DIE POLITISCHE SEITE

Oktober 2004

 

Hilfe – wir sterben aus!

 

Information

 

1. Statistisches:

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) sprach am 13. November 2003 vor der Presse zur demographischen Studie von Prof. Bert Rürup. Sie sagte: „Der Charme der Familie für jeden einzelnen von uns bedarf keiner Begründung“. „Junge Menschen beiderlei Geschlechts wollen Kinder“. „Frauen und Männer in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren wünschen sich im Durchschnitt 2,4 Kinder“, d.h.2-3 Kinder.

So ist es. Was aber ist die Wirklichkeit?

 

Deutschland ist ein Kinder entwöhntes Land. Mit 1,4 Kindern sind wir europa- und weltweit eines der Länder mit den niedrigsten Geburtenraten. Etwa 730 000 Kinder jährlich werden z.Zt. geboren. Jährliche Abnahme bisher 15 000. In 2004 voraussichtlich neuer und erschreckender Rekord: 70 000 weniger. 2001 gab es in der BRD ein „Geburtendefizit“ von 94 000. Bleibt die Zahl 1,4 Kind pro Frau konstant und die Lebenserwartung für Frauen bei 86,6 und bei Männern bei 81,1 Jahren, so ist für das Jahr 2050 ein Rückgang der Geburten von 730 000 auf 560 000 jährlich zu erwarten. Gleichzeitig stiege der Überhang an Sterbefällen von 94 000 (2001) auf 580 000 d.h. es sterben etwa doppelt so viele Menschen in Deutschland wie geboren werden. Dies bedeutet bis 2050 eine voraussichtliche Schrumpfung der Bevölkerung um etwa 25%. Eingerechnet ist dabei schon eine jährliche Zuwanderung von ca. 200 000 Menschen.

Der eigentliche Sprung in der Alterung der Gesellschaft erfolgt in den Jahren 2010-2030. Bei einem Renteneintrittsalter von 60 kommen 2010 auf 100 Erwerbstätige 46 Rentner, 2020 sind es schon 55 und 2030 voraussichtlich 71. Die Kurve flacht dann bis 2050 auf 78 ab. Dies im Blick gewinnt die Frage des Renteneintrittsalters hohe Bedeutung. Wäre das Eintrittsalter nämlich 65, würde sich der Altersquotient 2020 von 36 auf nur 47 in 2030 erhöhen – hoch genug!

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 6. Juni 2003. Es wird dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Bestimmungsgrößen mit zunehmendem Abstand vom Basiszeitpunkt 2001 unsicherer werden. Insofern seien diese Zahlen Modelle und nicht sichere Prognosen.
Es könnten ja unbekannte Faktoren und Trends eintreten, von denen man bisher noch nichts weiß.

 

Die Entwicklung der Geburten, aber auch der Eheschließungen und Ehescheidungen spiegelt die Einstellung der Gesellschaft zur Familie und zu Kindern wieder. Niedrige Geburtenzahlen und abnehmende Heiratsbereitschaft haben auch Einfluss auf die Haushaltsgröße, die in der BRD tendenziell seit Jahren abnimmt. Haushalte mit mehr als 5 Personen sind nur noch äußerst selten vorzufinden, während die Zahl der Ein-Personen-Haushalte ständig wächst, besonders in den Großstädten.

Deutschland braucht Kinder! Ganz nüchtern und rein wirtschaftlich betrachtet bedeuten weniger Kinder: weniger Verbraucher und damit weniger Wirtschaftswachstum und Wohlstand; bedeuten weniger Innovationsfähigkeit und bedeuten weniger Erwerbstätige und damit weniger soziale Sicherheit. Auf ganz Europa gesehen bedeutet der Bevölkerungsrückgang eine Abnahme der jährlichen Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts von heute 2,3% auf 0,5 in den Jahren 2025 ff.


