DIE POLITISCHE SEITE

Juni / Juli 2006

Brennpunkt Schule

Aufgrund des Umfangs des Themas musste auch dieses Mal die Form der Doppelnummer gewählt werden

Spaziergang quer durchs Thema

Jeder Mensch in Europa ist in die Schule gegangen: es herrscht allgemeine Schulpflicht. Dies kennzeichnet und prägt den Europäischen Kulturkreis gegenüber manchen anderen in Afrika oder Asien. Es bedeutet weltweit gesehen ein Privileg, da Lesen- und Schreiben-Können eine ganz neue Kulturstufe ermöglicht.

Analphabetische Kulturen sind aufs Erzählen als Medium der Wissensweitergabe angewiesen. Lesekulturen ermöglichen vom Menschen unabhängige und abstrakte Wissensvermittlung. Daher ist die Entwicklung eines Schulsystems etwas vom ersten, was arme Länder mit Hilfe von Geldern der Weltbank u.a. einzurichten versuchen. Denn die Welt heute ist eine Lesewelt.

Die allgemeine Schulpflicht bedeutet aber neben der kulturellen Prägung auch individuelle Prägung. Ob man es wahrhaben will oder nicht: Jeder beurteilt „Schule“ zuerst nach dem, was er erlebt hat . Man merkt dies an den sofort einsetzenden Erzählungen von Erfahrungen, die man/ich gemacht hat/habe. Und diese sind fast immer Erfahrungen mit Lehrern. Hat man den behandelten Stoff schon lange vergessen, so bleibt jedem unauslöschlich das Gesicht und die Person des Lehrers in Erinnerung und was diese Person von mir gehalten und wie sie mich behandelt hat. Da aber Ungerechtigkeiten Vorgänge sind, die verletzen, und Verletzungen einem für immer in Erinnerung blieben, während Lob wie ein Streicheln ist, das bald vergessen ist, kann man aufs Ganze in Deutschland wohl sagen, dass das Verhältnis von Erwachsenen zur Schule eher kritisch ist als konstruktiv.

Kommt hinzu, welches „Klima“, meine Schule hatte: war es eine Schule mit hohem Niveau, das man nur mit großem Fleiß erreichen konnte oder war es ein Lotterladen, wo keine Disziplin herrschte und man auch kaum was lernen konnte? Oder war es gar eine Schule, in der Schüler in einer Atmosphäre der Gewalt und Aggression einander bedrohten, wo ein Klima der Angst durch Bedrohung herrschte?

Eine zweite große Erfahrung mit der Schule machen junge Väter und Mütter, wenn ihre Kinder in die Schule kommen und diese Jahr für Jahr durchlaufen. Mit den eigenen Schulerfahrungen im Herzen hören sie nun am Mittagstisch die taufrischen Lehrererfahrungen ihrer Kinder – und fühlen mit ihnen.

War die eigene Schulzeit eher ein Erleiden, so erwacht im Vater, in der Mutter nun der Beschützerinstinkt, die Wut und der Wille, „diesen Unsinn schleunigst abzustellen“. Es entsteht ein neues Beziehungsfeld: Eltern-Lehrer . Meist auch als gespanntes Verhältnis... denn wer geht schon in eine Lehrersprechstunde oder greift zum Telefon, um einen Lehrer zu loben und aufzubauen? Dies geschieht beim Elternabend hin und wieder, hat aber dann meist taktische Bedeutung als süße Hülle für eine bittere Pille, die folgt.

Eine dritte Schulerfahrung machen alle die, welche zum „Pädagogischen Personal“ gehören. Und diese Erfahrung ist ebenfalls nicht unbedingt glückhaft. Da wirst du als frischgebackener Hochschulabsolvent einer Schule zugeteilt und dort einem Lehrer zugeordnet, dem Mentor. Es gibt gute Mentoren und es gibt andere... wie überall. Man bemüht sich redlich als Referendar, das Handwerk theoretisch im Seminar und praktisch im Halten von Unterricht zu erlernen.

Wenn auch mit Furcht und Zittern, so sind doch die meisten Junglehrer froh, endlich von der Theorie zur Praxis zu kommen d.h. in diesen Menschen steckt noch ein Potential von Idealismus, sonst wären sie gar nicht Lehrer geworden. Ein lobendes Wort des Mentors, eine kleine Bemerkung eines Schülers, ein kurzer Anruf einer Mutter – und ein Referendar oder eine Referendarin gehen für den Rest der Woche auf Wolken.

Ist das 2. Examen geschafft, kommt die Bewährung: allein in den Klassen. Der Stoff ist neu, die Schüler sind neu, meist auch die Schule und damit die Kollegen. Man wird zwar freundlich begrüßt – aber zurechtkommen muss man allein. Und das Erste, was Schüler machen, ist: sie testen den Neuling aus. Wahrhaftig: wie der Dompteur im Raubtierkäfig. Wer Schwäche zeigt, hat verloren. Dazu kommt heute, dass Kinder im Elternhaus oft keine Erziehung mehr bekommen zu Werten wie Respekt, Gehorsam, Selbstdisziplin etc. Die Eltern kommen deshalb auch zu Hause mit ihren Kindern nicht mehr zurecht und verschieben die Verantwortung für die Erziehung d.h. für das Setzen von Grenzen leichthin dann auf die Lehrer.

