DIE POLITISCHE SEITE

Januar 2006

Die neue Bundesregierung (2. Teil)

War in der Dezemberausgabe der „Politischen Seite“ von den Personen der neuen Regierung die Rede, so soll in dieser Nummer von den Inhalten gesprochen werden: von dem Koalitionsvertrag mit einzelnen Schwerpunkten; ebenso sollen die Adressen der Ministerien, sowie die Namen der Ressortminister genannt werden – zur Fürbitte und gegebenenfalls zur Kontaktaufnahme.

Vertrauen

Von Gott gesetzt

Im Dezember habe ich versucht, die Augen dafür zu öffnen, wie offensichtlich Gott, der Herr der Geschichte, diese Regierung platziert hat bis hin zur Entfernung bzw. Einfügung einzelner Personen ins Kabinett. Dies zu beobachten und zu erkennen, vermag in uns etwas zu wecken, was für uns Deutsche immer schwierig war und ist: VERTRAUEN.

Wenn wir anerkennen, was in Rm 13,1 steht: „Es ist keine Obrigkeit außer von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet...“, wenn wir das als Christen allgemein anerkennen, so erkennen wir dies an der neuen Regierung und der Art wie sie zusammen gestellt wurde im Detail. Gott ließ uns ein wenig in seine Werkstatt schauen, wo er mit der Messlatte der Demut eine Regierung für Deutschland fertigte. Dies, meine ich, berechtigt uns über die allgemeine Lehre von Rm 13 hinaus zu einem konstruktiven Vertrauen der neuen Regierung gegenüber und zum wachen Gebet.

Das wache Gebet

Das wache Gebet ist unbedingt nötig, da von den Ministern wie von der Kanzlerin ununterbrochen Entscheidungen gefordert werden,

•  die weit über den Tag hinaus Weichen stellen (Abschalten der Atomkraftwerke oder nicht),

•  die Fallen enthalten können (verdeckte Vorteilsnahme, Vetternwirtschaft o.ä.),

•  die ethisch anfechtbar sind (Verhöre von Gefangenen in Guantanamo durch deutsche Beamte),

•  dazu kommt die ununterbrochene Gefahr des Macht-Missbrauchs und die Gefahr der Selbstüberhebung gerade bei Erfolgen (Schröder: „Dieser Aufschwung ist mein Aufschwung“). Gott dreht sehr schnell den Hahn wieder zu, wenn Politiker den Pfad der Demut verlassen.

•  Außerdem wird durch das Übermaß an Arbeit der Kontakt zur Familie schwächer, was oft Kompensationen durch Essen oder Seitensprünge zur Folge hat, was das Verhältnis zur Familie vollends zerstört.

Summa: Eine „von Gott gesetzte“ Regierung braucht ununterbrochen das Gebet der Gemeinde, damit sie auf dem Weg Gottes bleiben kann.

Die Sünden der Regierung

Hierbei ist mir bewusst, dass auch diese Regierung – wie die vorhergehenden – Gesetze laufen lassen, die sie übernommen haben und die eindeutig nicht dem Willen Gottes oder nur zum Teil diesem entsprechen. Dazu gehört

•  die Regelung des §218 zur Abtreibung

•  das Lebenspartnerschaftsgesetz

•  die Herstellung und der Verkauf von Waffen, die um die Ecke natürlich auch in die Krisengebiete gehen

•  die hohen Schutzzölle gegen Güter aus den armen Ländern (gemeinsam mit der EU und den USA)

•  die Zahlung nur der Hälfte der versprochenen 0,75% Entwicklungshilfe seit Jahren

•  der Kompromiss bei der Stammzellenforschung

•  die Weichenstellungen in der Familienpolitik.

Dies alles ist mir bewusst – und es treibt mich als Beter in die Buße und in die Klage über den Zustand, der Schuld ist und der sich doch scheinbar nicht ändern lässt. Ich sehe das Dilemma der Regierung, wo sicher viele es gerne anders hätten, aber politisch – mit schlechtem Gewissen – bei Kompromissen verharren müssen, die mühsam erreicht wurden. Es ist so leicht, als Nichtbeteiligter moralisch den Stab zu brechen und zu verurteilen, aber Jesus schaffte die Sünde nicht ab, sondern trug sie im Leiden vor Gott – und versöhnte so „die Welt“.

Dennoch und gleichzeitig darf unser Gebet natürlich auch die flehentliche Bitte enthalten, dass sich die Zustände ändern mögen.