2. Erkennbare Ursachen

Der Abwärtstrend in der Kinderzahl ist in allen Industriestaaten zu beobachten. In den Agrarstaaten ohne Versicherungssysteme bedeuten viele Kinder Reichtum und Altersabsicherung (vgl. das 4. Gebot, das gesprochen ist an die erwachsenen Kinder; wobei „ehren“ heißt: Vater und Mutter trotz ihrer Schwachheit tragen). Auch in den Industriestaaten wie z.B. dem unseren, bedeuten Kinder Altersvorsorge, wie wir spätestens seit der Rentendiskussion wissen („Generationenvertrag“).

(1)   Vordergründig aber und zunächst werden Kinder in allen höher zivilisierten Staaten als Kostenfaktor erlebt. Es sind weit mehr Ausgaben für ein Kind nötig als das Kindergeld abdeckt.

(2)   Dazu kommt immer stärker die Anforderung – auch an Handwerker und Arbeiter – sich so hoch wie möglich zu qualifizieren, was finanzielle Belastung der Eltern im Fall eines Studiums z.B. bis weit in die 20ger Jahre des Kindes bedeutet.

(3)   In unserer Kultur gilt außerdem heute durchgängig, dass Mädchen eine ordentliche bis hoch qualifizierte Berufsausbildung erhalten. Dass eine durch Abitur und Staatsexamen in 15 Jahren qualifizierte Frau nicht automatisch nach ihrer Heirat aufhört, in ihrem Beruf zu arbeiten, ja, sich überlegt, ob sie überhaupt heiraten will, ist nachvollziehbar – zumal ihre Anstellungschancen sinken, wenn sie verheirat ist und Kinderwunsch hat. Bis sie dann bereit sind, ein Kind zu bekommen, sind viele Frauen dann schon aus dem besten Alter hinausgewachsen. Das Durchschnittsalter für Erstschwangerschaften ist gestiegen bei gleichzeitig immer früherer Geschlechtsreife.

(4)   Die Angst um Karriere bzw. Wiedereinstieg, aber auch ganz handfeste Befürchtungen um Einbußen beim jetzigen Lebensstandard und in der persönlichen Freiheit der Lebensgestaltung lassen viele Paare zögern, Kinder zu bekommen.

(5)   Ein immer häufiger auftretender Faktor bei Kinderlosigkeit trotz Kinderwunsch ist die beim Mann beobachtete nachlassende Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit.

(6)   Sehr persönliche, individuelle Ursachen, die seelsorgerlich bearbeitet werden sollten, sind:

·        Angst vor der Schwangerschaft und der Geburt

·        Angst, ob man es schafft.

·        Angst vor der endgültigen Bindung an den Partner, wenn man zusammen ein Kind hat (Häufiger Grund zur Heirat).

·        Angst vor einer möglichen Trennung vom Partner, wie bei den eigenen Eltern erlebt – dann lieber keine Kinder, die leiden müssen

·        Verletzungen durch Väter oder Mütter

·        Überforderung als Ersatzmutter für kleinere Geschwister und die unbewusste Festlegung: Ich will mal keine Kinder haben.

·        Manchmal kommen Verfluchungen ins Spiel; sie sind seelsorgerlich zu lösen.

(7)   Immer häufiger erscheint als Vorbehalt gegen Kinder auch die Frage, wie es mit der Welt denn weitergeht. Anonyme und sehr konkrete Zukunftsängste hindern – gerade wache junge Leute – Kinder zu zeugen.

(8)   Ein soziologischer, schon langfristig wirksamer Faktor, der vor allem die Frauen betrifft, und unsere ganze Gesellschaft so geprägt und durchdrungen hat, dass jeder, der anderes denkt oder sagt, sich blöd vorkommt: Das ist das Image der Frau und Mutter.
Seit Jahrzehnten ist eine Frau zu Hause „nur“ Hausfrau, sie ist „Heimchen am Herd“ und vertritt die „traditionelle Frauenrolle“ aus „Großmutters Zeiten“. Diese permanente Beeinflussung unserer Kultur macht es einer Frau fast unmöglich, sich erfüllt fühlen zu dürfen, wenn sie zu Hause glücklich ist. Meist hat sie dann mehrere Kinder. „O Gott, Frauen sind doch keine Gebärmaschinen“ (Noch ein Kinder-Totschlagargument). „Die wissen wohl nicht, wie Verhütung geht“, ist die Häme spätestens beim 5. Kind.
Es ist statistisch nachgewiesen, dass in Familien mit 3 Kindern und mehr die Frau als Mutter zu Hause bleibt, der Mann arbeiten geht, darin unterstützt von seiner Frau und – diese Frauen zu 90% mit ihrer Situation sogar zufrieden sind.
Wer jahrzehntelang der Frau als „Hüterin des Herdes“ die Würde nimmt und diese als „Rolle“ definiert und als „Heimchen am Herd“ diffamiert, wer jahrzehntelang die Würde der Mutter, von der es einmal hieß: „Die Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt“, schmäht und sie „Gebärmaschine“ nennt, wer dies aus vordergründigen ideologischen Gründen tut, - der darf sich doch nicht wundern, wenn in seiner Gesellschaft das Heiraten zum Problem und das Kinder-Bekommen zur Last wird.

