DIE POLITISCHE SEITE

Dezember 2004

 

Muslime in Deutschland – Konfrontation oder Integration

 

1.  Was ist?

Man hat es die ganze Zeit schon gewusst, aber man wollte es nicht wahrhaben: Die Zuwanderung von Muslimen macht Probleme. Politiker wollten es nicht aussprechen, um nicht in die „rechte Ecke“ gestellt zu werden. Und die Bevölkerung versuchte die Tatsache zu ignorieren, obwohl Moschee um Moschee entstand und ganze Viertel der großen Städte zu „Klein-Istanbuls“ wurden, weil man nicht wahrhaben wollte, dass Deutschland ein Einwanderungsland – sogar ein bevorzugtes – geworden war. Wer noch vor wenigen Jahren das Problem öffentlich ansprach, wurde als „faschistisch“ und „Rassist“ beschimpft. Man schaute anfangs einfach weg, wenn in Kindergärten die Ausländerkindern kein Deutsch verstanden, so wenig wie ihre Mütter; man registrierte, wie in Grundschulklassen der hohe Anteil an Ausländerkindern, die die Sprache nicht beherrschten, das Leistungsniveau sinken ließ; wie sich Gewalt und Gegengewalt entwickelte zwischen „den Deutschen“ und „den Türken“ und wie sich ethnische Gangs bildeten. Man sah sie auf der Straße immer häufiger die runden, dicken Türkenfrauen vom Kopf bis zu den Knöcheln eingehüllt in schwarze Tücher; aber auch junge hübsche Frauen in etwas eleganterer Verhüllung, aber alle mit diesem tot-traurigen Gesicht. Heute weiß man warum. Aber auch unsere Frauenverbände haben weggeschaut. Sie sammelten Gelder für unterdrückte indische Frauen, aber die „Sklavinnen“ vor der Haustür hat man nicht wahrgenommen.

 

1.1.  Das Multi-Kulti-Modell

„Multi-Kulti“ hieß das deutsche Wort für unsere Situation bisher. Gemeint war damit, dass man neben der deutschen Kultur die ausländische, die andere Kultur stehen ließ, sie gewähren ließ, auch wenn man sie nicht verstand: sei es den Umgang der Männer mit den Frauen oder das Schächten von Schafen (Durchschneiden der Kehle bei lebendigem Leib). Ja, man bezeichnete diese Kulturenvielfalt geradezu als „Bereicherung“.

So bauten sich unter unseren Augen Subkulturen auf, eigene islamische Welten (3,5 Mio. Muslime in Deutschland), von denen die Türken mit ca. 2,0 Mio. die ausgeprägteste Subkultur wurde, die vom türkischen Kaufladen bis zum türkischen Arzt alles hatten, türkische Sitten mit hoher gegenseitiger Sozialkontrolle entwickelten, die legalisierten, was in Deutschland aber verboten ist. Es entwickelten sich rechtsfreie Räume, wo das deutsche Gesetz praktisch außer Kraft gesetzt war und die Sharia statt dessen galt.

Dabei ist das Erstaunen der Touristen groß, wenn sie an den weißen Stränden der Türkei junge Frauen in den heißesten Bikinis liegen sehen und hierzulande die türkischen Altersgenossinnen nicht einmal ihr Haar sehen lassen dürfen. Der Grund ist, dass in der Türkei bleibt, wem es dort gut geht – das ist die wohlhabende Ober- und Mittelschicht – dass aber ins „gelobte Land“ versucht zu kommen, wem es in der Türkei schlechter geht als hier – und das sind dann die ostanatolischen Bauern und einfache Handwerker, auf jeden Fall die eher ungebildete soziale Unterschicht. Was sie an Glauben mitbringen ist der Islam einfachster Ausprägung, der fundamentalistische Islam. Dazu kommt, dass ihre Imame (Theologen, Prediger), die in der Türkei keine Universität besuchen dürfen, sondern in eigenen Ausbildungsstätten vorbereitet werden, dass diese den ebenfalls einfachen Hörern den Koran in fundamentalistischer Art auslegen. Es müssen nicht gleich Hassprediger sein. Und doch stärken sie in den Hörern das Gefühl, eine Minderheit, aber eine rechtgläubige Minderheit, mitten unter den Ungläubigen zu sein, die verloren gehen und dass es von daher nötig ist, strikt an den Weisungen des Koran festzuhalten und nicht davon abzuweichen.
So verhärtet sich die türkisch-islamische Kultur im Gegenüber, ja, im Kontrast zu den dekadenten, lummelweichen Deutschen. Ein Weg zur Integration wird nicht gewiesen, nicht einmal gesucht.