Die Jahreslosung

Die Jahreslosung ermutigt uns zum Vertrauen: „Ich will dich nicht verlassen, noch von dir weichen“ (Jos 1,5 nach Luther). Dieses Wort wird gewöhnlich seelsorgerlich-tröstend gehört und ausgelegt: es schafft Vertrauen zu dem Gott, der mir „ewig treu ist.“

Vom Zusammenhang her hat dieses Wort aber einen ganz anderen, viel weiteren Horizont. Es geht bei Josua nicht um die persönliche Tröstung eines ängstlichen Herzens, sondern es geht um die Hineinführung des Volkes Gottes in die entscheidenste Phase seiner Geschichte: nämlich das Land jetzt einzunehmen, das ihnen so lange seit Jahrhunderten versprochen war. Und hier steht Josua und soll Gottes Werkzeug dazu sein. In diese Situation hinein spricht Gott dem bangenden Leiter zu: „Ich will dich nicht verlassen, noch von dir weichen.“

Ich erinnere mich an das Interview, das Angela Merkel dem SPIEGEL gab und wo sie auf die Frage, wie sie sich fühle, sagte: „Mein beherrschendes Gefühl ist ... Demut. Die Erwartungen im Ausland und die Hoffnungen im Inland sind groß“. Ich denke, dass Angela Merkel, die in derselben Situation wie Josua ist, diese Jahreslosung sicher sehr bewusst gehört und auch aufgenommen hat.

Vielleicht hat sie auch den Kontext gelesen: „... denn du sollst diesem Volk das Land austeilen“ d.h. es in sein Erbe führen. Und sie selber hat dieses Erbe Deutschlands formuliert, dass wir bis in 10 Jahren an die Spitze Europas zurück kehren sollen. Verbunden mit Demut – ein gutes Ziel. Ein wenig von dieser besonderen Stellung Deutschlands in Europa hat sie, bei ihrer gelungen Vermittlung zwischen Frankreich und England beim letzten Brüsseler Gipfel im Dezember 2005 selber gezeigt.

Und auch das steht im Kontext , dass Josua das Gesetz Gottes beachten soll, in damaligen Worten ausgedrückt, was wir heute „bewusstes Christsein“ nennen. „Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten“. So wie wir Frau Merkel verstanden haben, möchte sie ihre Arbeit an Gott und an der Bibel ausrichten – auch wenn sie als Politikerin in Deutschland sehr vorsichtig damit umgehen muss, wann und wo sie „Gott“ erwähnt (was ihr von manchen Christen angekreidet und darum ihre Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen wird).

Herr, wir bitten dich für unsere Bundeskanzlerin in dieser Josua-Situation, dass du ihr die Jahreslosung zu einer täglichen Erfahrung machst. Gib ihr die Gnade im Trubel ihrer Termine auf dich zu hören. Lass uns sehen, wie du ihr Gunst und Gelingen gibst. Bewahre sie allezeit vor Gott und Menschen in einer dankenden Demut. Herr, stärke ihr VERTRAUEN auf Dich und schenke ihr das Vertrauen der Menschen in Deutschland.

Vertrauen als Faktor

Vertrauen ist ein schönes Geschenk. Von diesem Gefühl lebt die Liebe, aber auch eine funktionierende Gesellschaft und eine blühende Wirtschaft.

Und Gott scheint dieser Frau, die zuvor jeder für kalt, unfähig und machthungrig hielt, seitdem sie Kanzlerin ist, Gunst im ganzen Volk, sogar bei ihren Gegnern zu geben. Sie besetzt eindeutig die Spitzenposition bei allen Umfragen (67% bei der 1. Umfrage im Neuen Jahr). Das Volk scheint ihrer Führung zu vertrauen, auch die Wirtschaft. Ludwig Erhard sagte, dass die Hälfte des Erfolgs einer Wirtschaft Psychologie ist, sprich Vertrauen.