(9)   Dazu hin tritt als dominantester Faktor der Umgang unserer Gesellschaft mit Sexualität. Für eine Gesellschaft für die Geschlechtsgemeinschaft und Empfängnis sehr nahe beieinander lagen, war Sexualität und Verantwortung eng miteinander verknüpft. Seit der Erfindung der Hormonpräparate („Pille“) mit ihrer hohen antikonzeptionellen Wirkung ist vieles im Bereich der Familienplanung entlastet worden zugunsten der Ehepaare. Da aber die Pille alsbald auch außerhalb der Ehe verbreitet wurde, brach der Damm des verantwortlichen Umgangs mit Sexualität vor der Ehe.
Auf Grund dessen

·        Ist „Sex“ „zu haben“, wo man will – eine Ursache für viele, nicht die Mühen und Risiken einer Ehe auf sich zu nehmen und nicht zu heiraten;

·        Es wird Liebesbegegnung nicht mehr eingeübt, Rücksicht ist nicht mehr nötig zugunsten der Frau, Zärtlichkeit verkümmert zum pre-sex etc. Geschlechter-begegnung wird kurz und öde und zutiefst enttäuschend. Die Anti-Aids-Kampagne der Bundesgesundheitsbehörde zeigt auf welchen Niveau Geschlechterbegegnung in unserem Volk statt findet; („bed and breakfast – mach’s mit)

·        Die als Konsumartikel für sich gestellte Sexualität erschrickt zutiefst, wenn durch eine ungewollte Schwangerschaft plötzlich zur Sexualität wieder die alte Frage der Verantwortung für ein neues Leben hinzutritt. Und wer kann von einer von der Lust geprägten Spaß-Gesellschaft an dieser Stelle eine andere Antwort erwarten als: Weg damit! Das neue Leben wird als Krankheit empfunden, deren Entfernung natürlich auch die Krankenkasse bezahlt. Und juristisch wird der Vorgang zwar als nicht legal, aber als straffrei bis zum 3. Monat eingestuft.
Welche Bereitschaft zum Kind bringt eine Frau wohl in eine feste Partnerschaft/Ehe noch mit, wenn sie schon eine oder mehrere Abtreibungen hinter sich hat?
Es handelt sich bei dieser Feststellung nicht um einen moralischen Zeigefinger, sondern um eine höchst relevante Fragestellung zum Aussterben unseres Volkes.

 

3. Familienpolitik

Am 17. April 2002 beschloss die rot-grüne Regierung Schröder eine nationale Strategie für eine nachhaltige Familienpolitik.

Bisher vollzog sich Familienpolitik in Deutschland vor allem durch finanzielle Unterstützung von Familien („Kindergeld“). Die sinkenden Geburtenzahlen zeigten aber, dass diese Politik allein bisher trotz Erhöhungen nicht eigentlich erfolgreich war. Schweden hingegen hatte Erfolg mit einem anderen Modell: Durch eine verbesserte Infrastruktur für Familien d.h. vor allem durch die Schaffung von Plätzen in Kindertagesstätten, verbunden mit flexiblen Arbeitszeiten. Dies ermöglicht Müttern, sich beruflich zu engagieren, soweit es geht und so Familie (Kinder) und außerfamiliäre Tätigkeit unter einen Hut zu bringen.
Diesen Weg versucht nun auch die Bundesregierung, indem sie Milliarden für die Einrichtung von Kindertagesstätten und Ganztagesschulen zur Verfügung stellt.

