch die Kassam- und Katjuscha Kurzstreckenraketen, gegen die bisher keine Gegenwaffe gefunden ist, kann man feststellen, dass die einzige „Waffe“ ein möglichst breiter Korridor wäre. Im Klartext: in der gegenwärtigen Situation der Bedrohung erweist sich die bisherige Maxime: „Land für Frieden“ genau als falsch und muss geradezu umgedreht werden in: „Mehr Land für Frieden“, um Israels Sicherheit zu erhöhen.

Das Ergebnis der militärischen Analyse stimmt also voll mit der biblischen Interpretation der Ereignisse der jüngsten Vergangenheit überein.

Sollte dies von der Regierung Israels genauso gesehen werden, würde dies einen abermaligen Schwenk in der politischen Richtung Israels bedeuten, der zwar international einen Aufschrei auslösen würde, nach innen aber das Volk durch seine tiefsten religiösen Überzeugungen neu zusammenschweißen würde.

Und diese Kraft aus innerster Überzeugung wird es brauchen, um dem Sturm der auch von innersten Überzeugungen getragenen Islamisten neu standzuhalten. Die Opfer und Leiden, die Israel voraussichtlich noch zu tragen hat, sind nur tragbar, wenn alle getragen sind von der Bereitschaft, bis zum letzten an Gottes Verheißungen d.h. an Gott selbst festzuhalten.

Dieses Festhalten bedingt zwar eine politische Leitlinie (die eigentlich nicht neu, sondern die alte ist). Aber sie bedeutet keine Gewalt als Methode, nicht Unterdrückung, Benachteiligung und Krieg. Wenn die Roadmap verlassen wird, muss ein neuer Weg des Miteinanders gefunden werden. Mit Radikalen kann man nicht reden, sie sind verbohrt. Es gibt aber unter den Palästinensern inzwischen so viele, die zur Koexistenz mit Israel bereit sind, dass eine Form der Kooperation und Koexistenz gefunden werden kann. Denn auch den Palästinensern geht es besser, wenn sie im Frieden mit Israel leben.

Wenn das Festhalten an den Verheißungen wirklich Gottes Wille war/ist, dann wird nach aller Gotteserfahrung Israels Gott seinem Volk auch wieder aus dieser Tiefe heraushelfen. Gott lenkt auch die Herzen der Moslem.

„Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist“ hat Gott versprochen, seinem Volk zu helfen. Lasst uns mit Israel neu darauf hoffen!


GEBET

Dieses Mal sollen mit Schriftstellen Ansätze zum Gebet gegeben werden.

Jes 40,27-31 Trost für Israel

„Warum sprichst du denn, Jakob und du, Israel, sagst: „Mein Weg ist dem Herrn verborgen und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber?“ Er gibt den Müden Kraft...

Ps 83 Klage über die Feinde

Gott, schweige doch nicht! Gott bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben und die dich hassen erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk. „Wohlan“, sprechen sie, „lasst uns sie ausrotten, dass des Namens Israel nicht mehr gedacht wird...“

Jer 14,7-9 Sündenerkenntnis

Ach, Herr, wenn unsere Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen...

Ps 46,9-12 Gott ist Herr auch im Krieg

Kommt her und schauet die Werke des Herrn, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.

Ps 122,6-9 Segen über Jerusalem

Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern...

GEBET

Himmlischer Vater, Du hast Dir Israel erwählt zu Deinem Bundesvolk. Du hast es gesegnet und zum Segen gesetzt für die Völkerwelt. Du hast große Verheißungen über diesem Volk und seinem Land ausgesprochen. Wir erleben in unseren Tagen die Erfüllung der alten Prophetien, die Rückkehr der Juden aus den Ländern des Südens und des Nordens.

Vater, dies zu sehen stärkt unser Vertrauen in Deine unwandelbare Treue und in Deine Güte, die ewig währt. Gelobt seist Du!

Du wirst nicht ruhen, bis Du alles erfüllt hast, was Du durch Deine Propheten geredet hast. Noch liegt der Schleier der Verstockung (Rm 11) über ihnen. Uns aber, aus den Nationen, hast Du gerufen, für Dein auserwähltes Volk in den Riss zu treten, zu beten und ihm wohlzutun.

Öffne uns die Augen, dass wir erkennen, was Israel nötig hat. Öffne uns die Ohren, dass wir lernen, nach Deinem Herzen zu beten für Israel und sein Erbland. Du hast gesagt: „Wer Israel segnet, wird gesegnet sein!“ Wir wollen nicht schuldig werden durch Ungehorsam, sondern segnen, damit wir den Segen Israels ererben.

Unser Vater und Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, wir stehen jetzt vor Dir und bitten stellvertretend für Dein altes Bundesvolk, dass es zurückkehre aus Sünde und Anpassung und neu auf Dich hören lernt. Wir sprechen Diene Willen hinein in die Regierung, Politik, Religion und Wirtschaft, in das Erziehungswesen und das Militär und in alle verantwortlichen Stellen.

In Jesu Namen segnen wir das Land, das Volk und im besonderen die jüdischen Menschen, die ihren Messias erkannt haben. Sie sollen Licht und Salz sein, Anreiz für ihr Volk in aller Bedrängnis und Schmach, bis zu der Zeit, wo Du die Decke wegnehmen und das ganze Volk der Juden erlösen wirst für seinen großen Auftrag an der Welt.

Ehre sei Dir, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

(aus der Adoramus-Gemeinschaft)

Ortwin Schweitzer

Quellen

DIE ZEIT Nr. 34,2006 (17.8.); Rheinischer Merkur Nr. 32 (10.8.), Nr. 33 (17.8.); Jüdische Allgemeine Nr. 29,2006 (20.7.); Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19., 20., 21., 22., 26., 27., 29., Juli; 2., 4., 16., 17., 23. August 2006;
DER SPIEGEL Nr. 30,2006 (24.7.)

Matthias Küntzel, Warum Israel richtig reagiert www.spiegel.de/politik/debatte/0.1518.428093.00

Johannes Gerloff, Kriegsziele – aus Sicht Israels, Israelnetz vom 10.8.06

Johannes Facius, Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit, Wächterruf 9, 30.7.06

Media Tenor, Die Darstellung des Krieges im Nahen Osten:

Medienanalyse der Berichterstattung von ARD und ZDF, 7.8.06

Haim Hariri, A View from the Eye of the Storm, (on War and Terror) April 2004

Brockhaus Enzyklopädie, 21. Aufl. 2005, Schiiten, Sunniten

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