Angela Merkel mit ihrem nüchternen, sachlichen Stil, der mit dem Verzicht bei sich und den Ministern anfängt, erwirbt sich Respekt und Vertrauen. Nichts ist momentan nötiger als die Rückgewinnung des Vertrauens der Bürger in die Politiker-Klasse. Und das gelingt in dem Maß, wie die Menschen sehen, dass sich die Politiker auch selber an ihre eigenen Regeln und Appelle halten. Und es wächst Vertrauen, wenn die Menschen sehen und spüren, dass „die da oben“ einen anerkennen und Ihm Rechenschaft geben, der über ihnen ist. Das besagt doch dieses „So wahr mir Gott helfe!“

Deshalb sollten Christen darum beten und darin vorangehen, der neuen Regierung Kredit, Respekt und Vertrauen entgegenzubringen. Auch wenn Dinge entschlossen werden, die man für falsch hält – man kann sich ja äußern. Aber Vertrauen ist jetzt nötig und Vertrauen ist erlaubt, weil Gott ganz offensichtlich mit dieser Regierung unterwegs ist.

Es ist heller geworden in Deutschland seit dem Regierungswechsel. Jahrelange Gebete haben hierbei bestimmt eine Rolle gespielt; und umgekehrt öffnet eine gottesfürchtige Regierung Ströme des Segens über einem Land. So gehören Gebet und Politik zusammen und bringen sich gegenseitig in Schwung.

Der Koalitionsvertrag

„Mit Mut und Menschlichkeit für Deutschland“

Wir haben eine Große Koalition mit all ihren Vorteilen und Nachteilen. Der Vorteil ist, dass für eine Weile die unfruchtbare Schlechtmache von allem und jedem, was „die anderen“ machen, aufhört und das Gemeinsame gesucht wird. Die besten Köpfe beider Volksparteien arbeiten zusammen, ziehen an demselben Strick. Und – wahrhaftig! – das Land hat es nötig.

Der Nachteil liegt auf der Hand. Das Programm einer Großen Koalition ist und kann nicht der „große Wurf“ sein, der ein übergeordnetes Konzept sauber und konsequent umsetzt. Das Programm einer Großen Koalition ist auf allen Ebenen ein mühsam austariertes Konsenspapier. Dass selbst hohe Politiker (Horst Köhler im Stern-Interview, Friedrich Merz im Interview mit der F.A.S.) dies kritisieren, ist unverständlich. Ist nicht der Konsens an sich schon das Erstaunliche?

Als Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung bemerkte, dass es doch eine Überraschung gewesen sei, wie viel Gemeinsames SPD und CDU erkannt hätten, entstand ein Lachen im Saal – in der Tat: eine echte Überraschung.

Der andere Nachteil einer Großen Koalition ist die Unterlegenheit der Opposition. 1966-69 war das nur die kleine FDP; daher bildete sich damals die sogenannte APO, die Außerparlamentarische Opposition. Da hat es die Opposition heute mit 3 Parteien leichter (FDP, Grüne, LinkePDS). Eine Große Koalition, die zu lange dauern würde, würde das demokratische Wechselspiel erlahmen lassen und auf die Dauer „Filz“ und Machtmissbrauch begünstigen. Aber im Moment ist sie hoch willkommen.

Es geht also beim Koalitionsvertrag um ein Kompromisspapier von 166 Seiten. Der Titel zeigt dies schon: „Mut“ zu Reformen – das war das Wahlprogramm der CDU; „Menschlichkeit“ im Sinn von Erhalt sozialer Verträglichkeit – das war das Kontrast-Programm der SPD. Nun haben sie einen Vertrag fabriziert, der Reformen, aber im Rahmen sozialer Verträglichkeit angehen soll. Merkel: „Das habe ich vor Beginn der Koalitionsgespräche so noch nicht für möglich gehalten“.

Einzelne Schwerpunkte

1. Die Hauptaufgabe der Koalition ist die Konsolidierung des Haushalts . Dazu will die Regierung eine Rekordsumme von 41 Mrd. Neuverschuldung aufnehmen und wird damit einen verfassungswidrigen Haushalt vorlegen (41 Mrd. Schulden: 23 Mrd. Investitionen). Ebenso werden seit 2002 zum wiederholten Mal die europäischen Haushaltsregeln des Maastrichter Vertrags gebrochen – zum letzen Mal, wie man versichert.

Um die Löcher im Haushalt zu stopfen, wird ab 1. Januar 2007 die Mehrwertsteuer von 16% auf 19% erhöht, wobei 1% für die Senkung der Arbeitslosenversicherung von 6,5% auf 4,5% also für die Entlastung der Lohnnebenkosten, die beiden anderen Prozente für die Sanierung der Haushalte von Bund und Ländern verwendet werden sollen.