Dazu kommt noch das normale soziologische Verhalten von Menschen, wenn sie sich als Fremdlinge im Ausland befinden und finden: sie schließen sich zusammen und pflegen ihre Kultur wie ein Heiligtum, ist es doch ihr Halt, ihre Identität in der Fremde. Deutsche werden deutscher in Afrika und Türken türkischer in Deutschland.

Dies alles ereignete sich vor unseren Augen und wir tappten in die kulturelle „Bereicherungsfalle“. Toleranz – der Ober-Begriff des Abendlandes seit der Aufklärung – leitete uns in unserem Verhalten den Moslems, den Türken gegenüber.

 

Wir haben sie gerufen seit den 50ger Jahren. 1955 unterschrieben die BRD ein Abkommen zur Anwerbung von Arbeitskräften: zuerst mit Italien, dann mit Griechenland, mit Spanien und dann auch mit der Türkei. Der Gedanke war, dass diese jungen Männer 2-3 Jahre hier arbeiten und dann wieder nach Hause gehen. Darum nannte man sie „Gast-Arbeiter“. Aber statt wieder zurück-zugehen, zogen ihre Familien nach, vor allem aus der Türkei. Erst 1973 kam es zu einem gesetzlichen Anwerbestopp, aber der Strom der Einwanderer riss nicht ab: 2001 kamen 82 861, 2002 kamen 64 631 Türken. Erst im Jahr 2004 wurde ein Zuwanderungsgesetz vom Bundestag verabschiedet. Aber – wie gesagt an eine gezielte Integration dachte keiner. Toleranz war bequemer und billiger. Diese Toleranz aber war im Grunde eine Mischung von Gleichgültigkeit, folkloristischer Multi-Kulti-Seligkeit und politischer Naivität.

Vor allem aber hatten die Deutschen auch hier ein Nazi-Erbe zu verarbeiten: der Rassenwahn Hitlers macht es den Deutschen bis heute schwer, von einer „deutschen Leitkultur“ zu sprechen, nach der sich Ausländer richten sollen, wenn sie Bürger dieses Landes sein wollen, weil jeder historisch Denkende sofort im Hintergrund mithört: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Von daher ist Deutschland als das liberalste Land bei den Muslimen bekannt, dass es hier die wenigsten Einschränkungen für die Entwicklung einer eigenen Kultur inklusive Eigen-Gesetzlichkeiten gibt.

 

1.2.  Stellung der Frau

Durch eine Studie des Bundesfamilienministeriums wurde deutlich, welche Zustände unter den türkischen Migranten herrschen.

Der Koran sagt Sure 4, Vers 34: „Die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann ermahnt sie, meidet ihr Ehebett und schlagt sie.“ „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie vor diesen ausgezeichnet hat“. (daselbst). Dies setzt sich um in Tausenden von Gewalttaten der Männer gegen ihre Frauen. Diese werden fast doppelt so häufig „verprügelt, gewürgt, mit der Waffe bedroht“, wie Frauen in der Gesamtbevölkerung. Zwei Drittel der türkischen Gewaltopfer trugen deutliche Verletzungen davon. Dazu kommt sexuelle Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe. (SPIEGEL Nr. 47/2004, S. 62).