Hat einer aber verloren, schmilzt sein Idealismus in kurzem dahin und sein Selbstwertgefühl wird immer brüchiger. Sein Unterricht wird mieser und mieser.

Jetzt ist die Stunde der Eltern. Beim Elternabend werden zunächst versteckt, dann immer deutlicher Pfeile der Kritik abgeschossen, was den unsicheren Lehrer noch zusätzlich vor den anwesenden Kollegen demütigt. Es spricht sich rum...

Mit den Jahren setzt er sich dann vielleicht durch, rigoros, zynisch, mit Abstand zum Schüler und gelangweilt vom Stoff.

Natürlich hängt dies alles von der Persönlichkeit des Lehrers ab, sowie von seinem Fach, vom Schultyp, ob Gymnasium oder Hauptschule und auch vom Ort der Schule und vom Bundesland und vielen anderen Umständen.

Tatsache aber ist, dass statistisch gesehen ein Großteil der Lehrer vorzeitig in den Ruhestand geht, weil sie nicht mehr können und „um wenigsten ein paar Jahre noch was vom Leben zu haben“. Gott sei Dank gibt es auch Lehrer, die gerne unterrichten – bis zum Schluss. Aber die Rate ist gering (6%, die bis 65 Jahre durchhalten).

Thema: Brennpunkt Schule

Das umfasst:

  1. den Stoff – lernen die Kinder genug?
  2. das deutsche Schulsystem – PISA spricht
  3. die Schüler – was ist ihre Welt?
  4. die Eltern – Erziehung heute?
  5. die Lehrer – Vater oder Verachter?
  6. die Gemeinde – Insel der Seligen

Der Stoff – lernen die Kinder genug?

Eigentlich waren die Deutschen immer der Meinung, sie stünden, was Bildung betrifft als „Volk der Dichter und Denker“ im internationalen Vergleich ganz gut da. Bis zum Jahr 2000. Bis die PISA-Studie erschien, der inzwischen eine 2. in 2003 und eine 3. Studie folgte. PISA hat nichts mit der italienischen Stadt zu tun, sondern ist die Abkürzung für „Programm for International Student Assessment“: Programm zur internationalen Beurteilung der Lernenden („student“ ist nicht nur Student, sondern auch Schüler). Einbezogen in die Untersuchung wurden 2003 ca 250000 Schüler im Alter von 15 Jahren aus 41 Staaten. Getestet wurden Lesekompetenz, Naturwissenschaftliche Grundbildung und Mathematische Grundbildung (9. Klasse).

Das Ergebnis war niederschmetternd: In der Leseleistung steht Deutschland mit 487 Punkten insgesamt unterhalb des Durchschnitts mit 500 von 41 Industriestaaten (OECD).

An der Spitze Finnland (546), dann Australien (528), England (523), Japan (522), Schweden (516), Österreich (507), Vereinigte Staaten (504) und Schweiz (494).

Wendet man den Maßstab auf die einzelnen Bundesländer an, so stehen diese im Vergleich aber sehr verschieden da: Bayern mit 510 erscheint noch in der oberen Hälfte, Baden-Württemberg (500) erreicht gerade noch den internationalen Schnitt, die übrigen liegen darunter. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bremen liegen noch hinter Portugal (470).

Leider hat sich gezeigt, dass die Leistungen der deutschen Schüler im Beobachtungszeitraum von 2000 bis 2005 sich nur geringfügig verbessert haben. Viel ist darüber diskutiert worden, woran dieser Missstand liegen könnte.

1. „Bildung ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition“,

sagt Andreas Schleicher und rechnet vor, wie der Einsatz für Bildung mehr Zinsen bringt als das Bankkonto. Deutschland investiert hier zu wenig und steht auch auf dieser Liste ganz am Schluss.

Wohl hat sich der Anteil der Studienanfänger eines Jahrgangs in Deutschland seit 1988 von 28% auf 36% erhöht, der Durchschnitt der Industrie-Staaten liegt aber bei 54%!

Auch die Zahl der Hochschulabsolventen ist in Deutschland von 16 auf 19,5% eines Jahrgangs gestiegen. Aber das Mittel der OECD-Staaten liegt bei 32,2%.

Die Zahl der Akademiker eines Jahrgangs gilt als wichtigste Kennziffer für ein Bildungssystem im 21. Jahrhundert. Alle Zukunftsforscher prophezeien, dass die Jobs, die künftig zu vergeben sind, hohe Anforderungen an die Qualifikation stellen werden. Gerade im Angesicht der Verlagerung von Arbeitsplätzen der Produktion in die Billiglohnländer, gewinnt der Faktor „höchster Qualifizierung“ immer mehr an Bedeutung.

Deutschland nimmt von 28 vergleichbaren Industriestaaten (OECD) in Bezug auf seine Investitionen für Bildung mit 4,4% vom Bruttosozialprodukt den 20. Platz ein. Dänemark, Schweden und Belgien investieren mehr als 6%. Das OECD-Mittel liegt bei 5,8%. In diesen Ländern stiegen zwischen 1995 und 2002 die Bildungsausgaben um 21% im Bereich der Schulen, in Deutschland um ganze 8%.