Außerdem sollen hohe Einkommen über 250 000,-(Ledige) bzw. 500 000,-(Verheiratete) statt mit 42% nun mit 45% Steuer belastet werden („Reichensteuer“). Das Steuerrecht soll ab 1. Januar 2008 neu geregelt und fundamental vereinfacht werden. Dem Mittelstand sollen bessere Abschreibungen ermöglicht werden.

Daneben soll rigide gespart werden. In der Verwaltung jährlich 1 Mrd. Daneben werden jede Menge Subventionen und Steuervorteile gestrichen. Am bekanntesten davon: die Pendlerpauschale gilt steuerlich erst ab 20 km Fahrt zum Arbeitsplatz. Die Eigenheimzulage wird abgeschafft (bei 2 Kindern jährlich 2850 EUR); Kindergeld nur noch für die bis 25jährigen Kinder; Steuerberaterkosten sind nicht mehr absetztbar, ebenso wenig das häusliche Arbeitszimmer, wenn es nicht den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt.

Für den Bereich der Finanzen ist zuständig Minister Peer Steinbrück , für die Wirtschaft Minister Michael Glos (Adressen siehe Extrablatt).

2. Neben der Konsolidierung des Haushalts steht als Riesenaufgabe die Veränderung des Arbeitsmarktes und die Senkung der Arbeitslosenzahl. Der Kündigungsschutz wird gelockert durch die Möglichkeit, die Probezeit auf 24 Monate zu verlängern. 29% der Arbeitslosen haben keinen Berufsabschluss. Dass sie dennoch aus dem Nur-Empfangen heraus kommen, sollen durch staatliche Zuschüsse geringe Lohn- und Sozialleistungen vom Staat bezuschusst und so attraktiv gemacht werden. Das Rentenalter soll ab 2012-35 jährlich um einen weiteren Monat von 65 auf 67 Jahre erhöht werden.

Für das Arbeitsministerium steht Franz Müntefering.

3. Ministerin Ulla Schmidt steht für das Gesundheitsministerium. In Bezug auf die Sanierung des Gesundheitssystems konnten sich die Koalitionäre noch nicht einigen. Dies soll 2006 versucht werden. Auf jeden Fall geht es im Angesicht der explodierenden Kosten auf dem Gesundheitssektor zum einen um die Eindämmung der Kosten gegenüber der Lobby der Pharmaindustrie, der Versicherungen, der Ärzte und der Apotheker und andererseits geht es um die Bezahlbarkeit der Kosten für den Bürger.

Hier ist viel Gebet wichtig!

4. Familienfreundliche Gesellschaft

„Unser Ziel ist eine ganzheitliche Politik für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, die den Zusammenhang der Generationen und damit der gesamten Gesellschaft fördert und stärkt. Wir wollen mehr Kinder in den Familien und mehr Familien in der Gesellschaft. Wir wollen deutlich machen: ohne Kinder hat Deutschland keine Zukunft. Familien sind Leistungsträger dieser Gesellschaft. Wir wollen ihre Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung stärken, angefangen von traditionellen Familien bis hin zu Patchwork-, Stief- und Einelternfamilien“. (Vertrag S. 111f).

Der 1. Satz von der „ganzheitlichen Politik“ enthält ein Grundanliegen der Ministerin Ursula von der Leyen , nämlich das Modell der „Mehrgenerationenhäuser“ (MGH), wo 3 Generationen wieder beisammen wohnen und sich gegenseitig unterstützen. (Nicht nur Verwandte).

Ein eigener Abschnitt ist auch der „Frühen Förderung gefährdeter Kinder“ gewidmet (S. 114ff).

Natürlich werden auch „Familienfreundliche Arbeitsbedingungen“ (S. 116) und die „Finanzielle Förderung“ behandelt. Statt dem Erziehungsgeld (6 Monate) soll in Zukunft ein Elterngeld für 12 Monate bezahlt werden, das 67% des Nettogehalts des Elternteils betragen soll, der die Betreuung übernimmt. Allerdings muss 2 Monate der andere Partner auch die Betreuung übernehmen, sonst werden nur 10 Monate erstattet.