Jährlich kommen ca. 30 000 junge Frauen z.T. erst 15-jährige Mädchen aus der Türkei, um hier zu heiraten, bzw. verheiratet zu werden. 25% lernen den Ehemann erst bei der Hochzeit kennen. 9% sagen, sie seien zur Ehe gezwungen worden: Zwangsheiraten. Jungen Türkinnen, die kein Wort deutsch können, werden von ihren Männern in vielen Fällen tagsüber in der Wohnung eingesperrt. Sie können nicht raus. Sie sind Sklavinnen ihrer Männer und ohne Sozialkontakte, allein mit dem türkischen Fernsehapparat.

Das dunkelste Kapitel aber sind die „Ehrenmorde“ an Töchtern, die durch eine Freundschaft zu einem Mann oder durch Flucht die Ehre der Familie verletzt haben. Frauen die die Familienehre verletzt haben, werden verfolgt und nicht selten kommt es zu extremen Gewalttaten bis hin zum Mord. Häufig übernehmen minderjährige Brüder dieses „wiederherstellen der Ehre“, da diese nur mit einer Jugendstrafe belegt werden können.

Die Mädchen, die hier geboren sind und aufwachsen, sind in schier lebensgefährliche Konflikte gestellt zwischen der deutschen Lebenswirklichkeit in der Schule und der anatolischen zu Hause.

 

1.3.  Die muslimischen Vereine

Die Muslime sind in Deutschland in sechs verschiedenen „Vereinen“ organisiert, die untereinander zerstritten sind und in Konkurrenz stehen. Mit ihren Namen „Zentralrat der Muslime“ oder „Islamrat“ versuchen sie Alleinvertretung zu signalisieren. Jedoch sind von den 3,5 Mio. Muslimen in Deutschland nur 310 000 in diesen Vereinen (ca. 9%).

Das schwierige an diesen Vereinen ist, dass sie oft nur der verlängerte Arm ausländischer muslimischer Interessen sind. So vertritt „DiTiB“ (Türkisch–Islamische Union der Anstalt für Religion) das Präsidium für religiöse Angelegenheiten des türkischen Staates, dem natürlich an einer muslimischen Friedensdemo wie der von DiTiB in Köln veranstalteten sehr gelegen ist auf dem Hintergrund der EU-Beitrittsbemühungen. Der „Islamrat“ wird von der „Wohlfahrtspartei“ in der Türkei über Milli Görüs gesteuert. Der „Zentralrat der Muslime“ ist mehr saudi-arabisch orientiert.

Das Problem der Vereine ist, dass sie durch ihre Hintermänner Integration verhindern, gleichzeitig Politik machen (z.B. den Kopftuchstreit bis zum Bundesverfassungsgericht treiben) und doch so unrepräsentativ und so zerstritten sind, dass es für den Staat keinen bevollmächtigten Ansprechpartner für Islamangelegenheiten gibt. Anders als Frankreich hat der deutsche Staat die Muslime dazu noch nicht gezwungen.

 

1.4.  Der Griff nach Europa

Der Griff nach Europa ist ein genuin islamisches Anliegen. Am Überlegenheitsanspruch des Islam gibt es in keiner islamischen Richtung einen Zweifel. Die moralische Dekadenz Europas verstärkt diesen Anspruch. Der Islam, so meinen sie, ist die Lösung für die Probleme Europas, denn Europa ist ins Heidentum zurück gefallen.

Träger dieses Griffs nach Europa sind einerseits nichtstaatliche Organisationen, anderseits aber auch Staaten wie der Iran oder Saudi-Arabien, die viel Geld für die Ausbreitung des Islam in Europa geben. Dazu kommt die bewusst vom Staat geförderte Migration türkischer Muslime nach Europa, besonders nach Deutschland.