Außerdem ist zu beobachten, wie Deutschland seine Mittel bei Studium und Berufsqualifikation einsetzt, während andere Staaten ihre Gelder in die Bildung von Kindern in den ersten Lebensjahren durch intensivere Betreuung z.B. bei der Sprachförderung investieren.

2. In der Bundesrepublik ist Bildung Ländersache.

Dies ist durch die jüngste Föderalismusreform nicht in Frage gestellt, sondern bestärkt worden. Wohl gibt es auf Bundesebene eine Kultusministerkonferenz, in der man Absprachen trifft. Gegenüber dem Bund aber wird eifersüchtig auf die Länderhoheit geachtet. Insofern sind Bildungspläne, Lernziele, Examina und erreichtes Niveau unter den Ländern verschieden. PISA gab nun den Anlass, die Ergebnisse einmal nach Bundesländern aufzuschlüsseln.

Bei allen 3 Kompetenzbereichen (Lesen, Naturwissenschaften, Mathematik) liegt Bayern vorn, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen (mit einer Ausnahme). Am Schluss des Spektrums rangieren fast immer (in wechselnder Reihenfolge): Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bremen. Der Unterschied zwischen Bayern und Bremen belaufe sich etwa auf ein ganzes Schuljahr.

Polen hat in den vergangenen 5 Jahren seit Pisa konsequent seine Erkenntnisse in Veränderungen umgesetzt und sich nach vorne gearbeitet. Deutschland kommt auf Grund der Länderhoheit nur in Randbereichen voran, während entscheidende Reformen – und dazu würde eine Föderalismusreform im Bildungsbereich gehören – nicht vollzogen werden, sagen die internationalen Beobachter

Exkurs:

Zum Ländervergleich hat OStR Joachim Alber aus dem PISA-Material eine kleine persönliche Studie entwickelt, deren Ergebnis hier kurz wiedergegeben werden soll.

Alber hat sich alle Verfassungen der 16 Bundesländer vorgenommen und sie auf ihre betont christlichen Aussagen in Bezug auf die in der Erziehung und Bildung anzustrebenden Lernziele untersucht. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass dies explizit nur 5 Bundesländer tun. Es sind: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. So heißt es z.B. in Art. 12 der Landesverfassung von BW: „Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geist der christlichen Nächstenliebe... zu erziehen.“

Alber hat nun die Ergebnisse dieser 5 Bundesländer ins Verhältnis gesetzt zu denen der anderen Länder. Wie bereits erwähnt fällt auf, dass Bayern und Baden-Württemberg immer auf Platz 1-3 rangieren und dass von den anderen 3 Ländern nie eines unter den 4 schlechtesten steht.

Alber hat den Punkte-Durchschnitt aller Bundesländer und den Schnitt dieser fünf errechnet und festgestellt, dass in allen getesteten Feldern die 5 zusammen um 5-10 Punkte über dem Gesamt-Durchschnitt lagen.

Der Grund für diese eklatanten Fakten liegt wohl darin, dass in diesen (süd- und westdeutschen) Ländern der evangelische und katholische Glaube an vielen Stellen noch besonders aktiv ist und lebt und dass sich dies natürlich in den Anliegen der Verfassungsväter als Söhne ihrer Bundesländer widerspiegelt. Es besteht also ein spürbarer und nachweisbarer Zusammenhang zwischen gelebtem Glauben einer Bevölkerung und schulischer Leistung.

Dies erklärt auch, warum Sachsen trotz des Fehlens explizit christlicher Lernziele in der Verfassung immer mit unter den ersten 3 rangiert: jeder Kenner der Szene weiß ja, wie lebendig christlicher Glaube an vielen Stellen auch in Sachsen gelebt wird.

Das Entscheidende ist also der gelebte Glaube im Volk, auch wenn er sich – wie in Sachsen – nicht in der Landesverfassung widerspiegelt.

(Die entscheidenden Textpassagen aller Landesverfassungen findet man unter www.beter-im-aufbruch.de.vu).

3. Das 3-gliedrige Schulsystem

Vollends stecken bleibt in Deutschland die Bildungsreform in Bezug auf das Schulsystem, Hauptschule-Realschule-Gymnasium.

In keinem anderen vergleichbaren Land wird schon im Alter von 10 Jahren der künftige Weg eines Kindes festgelegt. Wie sich oft gezeigt hat – viel zu früh, um Begabungsrichtungen schon erkennen zu können, zumal eine Frühförderung hierzulande erst in den Anfängen steckt. Alle anderen Länder lassen die Schüler länger zusammen, aber mit mehr individueller Betreuung, die auch den Lehrern mehr Spaß macht und das Lernklima/Motivation steigert.

Die nationale PISA-Studie (10/2005) hat außerdem gezeigt, dass in keinem anderen vergleichbaren Staat der Welt der Schulerfolg so stark vom Einkommen und der Vorbildung der Eltern abhängig ist, wie in Deutschland.

Das deutsche Schulsystem fördert eindeutig die Kinder der Oberschicht und zielt ab auf die Bildung von Traditionseliten und nicht so sehr darauf, möglichst viele mitzunehmen.

Nun könnte man ja sagen, wenige und eine Elite bringen einem Land mehr als eine Masse von Durchschnittlichen. Nun ist aber das Ergebnis von PISA genau dafür keine empirische Bestätigung. Und auch Bayern als bestes Bundesland ist international nur gehobener Durchschnitt.