Zum Schluss (S. 119ff) wird noch über die „Gleichstellungs- und Frauenpolitik“ nachgedacht von den „Gleichen Chancen am Arbeitsmarkt“ und über die „Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“ bis hin zur Frage der „Spätabtreibungen“. Dort heißt es: „Das Bundesverfassungsgericht hat dem Gesetzgeber im Jahr 1992 in seinem Urteil bezüglich der Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch eine Beobachtungs- und eventuelle Nachbesserungspflicht auferlegt. Wir werden dieser Verpflichtung auch in der 16. Legislaturperiode nachkommen und wollen prüfen, ob und gegebenenfalls wie die Situation der Spätabtreibungen verbessert werden kann.“ Auf Satz 1 und 2a könnten wir uns, denen die Schwangerschaftsabbrüche ein Gräuel sind, berufen.

5. Bei der Inneren Sicherheit , für die Wolfgang Schäuble zuständig ist geht es in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium von Ministerin Brigitte Zypries um verschiedene Möglichkeiten der Terrorismusbekämpfung. Dabei ist aber völlig klar, dass niemals alle möglichen Angriffsziele geschützt werden können, wie sich in Madrid und London gezeigt hat. Ununterbrochenes Gebet um Schutz ist dazu nötig.

6. In der Umweltpolitik , die Sigmar Gabriel zu verantworten hat, setzte sich die SPD durch, indem eine Verlängerung der Laufzeit der AKWs (Atomkraftwerke) abgelehnt wurde. Dies ist trotz der Anfrage der CSU auf dem Hintergrund des Streits zwischen der Ukraine und Russland um das russische Gas erneut von SPD und CDU, bestätigt worden. Die Reise muss aber eindeutig weltweit und langfristig in Richtung der „erneuerbaren Energien“ gehen. Und darin hat Deutschland seit Jahren eine Führungsposition dank der politischen Akzente der Grünen.

7. In der Außenpolitik verfolgt die neue Bundesregierung unter Minister Frank-Walter Steinmeier in vielem natürlich dieselben Grundlinien wie die vorige. Einzelne wichtige Unterschiede werden von Angela Merkel und ihrem Außenminister gemacht.

So will Angela Merkel das Verhältnis zu den USA auf jeden Fall neu beleben. Aber just, als Außenministerin Rice Berlin besuchte, wurde der Fall der Entführung des deutsch-libanesischen el-Masri durch den US-amerikanischen Geheimdienst CIA in einer großen Presse-Konferenz in den USA bekannt gegeben – eine harte Nuss, an der man immer noch kaut. Dennoch soll der Kurs Kanzler Schröders gegenüber Amerika deutlich geändert werden.

Dasselbe gilt in der Europapolitik, wo sich Angela Merkel bei ihrem 1. Gipfel in Brüssel vom 15.-17. Dezember 2005 deshalb so erfolgreich als Retterin der EU aus deren bisher schwersten Krise zeigen konnte, weil sie frei war von der engen Freundschaft, die Schröder mit Chirac pflegte und der daher von vornherein auf der Seite Frankreichs stand. „Das Beste an Angela Merkel ist, dass sie nicht Gerhard Schröder ist“, sagte ein britischer Diplomat. Sie wurde akzeptiert von Blair wie von Chirac als ehrliche Maklerin. Und Gott gab ihr Gelingen – was sie in Bescheidenheit, „einen Beitrag leisten“ nannte.

Auch Russland gegenüber wird sie wieder einen eigenständigeren Kurs fahren können. Man darf gespannt sein, wie sie die Staatsmänner dieser Welt auf Menschenrechtsverletzungen ansprechen wird – darunter Putin – wie sie es versprochen hat.

In der Türkeifrage spiegelt sich der Kompromisscharakter des Koalitionsvertrags besonders deutlich wieder. Einerseits wird gesagt, dass das Ziel der Verhandlungen der Beitritt der Türkei sei (SPD-Standpunkt). Andererseits wird die lange Verhandlungsdauer hervorgehoben. Für den Fall, dass sich die EU dann nicht als aufnahmefähig oder die Türkei nicht als beitrittsfähig zeige, wolle man auf ein „privilegiertes Verhältnis“ hinarbeiten (CDU-Standpunkt).

Die Ratifizierung des Europäischen Verfassungsvertrages soll fortgesetzt werden. Neue Impulse für die EU werden in Aussicht gestellt für das 1. Halbjahr 2007, wo die Ratspräsidentschaft an Deutschland übergehen wird.

8. Bei der Verteidigungspolitik bleibt es bei der allgemeinen Wehrpflicht. Das Verteidigungsministerium untersteht Franz Josef Jung .

