DIE POLITISCHE SEITE

Februar 2004

 

 

A   Brennpunkte für das Gebet (Fortsetzung von Okt. – Dez. 2003)

8.  Ehe und Familie und  9. Erziehung und Bildung – Forschung und Technik

B   Der Abstieg in die neue Armut

 

A   Brennpunkte für das Gebet

 

8.  Ehe und Familie

 

Wo Kinder sind, da darf gelacht werden. Auch auf der „Politischen Seite“.

Darum ein paar Aussagen zum Familienleben aus Schüleraufsätzen.

- Bei uns dürfen Männer nur eine Frau heiraten. Das nennt man Monotonie.

- Bei uns hat jeder sein eigenes Zimmer. Nur Papi nicht, der muss immer bei Mami schlafen.

- Eigentlich ist adoptieren besser. Da können sich die Eltern ihre Kinder aussuchen und  müssen nicht nehmen, was sie bekommen.

- Mein Papa ist ein Spekulatius. Er verdient ganz viel Geld an der Börse.

- Die Streichhölzer müssen immer gut versteckt werden, damit sie keine kleinen Kinder bekommen. (Wie müsste es richtig heißen?)

 

Problemverhalten:

Problem: Ungeborgenheit. Kein Urvertrauen und Angenommensein.

Zerbrochenheit der eigenen Identität; der Beziehung; des Vertrauens.

Zu wenig Anleitung zum Leben (Vorbild; Werte, Beziehungen).

Unkenntnis über das andere Geschlecht, trotz  Sexkultur.

Unkenntnis über die Pflege von Beziehung (Worte, Gesten, Zeichen).

Unkenntnis über das Mandat von Vatersein und Muttersein (Nähe/Distanz; Grenzen; Autorität).

Kinder oder Karriere. Berufstätigkeit beider Eltern. „Ich bin nur Hausfrau“.

Zerstörungen (Gewalt; Partnerersatz; Missbrauch).

Identitätsstörungen (Homosexualität; Essprobleme; Selbstzerstörung).

Familienpolitik.

Gottes Wesen:

Der am Anfang den Menschen geschaffen hat, der schuf sie als Mann und Frau (Matth 19,4).

Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde (Gen 1,28).

Gottes Wort:

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei ( Gen 2,18).

Kinder sind eine Gabe des Herrn (Ps 127,3).

Gottes Wille:

Ehe ist vor Gott ein Bund fürs Leben. Bündnisse haben vor Ihm eine große Bedeutung.

Eltern und Kinder, beide finden in der Familie Schutz und Geborgenheit.

Familie als Raum des Lernens fürs Leben (Urvertrauen. Selbstvertrauen. Beziehungen bauen. Vorbilder haben; Anleitung zum Wagnis des Lebens).

Versöhnung zwischen den Generationen.

Gebetsthemen:

Gebet, dass  wir wieder ein „Kinder-Land“ werden, wo Kinder als Gabe Gottes willkommen sind.

Gelebte Vater- und Mutterschaft. Autorität. Worte und Wille zur Erziehung.

Vorbilder.

Stabilität für Ehen. Gegen die Scheidungswelle. Freude an der Ehe. Vorbilder.

Gebet für Ehepaare ohne Kinder, aber mit Kinderwunsch.

Gebet für allein erziehende Mütter und Väter.

Gebet für Eltern mit einem behinderten Kind.

Hilfe für Menschen mit Identitätsstörungen.

Buße über Sexkultur. Teenieschwangerschaften. Abtreibungen. Missbrauch und Kinderporno.

Alterspyramide. Kinder sind unsere Zukunft. Respekt und Anerkennung zwischen den Generationen. Rentenreform.

 

9. Erziehung und Bildung – Forschung und Technik

 

Zitate aus: Norman Rentrop, 100 Zitat für 2004; Verlag Norman Rentrop, 2004

Erziehung

Bildung

Forschung

Technik

 

Problemverhalten:

Erziehung ohne (christliche) Wertevorstellungen. Der Mensch, das Maß aller Dinge. Vermittlung nur von Wissen, nicht von Leben und Werten von sozialem Verhalten oder Musischem.

Überforderte oder abwesende Eltern. Un-erzogene Kinder. Überforderte Lehrer.

Staatliche Erziehung contra familiäre Erziehung.

Forschung: alles ist erlaubt zu erforschen.

Technik: Nichts ist unmachbar. Machbarkeitswahn

Gottes Wesen:

(bzgl. Erziehung): Der dreieinige Gott als unser Erzieher: als der Vater; in Jesus als „lieber Meister“; als Geist, der uns in alle Wahrheit leiten wird.

(bzgl.: Forschung): Von Ihm, durch Ihn und zu Ihm hin sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre.