Es ist zu beachten, dass diese verschiedenen Aktivitäten alle ein klar erkennbares politisches Ziel haben: die Übernahme Europas durch den Islam. So definierte 1980 der „Islamrat für Europa“ in London sein Ziel: „Der Islam ist ein Glaube, eine Lebensweise und eine Bewegung zur Aufrichtung der islamischen Ordnung in der Welt“.

„Der Islam ist eine alles umfassende, fast totalitär zu nennende Lebensordnung“ (E. Troeger).

 

2.  Der Schock

2.1.  Der Mord an Theo van Gogh

In seinem Film „Unterwerfung“ hat der holländische Filmemacher Theo van Gogh die Hölle einer islamischen Ehe dargestellt. (Nicht jede islamische Ehe ist so!). Anfang November bezahlte er dafür mit seinem Leben. Eine Lawine brach daraufhin in Holland los: Moscheen wurden angezündet, im Gegenzug brannten Kirchen ab. Holland, bisher das Vorzeigebeispiel in Europa für Freiheit schon seit Jahrhunderten erlebte eine Explosion von Gewalt, einen wahrhaften „Kampf der Kulturen“.

Der Schock sitzt tief. Kann uns so was auch in Deutschland passieren? „Holland ist überall“, sagte einer.

 

2.2.  Reaktionen in Deutschland

Plötzlich erlaubte man sich, Wahrheiten zu sagen, die bisher absolut außerhalb der Political Correctness gelegen hatten.

Angela Merkel sagt: „Die multikulturelle Gesellschaft ist dramatisch gescheitert“. Wer hier lebe, müsse „ohne Wenn und Aber auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und unsere christlich-abendländischen Wurzeln tolerieren“.

Gerhard Schröder warnte am 20.11.04 vor einem Kampf der Kulturen. Die Gesellschaft müsse darauf bestehen, dass ihrer Integrationsbereitschaft „ein Integrationswille bei denen entspricht, die zu uns kommen“. Dazu gehöre zuallererst die Bereitschaft und Fähigkeit zur Verständigung auf Deutsch. Schröder betonte weiter: „Weder kann eine Demokratie rechtsfreie Räume, noch kann sie Parallelgesellschaften dulden“.

Edmund Stoiber rief dazu auf, „die christliche Prägung unseres Landes“ zu verteidigen. Alle Einwanderer müssten Deutsch lernen und die Werteordnung Deutschlands respektieren. Er warb für einen aufgeklärten Patriotismus, denn das Gefühl einer nationalen Identität stärke ein Volk. Außerdem machte er den Vorschlag, dass jeder Ausländer, bevor er einen deutschen Pass erhält, einen Eid auf das deutsche Grundgesetz ablegen soll. Dies sei auch in manchen anderen Ländern so.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck (Die Grüne/Bündnis 90) machte deutlich, dass Gewalttaten und Gewaltaufrufe im Namen der Religion „wehrhaft und mit allen Mitteln des Rechtsstaates“ bekämpft würden. „Hinter den Türen der Moscheen darf nichts gesprochen werden, was in diesem Land keinen Platz hat“.

Der bayrische Innenminister Beckstein rief den Demonstranten in Köln am 21.11.04 zu:
„wir bitten Euch: lernt Deutsch!“

Claudia Roth, Vorsitzende der Grünen sagte: „Der Islam ist nicht nur als Gastarbeiterreligion zu tolerieren, sondern als Bestandteil unserer eigenen Kultur anzuerkennen. Einer anti-islamischen Hetze bringen wir ein entschiedenes Nein entgegen“. Aber als der Grünen-Abgeordnete Ströbele vorschlug, statt eines christlichen Feiertages einen islamischen einzuführen, wies ihm seine Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckhardt mit einer knackigen Formulierung die Grenze: „Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, zu fordern, in Saudi-Arabien solle der Pfingstmontag gefeiert werden“. Damit korrigierte sie wohl gleichzeitig Claudia Roth in ihrer Kritik an der „deutschen Leitkultur“.