 

Drei Handlungsfelder werden strategisch in Angriff genommen:

  1. Die wirtschaftliche Grundlage von Familien muss gestärkt werden (wobei eine volle Kompensation der Ausgaben nie erreicht werden kann).
  2. Das Angebot für Betreuung von Kindern muss ausgebaut werden.
  3. Die ganze Gesellschaft muss sich stärker an den Bedürfnissen von Kindern orientieren.

Der Punkt 3 ist ein unterstützenswerter Wunsch. Er zeigt, dass wir in der Frage nicht nur auf staatliche Maßnahmen warten dürfen, sondern dass hier alle gefragt sind. „Gesellschaft“ – das sind wir, jeder einzelne und sein Verhalten.
Die Gewichtung der Punkte 1 und 2 unterscheidet wohl die Familienpolitik der beiden großen Volksparteien. Die CDU betont stärker die Bedeutung der Mutter und ihrer Präsenz in der Familie; die SPD betont stärker die Erwerbsfähigkeit der Frauen, für die eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss, weil dies für viele Frauen Befriedigung bedeutet und für die Familie größere finanzielle Spielräume eröffnet.

 

Hintergründe

 

Es gibt viele sogenannte „komplexe Systeme“ z.B. das Auto, der menschliche Körper oder der Staat. Im komplexen System geht es um das geordnete Zusammenspiel verschiedener, meist sehr vieler Faktoren. Versagt eine Komponente, nützt es nicht, andere Komponenten zu stärken. Den Ausfall der einen Komponente gilt es zu finden und zu beheben. So nützt es nichts, wenn der Tank leer ist und das Auto steht, alle 4 Reifen weiter aufzupumpen oder einen Ölwechsel durchzuführen. Nur die Neubefüllung mit Treibstoff ist gefragt. Die Diagnose des Fehlers beim Versagen eines komplexen Systems ist darum von größter Wichtigkeit. Je größer das System, desto schwieriger die Diagnose, zumal auch mehrere Fehlerquellen vorhanden sein können.

Die Gesellschaft ist solch ein hochkomplexes System. Wir stehen vor dem Versagen des Systems, sich durch Nachwuchs zu reproduzieren. Wo liegt der Fehler bzw. die Fehler? Wie oben gezeigt, sind mit Sicherheit viele Komponenten beteiligt.

Der Staat bemüht sich, durch politische Maßnahmen, das Wohl des Volkes zu fördern und Schaden abzuwenden. Von daher haben die Regierungen Maßnahmen getroffen, um diesen Schaden zu beheben. Die Maßnahmen richteten sich nach ihrer jeweiligen Fehlerdiagnose: Die jetzige Regierung diagnostiziert die Anbindung der Frau an das Haus als größte Fehlerquelle und betreibt von daher die Freisetzung der Frauen durch zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen. Die frühere Regierung diagnostizierte den Fehler in der wirtschaftlichen Benachteiligung von Familien mit Kindern und suchte von daher die Lösung in einer finanziellen Verbesserung durch Erhöhung des Kindergeldes, um – und das war ihr Ziel – den Kindern die Mutter in der Familie zu erhalten.

Politische Maßnahmen hängen immer von Zielen ab, die man erreichen will und Ziele werden formuliert auf Grund von weltanschaulichen Vor-Entscheidungen – über die aber fast nie gesprochen wird. Welches Bild von Gesellschaft, von Familie, von Mann und Frau, vom Kind steht dahinter?

An dieser Stelle wird klar, dass Christen mit ihrer bibelbezogenen Sicht sich wiederholt im Gegensatz befinden zu den Maximen einer Spaßgesellschaft. Sie bezeugen die guten Ordnungen Gottes durch ihr Leben, ihre Erfahrung – und erleben mitten in einer Gesellschaft, die andere Maßstäbe für modern und menschenfreundlich hält, dass sie glücklich damit leben, während um sie herum das persönliche und gesellschaftliche Chaos zunimmt. Dies heißt nicht, dass Christen keine Probleme hätten, sondern dass die Ordnungen Gottes zeitlos den Menschen helfen, in ihrem Zusammenleben als Männer und Frauen, als Eltern und Kinder, als erwachsene Kinder und Senioren.