Gottes Wort:

Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang (Spr 9,10; Ps 111,10).

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

Gottes Wille:

Ganzheitliche Erziehung: Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Nötig sind Vor-Bilder.

Primäres Lernen in der Familie.

Freude am Lernen: Entfaltung von Gaben. Anleitung zu selbständigem Denken. Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden

Forschen in der Haltung des Dankens und des Staunens: Gottes Welt entdecken.

Forschung muss frei sein! Aber es gibt ethische Grenzen für naturwissenschaftliche Forschung und Technik (Verbot vom „Baum der Erkenntnis“ zu essen).

Gebetsthemen:

Dank für alle Bildungsmöglichkeiten in Deutschland.

Gebet für alle Personen im Erziehungswesen, vom Kindergarten bis zur Universität,  besonders für die Christen.

Reform des Bildungswesens. Welche Werte werden vermittelt? Substanz des Religionsunterrichts.

Alle Bildungseinrichtungen und Berufseinrichtungen.

Forschen und Lehren aus dem Gebet heraus.

Schüler und Studentenbibelkreise und ihr Zeugnis an der Schule und Uni.

Forschungsförderung gerecht, innovativ und wertebewusst.

Technik. Dank für allen Fortschritt. Bewahrung vor dem „Turmbau“-Syndrom

 

B   Der Abstieg in die neue Armut

 

Verabschiedet sich Deutschland vom Sozialstaat? (aus einem Brief zitiert)

„Wegen der Sozialreform befürchtet der  Paritätische Wohlfahrtsverband einen dramatischen Anstieg der Armut in Deutschland. „Durch die beschlossene Herabsenkung der Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau müssen mittelfristig ab 2005 noch einmal 1,7 Millionen mehr Menschen auf dem Armutslevel leben“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der Nachrichtenagentur AP. Dies bedeutet eine Zunahme der Armutsquote von derzeit etwa 3,7 auf 7 Prozent.

„Den Arbeitslosen nehmen wir’s“

Speziell die Kinderarmut werde noch stärker wachsen, warnte Schneider. Mittelfristig müssten dann 1,5 Millionen oder fast 10 Prozent der unter 18-Jährigen mit Sozialhilfe auskommen. Zudem werde durch die Absenkung der Arbeitslosenhilfe bei den schon sozial Schwachen 3,6 Milliarden Euro gespart. Angesichts der ungleichen Verteilung der Einkommen und Vermögen in Deutschland sei dies völlig unverständlich. Als Konsequenz forderte Schneider eine deutliche Anhebung der Sozialhilfe, die momentan nicht mehr vor Armut schütze. Um den Mindestbedarf zu decken, müssten die Sätze um zehn Prozent angehoben werden.

Schneider bezweifelte, dass sich das zweifellos reiche Deutschland den Sozialstaat nicht mehr leisten könne. Leider laute aber die Priorität des Reformpakets: „Den Arbeitslosen nehmen wir’s“.

Zehn Prozent besitzen 40 Prozent des Vermögens

Sie Steuerbeschlüsse der Bundesregierung führten dazu, dass Vermögen angehäuft werden, kritisierte Schneider. Zwar sinken bei der Einkommenssteuer in den kommenden Jahren sowohl der Eingangs- als auch der Höchstsatz. Doch werde sich die Konzentration von Vermögen und Einkommen in immer weniger Haushalten fortsetzen, prognostizierte er. „Die Spitzeneinkommen werden netto deutlich stärker entlastet. Hier wird Geld verteilt, das zu 50 Prozent auf der hohen Kante landet und nicht im Konsum. Das heißt im Klartext: Es wird Vermögen angehäuft.“

Nach Schneiders Worten wächst in Zukunft das Risiko dramatisch, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes in die Armut zu versinken. Zugleich seien nach wie vor allein Erziehende und kinderreiche Familien vom Armutsrisiko betroffen, weil der notwendige gesellschaftliche Lastenausgleich unzureichend sei.“

 

Gebet

-  für die Familien im Osten, wo der Vater in den Westen musste, um arbeiten zu können und so nur am Wochenende (wenn überhaupt) zu Hause ist (Arbeitslosenquote 2003 im Osten 18 %).

-  für ihr  Selbstwertgefühl, zumal wenn sie lange keine Arbeit mehr finden,

-  für die Ehen und Familien, die unter diesen Spannungen stehen,

-  für die Kinder, die immer nur hören: kein Geld, kein Geld,

-  für die Alleinerziehenden und die Kinderreichen, die Arbeitslosigkeit besonders hart trifft. Auch die „schwer Vermittelbaren“ ab 50 Jahren.

 

Ortwin Schweitzer

Erlachstr. 45

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