Die Breite der Gebildeten scheint, verbunden mit stärkerer individueller Betreuung und mehr Freude der Lehrer an ihrem Tun, insgesamt das Niveau der Bildung eines Volkes, einschließlich Eliten, zu fördern und damit ein Volk als Ganzes für die Zukunft besser auszurüsten, als ein Schulsystem, das von den Idealen des 19. Jahrhunderts mit dem „Überleben des Stärkeren“ geprägt war.

Wie exklusiv unser deutsches Schulsystem ist, zeigt sich auch an den Migrantenkindern. Sie brauchen vom Kindergarten an gezielte Sprachförderung. Während sich in fast allen anderen Industriestaaten die Schulleistungen von Zuwandererkindern mit der Dauer des Aufenthalts ihrer Familien verbessern, werden sie in Deutschland schlechter. Der Schlüssel ist und bleibt die Beherrschung der Landessprache.

40% der Schüler der 2. Generation haben Leistungen, die die Eingliederung in einen Beruf nicht erlauben. 19% verlassen sogar die Hauptschule ohne Abschluss, d.h. ohne Lebensperspektive. Dies bedeutet ein Gewaltpotential aus Verzweiflung, das sich schon in der Schule entlädt.

Schlussbemerkung zum deutschen Schulsystem, das Unterschiede fördert.

In Hamburg und in Berlin wurden erste Versuche mit einer netten Schulkleidung, für alle Schüler gleich, gemacht – mit durchschlagendem Erfolg. Unterschiede von Reich und Arm verschwanden, was sonst an den Trend-Klamotten sichtbar wurde. Die Migrantenkinder waren plötzlich integriert. Es entstand ein Wir-Gefühl ganz neuer Art. Gewalt auf dem Schulhof nahm spürbar ab. Die innere Einstellung der Schüler zur Schule und zueinander änderte sich mit der Veränderung des Äußeren. Warum sollten sich solche gelungenen Modelle nicht allgemein einführen lassen?

Die Schüler– was ist ihre Welt?

Drei Momente seien genannt:

1. Zerstreuung

Die elektronischen Geräte erlauben heute eine permanente „Berieselung“, wie sie früher nicht gegeben war. Radio oder Plattenspieler standen eben zu Hause. Nun ermöglicht der MP3-Player eben per Stöpsel im Ohr beim Joggen im Wald noch Musik zu hören. Im Bus, wo man sich früher mit seinem Nachbarn unterhalten hatte, schreibt der Jugendliche heute SMS-Botschaften oder empfängt solche.

Diese Dauer-Impulse von außen reißen eigene Gedanken permanent ab, verhindern dadurch Verarbeitungen von Gefühlen, die entstehen – sei es durch Realsituationen oder elektronische Bilder – von daher ist „cool“ bleiben wichtig d.h. Gefühlsregungen abzuwürgen. Dies führt Schritt für Schritt in eine Gefühlswüste oder gar in Verrohung und Gefühlskälte.

Die Fähigkeit, bei sich zu sein, sich auch ernst zu nehmen und auszuhalten, ging bei vielen verloren: Statt Verarbeitung und Reifung, Verdrängung und Oberflächlichkeit. Zerstreuung wird zu einem Muss, da die inneren Spannungen sonst übermächtig würden in Gestalt von Ängsten und Leeregefühlen.

Für den Schulunterricht bedeutet das, dass von den Grundschülern angefangen Un-Ruhe und Unfähigkeit zur Konzentration diese Schülergeneration kennzeichnet.

2. Nicht-Erziehung

„Er-ziehung“ ist eigentlich kein schönes Wort, weil es mit „ziehen“ zu tun hat und das hat leicht etwas „Unfreiwilliges“ an sich. Im Englischen “education“ klingt das lat. Wort „führen“ an, so dass Erziehung ein Vorgang des „Herausführens“ aus der Unmündigkeit in die Mündigkeit wäre. Am schönsten sagt es das Griechische: „Pädagogik“ (pais „das Kind“, agogos „Führer“), d.h. es geht um ein wissendes Führen und Leiten des Kindes.

Erziehung setzt also einen Älteren („Eltern“) voraus, die wissen, was sie wollen und darum führen. Dieses Führen bedeutet: (1.) ein Ziel zu haben, wohin man führen will und (2.) eine Grenze, ein „Nein“ setzen müssen zu Wegen, die nicht zu diesem Ziel führen. Die Kulturrevolution der 68er hat die Eltern verunsichert, zum einen darin, ob man überhaupt erziehen soll oder ob sich das Kind nicht besser von Anfang an frei entfalten sollte ohne Eingriff der Erwachsenen; zum anderen darin, welche Werte denn als Ziele einer modernen Erziehung noch gelten können.

So entfielen die Inhalte wie die Führung als solche – was im Resultat die Schüler heute prägt. Inhalte, die früher selbstverständlich waren wie Anerkennung von Autorität und Bereitschaft, von dieser Anweisung anzunehmen; Respekt vor der Würde des anderen, z.B. des Mitschülers, auch des Schwachen oder Selbstdisziplin, Fleiß usw. sind weithin den Kindern nicht bekannt.