9. In der Föderalismusreform ist man sich schon fast einig. Es geht um die Abgrenzung der Kompetenz von Bund und Ländern. Bisher mussten 65% der Gesetze der Bundesregierung vom Bundesrat, dem Gremium der Länder genehmigt werden. Dies ermöglichte immer wieder die unerträgliche Blockadepolitik der vergangenen Jahrzehnte. Die Zahl der zustimmungspflichtigen Gesetze wird auf künftig 30% herab gesetzt.

In der Bildungspolitik überlässt der Bund die Kompetenz weitgehend den Ländern. Nur die außerschulische berufliche Bildung und die Zulassung bzw. die Abschlüsse an den Hochschulen bleibt Bundessache.

Nicht alle Ressorts haben hier jetzt Erwähnung gefunden. Sie werden aber in der Adressenliste der Ministerien selbstverständlich erscheinen.


Die Minister und ihre Dienststellen in der 16. Legislaturperiode
des Deutschen Bundestages:

Bundeskanzlerin

Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Telefon (IVBB): +49 1888 400-0

Fax (IVBB): +49 1888 4002357
E-Mail: poststelle@bk.bund.de

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Franz Müntefering

Mohrenstraße 62
10117 Berlin
Telefon: 01888 527-0
Telefax: 01888 527-4900
eMail: poststelle@bmas.bund.de

Auswärtiges Amt

Frank-Walter Steinmeier

Werderscher Markt 1
10117 Berlin
Telefon: 030 5000-0
Telefax: 030 5000-3402
eMail: poststelle@auswaertiges-amt.de

Bundesministerium des Innern

Wolfgang Schäuble

Alt Moabit 101 D
10559 Berlin
Telefon: 01888 681-0
Telefax: 01888 681-2926
eMail: poststelle@bmi.bund.de

Bundesministerium der Justiz

Brigitte Zypries

Mohrenstraße 37
10117 Berlin
Telefon: 01888 580-0
Telefax: 01888 580-9525
eMail: poststelle@bmj.bund.de

Bundesministerium der Finanzen

Peer Steinbrück

Wilhelmstraße 97
10117 Berlin
Telefon: 01888 682-0
Telefax: 01888 682-3260
eMail: poststelle@bmf.bund.de

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Michael Glos

Scharnhorststr. 34-37
10115 Berlin
Telefon: 030 2014-0
Telefax: 030 2014-7010
eMail: info@bmwi.bund.de

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Horst Seehofer
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin
Telefon: 030 2006-0
Telefax: 030 2006-4262
eMail: internet@bmvel.bund.de

Bundesministerium der Verteidigung

Franz Josef Jung
Stauffenbergstraße 18
10785 Berlin
Telefon: 030 2004-0
Telefax: 030 2004-8333
eMail: Poststelle@bmvg.bund400.de

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ursula von der Leyen

Alexanderplatz 6
10178 Berlin
Telefon: 01888 555-0
Telefax: 01888 555-0
eMail: poststelle@bmfsfj.bund.de

Bundesministerium für Gesundheit

Ulla Schmidt
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin
Telefon: 01888 441-0
Telefax: 01888 441-4900
eMail: poststelle@bmgs.bund.de
eMail für die Bestellung von Publikationen und Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern: info@bmgs.bund.de

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Wolfgang Tiefensee

Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Telefon: 030 2008-0
Telefax: 030 2008-1920
eMail: buergerinfo@bmvbw.bund.de

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Sigmar Gabriel

Alexanderplatz 6
10178 Berlin
Telefon: 01888 305-0
Telefax: 01888 305-4375
eMail: service@bmu.bund.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Annette Schavan

Hannoversche Straße 28-30
10115 Berlin
Telefon: 01888 57-0
Telefax: 01888 57-83601
eMail: bmbf@bmbf.bund.de

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Heidemarie Wieczorek-Zeul

Stresemannstraße 94
10963 Berlin
Telefon: 01888 535-0
Telefax: 01888 535-3500
eMail: poststelle@bmz.bund.de

Bundespräsident

Horst Köhler

Spreeweg 1

10557 Berlin

Telefon: (030) 20 00-0
Fax: (030) 20 00-19 99
E-Mail: poststelle@bpra.bund.de


Aufruf zum Gebet

Gott hat unsere vielen Gebete für die Regierung gehört. Er hat uns viele gottesfürchtige Männer und Frauen in Spitzenpositionen geschenkt. Gott verdient unseren Dank. Und unser Vertrauen. Und Vertrauen darum auch für die, die Er an die Spitze unseres Volkes gestellt hat.