Von daher haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes, das sie bewusst „in der Verantwortung vor Gott“ formuliert haben, in Artikel 6 die Familie unter den besonderen Schutz des Staates gestellt. Würde das konsequent umgesetzt,


 

·        dürfte der Staat nicht das Lebenspartnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Verbindungen formulieren

·        müsste der Staat, statt Millionen für Kondom-Werbung auszugeben (z.B. „Seitensprung? – Mach’s mit“), Millionen aufwenden, um in den Schulen, VHS etc. Ehevorbereitungskurse anzubieten mit klarer Betonung von Treue als beste Lebensform persönlich, als beste Gesellschaftsform, als Ort für Kinder und nebenbei, als bester Schutz gegen Aids (In afrikanischen Ländern wird dies den Schülern offiziell so im Unterricht ganz nüchtern gesagt).

Interessant ist, dass die neueste Vater-Forschung die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes wieder genau so beschreibt, wie das „traditionelle“ Vaterbild unserer Kultur aus den Wurzeln des Christlichen Glaubens es tut. Deutlich ist, dass die Bedeutung des Vaters für das Kind spezifisch unterschieden ist von der Bedeutung, die die Mutter für es hat und dass diese in keiner Weise austauschbar sind. Es geht hier um die „Bedeutung“ und nicht um eine „Rolle“. Rollen sind austauschbar, Identitäten in ihrer Bedeutung nicht.

 

Zwischenergebnis

Die Ursachen des Kinderschwundes in unserem Volk sind vielschichtiger als die vordergründige demographische Diskussion glauben macht.

Politische Maßnahmen sind geleitet von weltanschaulichen Prämissen, die man im Blick haben muss, um beurteilen zu können, wie viel sie wirklich zur Problemlösung beitragen oder ob sie nicht u.U. contraproduktiv wirken.

Das biblische Menschenbild und Familienbild, bisher als „konservativ“ und „traditionell“ apostrophiert, hat unerwartet neueste wissenschaftliche Schützenhilfe bekommen und könnte u.U. das gesellschaftliche Leitbild für politische Konzepte von morgen sein.

 

Kanzler Schröder sprach neulich von einer „Mentalität des Mitnehmens“. Franz Müntefering am 14.9.04 in Stuttgart: „Es geht darum, Mentalitäten zu verändern“.

Was ist „Mentalität“? „Mens“ (lat.) heißt: Denkkraft, Verstand, Gesinnung, inneres Wesen, Gedanke, Meinung, Ansicht etc. Das alles also umfasst etwa „Mentalität“ als die innere Einstellung der Leute. Wie es eine Mentalität zur Ausnutzung der Solidareinrichtungen gibt (was der Kanzler meinte), so gibt es auch in Deutschland eine Mentalität dem Kind gegenüber. Und diese ist im tiefsten ablehnend.

Politik kann Mentalitäten nur schwer beeinflussen. Oft richtet sie sich sogar nach dieser allgemeinen Gesellschaftsatmosphäre, da sie ja Wahlen gewinnen will.
Wie also können Mentalitäten beeinflusst werden?

 

An dieser Stelle geht es jetzt darum einen Wechsel der Ebenen zu verstehen. Die Stimmung in einem Volk bzw. deren Veränderung hängt zusammen mit der geistlichen, der unsichtbaren Dimension. Dort geschieht Veränderung zuerst, bevor sie in Statistiken sichtbar wird. Deren Beeinflussung geschieht im Gebet in all seinen unterschiedlichen Formen. Unser Gebet geht aus von der Kraft des lebendigen Gottes. Das Gebet öffnet die Türen für Gottes Handeln an den Mentalitäten unseres Volkes, die wir nie ändern könnten. Wie diese Veränderungen dann bewirkt wird – ob durch Medieninteresse oder einen neuen Bundespräsidenten oder ... – ist nachher sekundär. Hauptsache wir beten. Und machen durch Glauben Türen auf für Gottes veränderndes Wirken.