Noch tiefer verunsichert als durch den Wegfall von Werten sind die Kinder, bei denen die Erziehung ausfällt, durch den Wegfall von Beziehung. Denn jede Erziehung ist zuerst Bau einer Beziehung. Kinder, die alles dürfen, werden darum immer aggressiver, um endlich das „Nein“ zu hören und damit das DU des Erziehers zu spüren. Auch wenn rebelliert und getobt wird, ist das Nein der Grenze doch die Vergewisserung von Nähe und Überlegenheit, an der man sich zwar reibt, die aber zugleich die Orientierung ist und der Halt, den ein Kind braucht für sein Leben.

Für viele – besonders Hauptschüler – wird die Schule häufig zum Ersatz für das beziehungslose Zuhause, weil dort ein Lehrer oder eine Lehrerin ist, die Grenzen setzt und dennoch liebt.


3. Seelenmüll

Was Kinder und Jugendliche heute über die elektronischen Medien weithin unkontrolliert und unkontrollierbar aufnehmen, sind über die Bilder „Werte“, die in höchstem Maß ihre Seele falsch prägen. Fernsehen, Internet, Videospiele, DVDs, Handys...

Gezeigt und konsumiert werden vor allem

•  Gewalt und

•  Porno

Es verändert sich darunter das Empfinden für den Wert des Menschen, das Tabu z.B. auf einen am Boden Liegenden nicht einzutreten.

Und es verändert sich das Empfinden für das Verhältnis von Mann und Frau, das reduziert wird auf Sex in allen Variationen.

Wie soll ein Jugendlicher jetzt die virtuelle und seine reale Welt noch auseinander halten? Zumal er sich länger und häufiger am Tag in der virtuellen Welt aufhält als bewusst in der realen.

Das Resultat ist Gewalt

Alle 3 Faktoren erzeugen ja einen Aggressionsstau:

•  die fehlende Möglichkeit, Schockgefühle zu verarbeiten auf Grund von sofort fortgesetzter Reizflut;

•  die fehlende Grenzerfahrung und der damit empfundene Beziehungsverlust;

•  die Abhärtung und Abstumpfung gegenüber Opfern von Gewalt auf Grund von Bildern aus der virtuellen Welt und die damit erfolgende Verschiebung der inneren Werte-Koordinaten.

Die Vorgänge in Berlin-Kreuzberg (Rütli-Schule) sind ein „schlagender“ Beweis dafür, in welche Richtung das Klima an unseren Schulen dabei ist zu kippen. Bundesländer wie z.B. Baden-Württemberg haben darauf reagiert. Eine interministerielle Zusammenarbeit zwischen Innen-, Sozial- und Kultusministerium wurde vereinbart. Im Kultusministerium wurde ein „Kontaktbüro Gewaltprävention“ eingerichtet und mit zwei erfahrenen Pädagogen besetzt (beide Christen). Von dort aus geschieht Beratung, Vernetzung der 70 landesweit verteilten Präventionsberater und Auskunft bei allgemeinen Anfragen zum Thema. (www.gewaltpraevention-bw.de).

Auf kommunaler Ebene sind überall „Runde Tische“ eingerichtet worden, von wo aus Projekte gestartet werden wie z.B. die Ausbildung von Schülern aus allen Schularten zu „Konfliktlotsen“. Diese sind nicht nur „stabile“ Schüler, sondern auch Schlägertypen, die bewusst lernen wollen, wie man Konflikte anders lösen kann als durch Gewalt; gerade auch hier werden bewusst Migrantenkinder mit in den Kader aufgenommen.

Eine andere von Christen gestaltete Elterninitiative zur Vermeidung von Gewalt an der Schule heißt „Freunde üben Rücksicht e.V.“ Sie werden inzwischen bundesweit eingeladen und wurden kürzlich vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Öttinger öffentlich mit einem Preis ausgezeichnet.

Der eindeutig geistliche Ansatz ist von den Initiatoren gekonnt ins Pädagogisch-Professionelle übertragen worden, so dass Schüler durch das Spielen von Szenen von der Aggression zur Kooperation, ja zur Freundschaft geführt werden.
(E-Mail: fuer@gmx.de, Tel: 07453-91134)

Die Eltern – Erziehung heute?

Die Problematik der verunsicherten Eltern wurde schon aufgezeigt, die auf Grund ihrer „Erziehung“ selber nicht wissen, ob und woraufhin sie erziehen sollen. Sie sind oft ihren Kindern gegenüber so hilflos, dass ihre einzige Hoffnung ist, dass die Schule ihnen Anstand beibringen möge d.h. sie übertragen die elterliche Erziehungsaufgabe auf den/die Lehrer.

Sicher hat die Schule auch einen klaren Erziehungsauftrag, aber im Rahmen der Wissensvermittlung und nicht wie im Elternhaus, im Rahmen des gemeinsamen Lebens. Da aber heute in vielen Familien gemeinsames Leben kaum mehr passiert, Erziehung aber im Sinn von Charakterformung primär durch Vorbildwirkung und Nachahmung geschieht, sind daraus momentan zwei Konsequenzen zu ziehen:

•  Zum einen braucht es dringend permanent und flächendeckend gute Angebote für Eltern zu Erziehungsfragen und zwar für jede Altersstufe; fortgeführt werden müssen diese Kurse durch das Angebot von begleitenden Gesprächen („TÜV“) über einige Zeit danach. Wissen um Erziehung kann heute nicht mehr vorausgesetzt werden.