VERTRAUEN, neues Vertrauen ist das Thema unserer Republik:

•  Vertrauen der Koalitionspartner zueinander; nur so entsteht eine gute Regierungspolitik;

•  Vertrauen der Minister zu Angela Merkel und umgekehrt;

•  Vertrauen des Volkes zur neuen Regierung, auch wenn schmerzhafte Einschnitte erforderlich sind.

•  Vertrauen der Wirtschaft d.h. der Industrie und des Mittelstandes in die Verlässlichkeit der Regierung;

•  Vertrauen der Bevölkerung für die Zukunft unseres Landes in jeglicher Hinsicht;

•  Vertrauen von Paaren, zu heiraten;

•  Vertrauen von Paaren, wieder Kinder zu haben und zu erziehen.

•  Vertrauen der Menschen, dass sie in diesem Jahr „eine Chance haben“, dass Erwartung wächst und dadurch Kreativität und Verantwortung, die eigene Situation zu verbessern und damit die des ganzen Landes, jeder an seinem Platz. („Du bist Deutschland!“);

•  Vertrauen, dass die Fußball-Weltmeisterschaft unserem Land hilft auf allerlei Weise: zu geben und zu empfangen, fröhlich zu sein und wachsam zu sein, zu gewinnen und zu verlieren und vieles mehr;

•  Vor allem aber lasst uns beten, dass die Deutschen Vertrauen lernen auf den lebendigen Gott. Wir brauchen nicht eine rosarote Vertrauensseligkeit, die Gefahren einfach übersieht, sondern wir brauchen ein „Klima des Vertrauens“, was Gott durch seinen Geist im Land schaffen kann, übernatürlich, auch in ganz säkularen Vorgängen in Politik und Wirtschaft, in den Schulen und in den Familien. Darum lasst uns beten. Dieses „Klima Gottes“ heißt Shalom, Frieden.

Lasst uns im Detail beten:

•  Um die Konsolidierung des Haushalts;

•  Um ein Anspringen der Binnenwirtschaft durch mehr Vertrauen der Bürger;

•  Um eine Revolution des sozialen Gewissens unter den Managern, der Firmen, die Aktien an der Börse gezeichnet haben, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht zu vernichten;

•  Um gute Lösungen und Kompromisse in der Gesundheitspolitik, die auf Dauer halten und der alternden Gesellschaft gerecht werden.

Lasst uns beten um Bewahrung

•  unseres Landes vor terroristischen Anschlägen,

•  der politischen Leiter vor Krankheiten, Unwahrhaftigkeiten, Stolz und Untreue, Burnout, falschen Entscheidungen und gefährlichen Freunden,

•  unseres Volkes vor dem Geist des Jammerns, des Schlechtredens und der bürgerlichen Sattheit,

Lasst uns Gott preisen,

•  der unser Volk liebt,

•  der Geduld mit uns hatte und hat,

•  der uns unsere große Schuld vergeben und unsere Füße auf festen Grund gestellt hat,

•  der seinen Geist mehr und mehr ausgegossen hat über unserem Volk und Gebet und Anbetung gewachsen sind,

•  der ein Suchen und Sehnen nach Sinn und Werten neu in unserem Volk erweckt hat und dies immer stärker wird,

•  der sein Volk immer mehr zusammenführt durch den Geist Jesu: Väter und Söhne, Männer und Frauen, Kirchen und Konfessionen, Nationalitäten und Einheimische.

Gepriesen sei Gott, der es hat heller werden lassen in unserem Land. Ihm gebührt unser Vertrauen.

Ortwin Schweitzer

Quellen:

Fischers Weltalmanach 2006. Zahlen-Daten-Fakten.//Gemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit. Koalitionsvertrag. Die ZEIT: Nr. 48(24.11.05), Nr. 47(17.11.05). Rhein. Merkur: Nr. 46(17.11.05), Nr. 49(8.12.05) Stgt Zeitung vom 24.12.05. ideaSpektrum: Nr. 49(7.12.05).

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Wir wünschen all unseren Lesern ein Herz voller Gottvertrauen für die private Situation und die unseres Landes im Neuen Jahr 2006

Die „Politische Seite“ ist ein selbständiger Teil des Gebetsbriefes „Wächterruf“ und muss daher extra bestellt werden bei Dorothea Best, Wielandstr. 16, 74348 Lauffen; dhbest@web.de.
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