So lasst uns das ganze Problem des Kinderschwundes einmal geistlich und betend ansehen.

Wie sollen wir beten?


Gebet

 

Gebet ist der Faktor Nr. 1, der Prognosen umkehrt in ihr Gegenteil !!

Entschluss: Ich will mich für ein kinderfreundliches Deutschland einsetzen.

 

1. Dank für alle Kinder und Jugendlichen

-          Kinder sind ein Segen Gottes (Ps 128,3-4), sie sind ein Geschenk des Herrn (Ps 127,3-5). Sie gehören Gott und sind ein anvertrautes Gut und stehen unter dem Schutz des Höchsten (Mt 18,5-6).

-          Kinder sind Vorbilder zum Reich Gottes für Erwachsene (Mt 19,14; Lk 18,17).

-          Nur durch Kinder werden Männer existenziell zu Vätern und Frauen zu Müttern.

-          Kinder heilen oft ohne es zu wissen Wunden der Kindheit im Herzen ihrer Eltern.

-          Kinder geben dem Leben des Menschen ein Stück weit Sinn und Existenzerfüllung. Das ist von Gott so gewollt.

 

2. Segnungen der Kinder und Jugendlichen besonders derer, die man kennt

-          Segnung mit körperlicher und seelischer Gesundheit

-          Segnung mit gesunden Reifungsphasen

-          Segnung mit Schutz für Leib, für Herz und Seele, auch geistlichen Schutz in den geistigen Auseinandersetzungen dieser Zeit.

-          Segnung zu nachhaltiger Erkenntnis Jesu für ihr Leben.

 

3. Segnung

-          der Männer und Frauen unseres Landes zu Fruchtbarkeit und zu einer herzlichen Freude an Kindern (geborenen und noch nicht empfangenen),

-          der Männer, dass sie ihren Frauen das Gefühl von Halt und Schutz geben können; der Frauen, dass sie ihren Männern das Gefühl von Halt und Heimat geben können.

-          der Väter, dass sie sich ihrer Berufung und ihrer Bedeutung für das Leben ihrer Kinder bewusst werden;
der Mütter, dass sie ihre Berufung den Kindern gegenüber leben mit dem Vater und nicht gegen ihn.

 

4. Umkehr

„So spricht der Herr: Dein Schaden ist verzweifelt böse und deine Wunden sind unheilbar. Aber ich will dich wieder gesund machen und deine Wunden heilen.“ Jer 30,12.17

 

Lasst uns unter diesem Wort zu Gott umkehren und für unser Volk beten:

-          Sex ohne Verantwortung und ohne Grenzen

-          Millionen von ermordeten Kindern im Mutterleib

-          Kinder als Last

-          Kinder als Lustobjekt (Kinderpornografie): zerstörte Leben.

-          Tendenz der Gleichstellung der „Homo-Ehen“

-          Selbstverliebtheit, Konsumsucht, Karrierebedürfnis der mittleren Generation

-          Zunehmende Scheidungsrate mit „Scheidungswaisen“ als Eltern für morgen.

 

5. Bitte

-          Vorbilder von guter Elternschaft und von glücklichen Familien mit mehreren Kindern.

-          Gottesfurcht als Quelle der Kinderliebe in die Herzen vieler deutscher Paare.

-          Für den „besonderen Schutz der Familie“ auch weiterhin.

-          Heilung der Vaterwunde unseres Volkes mit all ihren Konsequenzen.

 

6. Fürbitte

-          Für unsere Regierung, besonders für Familienministern Renate Schmidt: um Weisheit, gute und wirksame Gesetze zu machen.

-          Für betende Menschen in den Ministerien.

-          Für alle Bemühungen von Staat, Kirchen und Werken um gelingende Ehen und glückliche Eltern und Kinder.

-          Für alle, die Kinder prägen und erziehen um Liebe, Vorbildsein und Mut zu Grenzen.

 

Ortwin Schweitzer



Die „Politische Seite“ ist ein selbständiger Teil des Gebetsbriefes „Wächterruf“ und muss daher extra bestellt werden bei
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