•  Zum anderen wird die Schule im Angesicht dieser pädagogischen Defizite auf Elternseite nicht darum herumkommen, mehr Zeit mit den Schülern lebensmäßig zu verbringen in Freizeit, Essen und Hausaufgabenbetreuung. Natürlich bedarf es dazu anderer Bezugspersonen, da Lehrer als Spezialkräfte eingesetzt werden müssen und sie nach dem Unterricht auch – wie jeder Arbeitende –müde sind.

Es gibt Eltern, die dieses Angebot für ihre Kinder nicht nutzen wollen. Es sollte darum unbedingt freiwillig sein. Aber für viele Kinder – Einzelkinder, Schlüsselkinder, Migrantenkinder, verwahrloste („asoziale“) Kinder etc – könnte so die Schule über die Wissensvermittlung hinaus zu einer Heimat werden, zu einem Ort, wo man dazugehört (zumal mit einem Schuldress) und einem Ort, wo man lernt, wie Leben geht und wie das Zusammenleben mit anderen gelingen kann. Dieser „Service“ sollte aber am Nachmittag nicht länger als 16.00 Uhr angeboten werden, damit noch genügend Zeit bleibt für individuelle Freizeitaktivitäten in Vereinen und bei den Kirchen, sowie für die Pflege der Verbindung zu den Eltern als Primärpersonen.

Dieses ganze Programm, das unter hohem programmatischen Druck als „Ganztagesschule oder nicht“ diskutiert wird, sollte m.E. schleunigst ideologisch entrümpelt werden und ohne Überbau bzw. Unterstellung sachbezogen bedacht werden: Was ist hier – in dieser Stadt – nötig? Und was ist im Rahmen der Finanzmittel unserer Stadt möglich?

Der Lehrer – Vater oder Verachteter?

Im Angesicht der Bildungs- und Erziehungsmisere unserer Kultur, kommt der Person des Lehrers (die 50% Lehrerinnen immer mit einbezogen) eine entscheidende Bedeutung zu. Zugleich ist das Image dieses Berufsstandes in der Gesellschaft aber so brüchig, dass ihnen „die Rettung der Nation“ nicht groß zugetraut wird.

Von PISA wird den deutschen Lehrern im internationalen Vergleich der Industriestaaten bescheinigt, sie seien im Durchschnitt zu alt, was an der Einstellungspolitik des Staates liegt, der in den 70ger Jahren zu viele Lehrkräfte angestellt hat und danach radikal drosselte. 2001 waren 45% der Grundschullehrer über 50 Jahre. Der Mittelwert der anderen OECD-Länder liegt bei ca 27%.

Festgestellt wurde auch der geringe Zufriedenheitsgrad der deutschen Lehrer, wiewohl sie zu den bestbezahlten der OECD gehören.

Damit hängt sicher zusammen, dass jeder Dritte am Burn-out-Syndrom leidet und nur 6% bis 65 im Dienst bleiben.

Angegriffen wird von den internationalen Beobachtern auch das deutsche Berufsbeamtentum, da es absichere, statt ansporne. Vorgeschlagen wird, die Leistung der Lehrer künftig regelmäßig zu kontrollieren.

Dies alles ist Wasser auf die Mühlen derer, die von den Lehrern sagen, sie seien faul (nur 29 Std. Unterricht), hätten dauernd Ferien, hätten eine Festanstellung plus Pension bis zum Lebensende etc.

So ist nicht verwunderlich, dass die Kultusminister nach PISA vor einem „weitern Ansehensverlust des Lehrerberufs“ gewarnt haben.

Und in der Tat hängt an der Würde und der Würdigung dieses Berufsstandes zu einem Gutteil die Zukunft unserer Kultur ab. Durch ihre Hände gehen die Männer und Frauen von morgen. Sind die Lehrer motiviert, können sie ihre Schüler motivieren. Sitzen sie ihre Stunden und Jahre nur ab, so werden es auch die Schüler tun. Da die anderen Länder durch PISA aufgewacht sind und nach vorne streben, wird Deutschland, wenn es sich in dem Tempo verbessert wie in den letzten 5 Jahren (auf Grund der strukturellen Bremsen), immer mehr den Anschluss verlieren.

In den nächsten 10 Jahren gehen fast 50% der Lehrer in den Ruhestand. Eine neue, eine junge Generation von Lehrern rückt nach. Werden sie Deutschland nach vorne bringen? Es hängt vom Maß ihrer Motivation ab.

Und wer motiviert Lehrer?

Wie eingangs gezeigt: vor allem die Schüler und die Eltern. Christliche Eltern sollten anfangen im ganzen Land überall jede gute Leistung eines (jungen) Lehrers oder Lehrerin zu bemerken und ihm bzw. ihr zu danken. Eltern können auch ihre Kinder ermutigen, ihrem Lehrer, wenn sie was gut fanden, dies auch zu sagen oder vor den Ferien sich zu verabschieden und – wenn ehrlich – „danke!“ zu sagen. Es ist eine neutestamentliche Ermahnung, die Lehrer in Ehren zu halten (Hebr 13,17 im Kontext von Gemeinde).

Es muss in unseren Schulen wieder eine Kultur des Lobens einkehren . Und Christen sollten als Eltern, als Lehrer und als Schüler damit anfangen.

Eine Veränderung des 3-gliedrigen Schulsystems wird so schnell in Deutschland nicht kommen. Und noch weniger wahrscheinlich ist, dass die Länder die Bildungshoheit an den Bund abgeben. Aber was sich ändern kann durch Gebet und Loben, das ist das Klima, die Atmosphäre an unseren Schulen.

Die Gemeinde – Insel der Seligen

Wenn die Gemeinde, der Gottesdienst, der Chor, die Jugendarbeit – ein geschützter Ort ist, wo man seinen Glauben unter Gleichgesinnten leben kann, also etwas ist so wie eine „Insel der Seligen“, was ist dann die Schule?

Im Bild gesprochen: das offene Meer. Dort ist der Ort der Bewährung. Richtig! Was aber zu beobachten ist, macht nachdenklich: dass nämlich Schüler, die in der Gemeinde gerne vor ihrer Jugendgruppe Jesus bezeugen, in der Schule „auf Tauchstation“ gehen. Es sind die „Schläfer“, die „U-Boot-Christen“.

Alle Gemeindeglieder zwischen 6 und 14 und noch ein Gutteil danach bis 18 gehen in eine Schule. Dort verbringen sie einen großen Teil ihres Tages – auf jeden Fall mehr als in der Gemeinde. Also geht es beim Leben im Glauben für einen jungen Christen logischerweise zuerst darum, mit Jesus im Schulalltag zu leben und Erfahrungen zu machen und dort seinen Glauben in Taten der Freundschaft, der Ehrlichkeit, des Mutes zu zeigen und sich, in Worten, in Diskussionen natürlich klug einzubringen. Allein aber ist das schwer. Wie hilft ihm und ihr da die Gemeinde?

Antwort: sie könnte helfen. Aber in den seltensten Fällen haben die Leiter der Gemeinden oder der Jugendarbeit die Schule als Aufgabenstellung für ihre Gemeinde im Blick.

Und dabei wäre alles so einfach. Die Leitung der Gemeinde und der Jugendarbeit besprechen zusammen, wen man für einen Schülergebets- und Bibelkreis an der der Schule freistellen und dorthin senden könnte.

Es gibt inzwischen genug Erfahrungen, wie man einen SBK beginnen und führen kann. Die SBKs gehörten zu den Pionieren der christlichen Kreise am Berufsort. Fängt ein solcher Kreis an, sich öffentlich zu zeigen, ist es erstaunlich, wie plötzlich aus vielen Klassen die Christen „auftauchen“. Was es braucht, sind immer nur 2-4 junge Christen, die sich trauen und die (dafür) in der Gemeinde weniger Aufgaben übernehmen.

Dasselbe gilt für die Lehrer einer Gemeinde. Auch sie könnten bewusst in den Bereich der Schule unter Gebet gesandt werden.

Und die anderen Berufe?! Bravo! Endlich merkt die Gemeinde, wie Mission heute funktioniert. Nicht zuerst in Zeltversammlungen, sondern in der geistlichen Freisetzung und Sendung der Gemeindeglieder als Boten Jesu in ihre Arbeitsorte.

Aber bleiben wir beim pädagogischen Bereich und den Chancen der Gemeinde heute.

Die Schulen sind heute offener denn je für Angebote von außen. Welche Projekte könnte eine Gemeinde der Schule für die Projekttage anbieten?

„Mütter in Kontakt e.V.“ bietet Müttern Unterstützung an, die gemeinsam für die Schule ihrer Kinder beten wollen (E-Mail: ostertag@zgs.de, Tel: 07031-8176800).

Welch große Chancen haben Mütter der Gemeinde heute, die bereit sind, zusätzlich zu ihren eigenen Kindern noch weitere Kinder aufzunehmen von berufstätigen Müttern. Welch ein Kontakt baut sich da auf zu den Müttern und zu den Kindern! Hier ist ein „Markt“ für die Zukunft, da wir demographisch in eine Zeit bis 2020 hineinlaufen, wo die Wirtschaft ohne die Arbeitskraft der Frauen gar nicht mehr auskommt. So baut der Herr Brücken fürs Evangelium von Mensch zu Mensch.

Dasselbe gilt für Kindertagesstätten in der Trägerschaft von Gemeinden – Kitas, was momentan sehr gefördert wird. Keine Gemeinde hat das Recht, über das esoterische Personal einer Schule, eines Kiga oder einer Kita zu klagen, die nicht alles unternommen hat, Christen aus ihren Reihen zu ermutigen und freizuschaufeln, um an diese Brennpunkte zu gehen.

Und noch einmal. Es ist ein gesellschaftlicher Notstand, dass Eltern die einfachsten Regeln von Erziehung nicht mehr kennen. Die Motivation zu lernen ist groß. Sogar von Christen. Warum nicht, zusammen mit der Volkshochschule, unter der Leitung eines Lehrers aus der Gemeinde und unter Mitarbeit fähiger Eltern, einen solchen Elternkurs anbieten?

Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, Salz im Streuer zu sein, sondern sich auszustreuen in die Gesellschaft einer Nachbarschaft, einer Schule, der Berufswelt und dort Menschen für Jesus zu gewinnen und die Atmosphäre am Berufsort zu verändern. Auch das Klima in einer Gemeinde wird sich spürbar verändern, wo Sendung in die Welt so verstanden und konkret praktiziert wird.

GEBET

Ziel: Wir überlassen die Schulen unseres Landes nicht dem Geist der Anarchie.

1. Schritt: Dank

•  Wir danken Gott für die seit Jahrhunderten in unserem Land etablierten Bildungsmöglichkeiten.

•  Wir danken für allen treuen Dienst, den Lehrerinnen und Lehrer jeden Tag an unseren Kindern tun.

•  Wir danken Gott für unsere Jugend, dass wir sie haben dürfen, für ihre Fähigkeiten und vielen Gaben, für alle echte Bereitschaft zu lernen.

•  Wir danken Gott für alle Bereitschaft von Eltern, hinter dem Lernen ihrer Kinder zu stehen, sich für das Wohl „ihrer“ Schule einzusetzen, für konkrete Mitarbeit in den Schulgremien bis hin zum Landeselternbeirat.

2. Schritt: Umkehr

Wie wollen wir beten für Schule und Lehrer, wenn wir dabei immer noch den Rucksack voller Vorwürfe gegen bestimmte Lehrer aus der eigenen Schulzeit mitschleppen und bei jeder passenden Gelegenheit vor anderen auch ausbreiten?

Es wäre dran, diesen Personen vor Gott zu vergeben und den Rucksack abzulegen vor dem Kreuz Jesu, des Versöhners.

3. Schritt: Bitten

•  Deutschland ist echt in Gefahr, bildungsmäßig abzurutschen im Vergleich mit anderen Industrienationen (Länderhoheit, 3-gliedriges Schulsystem, zu wenig Investitionen und das an falscher Stelle).
Wir beten um ein hohes Maß an Wachheit für alle zuständigen Politiker, auf allen Ebenen.

•  Lasst uns beten für alle verzweifelten Eltern, die nicht mehr wissen, wie sie mit ihren Kindern zurecht kommen sollen und dass sie rechtzeitig Rat suchen und bekommen an der richtigen Stelle.
Lasst uns beten für eine gegenseitige Hilfestellung von Eltern und Lehrern in der Erziehung und gegen ein unfruchtbares Gegeneinander.

•  Lasst uns beten für alle entmutigten Schüler, dass sie doch wieder jemand ermutigt zum Leben und dass sei sich nicht selber aufgeben.

•  Lasst uns beten für die frustrierten Schüler mit hoher Aggressionsbereitschaft, dass ihnen Menschen mit Liebe begegnen, die aber gleichzeitig die Kraft zum „Stopp!“ haben. Lasst uns beten für die Hauptschüler und besonders für die Migrantensöhne, die keine Lebensperspektive haben in unserer Gesellschaft (wie in Kreuzberg).

•  Lasst uns beten für die Lehrerinnen und Lehrer für tägliche Motivation, mit jungen Menschen arbeiten zu dürfen; für Durchsetzungskraft und Autorität; für den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht.

•  Lasst uns beten für einen neuen Geist der Ermutigung und des Lobens an unseren Schulen – was uns Deutschen überhaupt nicht liegt – und was doch die Voraussetzung ist für alles Lernen.

•  Lasst uns beten
für die Schülerbibelkreise,
für die Gruppen von „Mütter in Kontakt“,
für die Gewaltprävention von staatlicher und privater Seite.

•  Lasst uns dringlich beten um das Wach-Werden der Gemeinden für ihre Chancen und ihre Verantwortung für die Schulen an ihrem Ort.

4. Schritt: Segnen

Wir rufen den Namen Jesus aus über der ganzen Schulsituation in Deutschland.

Wir segnen die Bundes- und Landespolitiker, die Lehrer, die Schüler an jedem Morgen neu.

Wir segnen die Eltern, dass sie in Weisheit und Liebe erziehen.

Wir segnen das ganze Land mit dem Heilgen Geist, der der große himmlische Pädagoge ist, denn er heißt „Tröster und Helfer“ und er ist es, der uns „alles lehren und in alle Wahrheit leiten wird“. Ja, komm heiliger Geist!

Ortwin Schweitzer

- Oberstudienrat i.R. -

Quellen: OECD, PISA und IGLU-Studie; Statistisches Taschenbuch des Statistisches Landesamtes BW; Berliner Zeitung 16.5.06; Tagesspiegel 16.5.06; Rheinischer Merkur Nr. 19 vom 11.5.06; Willownetz Nr. 02.06.

Zur Mitte und am Ende des Jahres erlaube ich mir die Bitte an meine Leser um eine Spende für meine geistlich-politische Arbeit.

Dank allen, die schon gespendet haben und jetzt schon Dank allen, die bereit sind, ein Gleiches zu tun.

Meine Kontonummer ist:

Kontoinhaber: Adoramus e.V., Kontonummer: 280 098 006

Volksbank Rems, BLZ: 602 901 10

Stichwort: „Politische Seite“

Aus Gründen des Urlaubs könnte es sein, dass im August keine „Politische Seite“ erscheint. Ich bitte ggf. um Verständnis.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine erholsame und gesegnete Ferienzeit.