Der schlimme Tod von Theo van Gogh hat bei uns allem Anschein nach etwas Positives ausgelöst: Es ging ein Ruck durch Deutschland, der für einen größeren Realismus als bisher im Umgang mit dem Islam in Deutschland hoffen lässt. Die „Knackpunkte“ der künftigen Auseinandersetzung mit den islamischen Bürgern unseres Landes sind inzwischen klar:

§           Achtung des Grundgesetzes. Dies beinhaltet:

-          die Gleichberechtigung von Mann und Frau,

-          die Freiheit des Individuums,

-          die Trennung von Staat und Religion

-          die Beachtung der Menschenrechte

§           Sprachkenntnisse

§           Respekt vor den christlich-abendländischen Traditionen.

 

3.  Was soll nun werden?

Wir haben – entstanden durch unsere Einladung – seit 50 Jahren in wachsendem Maß Deutschland zu einem Einwanderungsland gemacht. „Deutsch“ ist zwar immer noch und weiterhin die Leitkultur, aber es sind andere Kulturen und Religionen, vor allem der Islam dazugekommen. Auf der einen Seite ermahnen uns Islamwissenschaftler in Deutschland zu mehr Selbstvertrauen, was sich z.B. niederschlagen könnte in strikten Auflagen, die einer zu erfüllen hat, der hier einwandern will – etwa deutsche Sprachkenntnisse. Andererseits müssen wir den Ausländern einen Platz in unserer Kultur anweisen, sowohl geographisch, als auch sozial, rechtlich und religiös. Es gibt zur friedlichen Integration nur die Alternative der Ausweisung,  Motto „Ausländer raus!“ was unrealistisch ist oder Ausgrenzung und Konfrontation, was Bürgerkrieg bedeuten würde und die Muslime erst recht den radikalen Islamisten in die Arme treiben würde; denn es ist ein Unterschied zwischen dem Islam der meisten und dessen rechtem Flügel dem Islamismus. Zwar nicht theologisch, wohl aber methodisch (Terrorismus als Mittel der Durchsetzung des Islam).

 

3.1.  Aufgabe der Christen

Auch wir Christen müssen uns diesen Tatsachen stellen und müssen versuchen, eine hilfreiche und jesusgemäße Position zu finden. Weder hilft uns eine Ablehnung des Islam ohne genaue Kenntnis dieser Religion weiter, noch ein angstvolles Starren auf den Welt-Eroberungswillen des Islam. Was uns weiter hilft, ist ein klares deutsches Selbstwertempfinden und ein offensives geistliches Vorangehen im Namen des auferstandenen Jesus.

Konkret heißt das: (a) Gebet in geistlicher Auseinandersetzung, (b) offene, liebevolle Zuwendung zu den Menschen, besonders Frauen zu den Frauen (siehe auch(f)), (c) Studium der anderen Religion und Sitten, damit Angst aus Unkenntnis uns nicht bestimmt, (d) Besuch einer Moschee am Tag der Offenen Tür (3.Oktober), betend, segnend, hörend. (e) Geschenkaustausch, wenn Vertrauen besteht von Koran in deutsch und Neues Testament in seiner Sprache. (f) Angebot von praktischer Hilfe beim Formulare ausfüllen, Ämtergängen o.ä.

Mancherlei Vorschläge wurden in den letzten Wochen gemacht, manche sehr sinnvoll, manche etwas übertrieben.

 

3.2.  Sprachkompetenz

Übereinstimmend verlangen alle, dass die Migranten – und zwar alle! – Deutschkurse besuchen müssen. Die Bundesregierung will die nötigen Mittel dafür zur Verfügung stellen. Jeder soll 610 Stunden Deutsch und 30 Stunden Staatsbürgerkunde über Deutschland erhalten, wobei dann auch die zustehenden Rechte der Frauen in diesem Land behandelt werden.

Keiner und keine soll ohne Sprachtest mehr einreisen dürfen. Ebenso sollen Migrantenkinder im Kindergarten schon so gut Deutsch lernen, dass sie dem Unterricht in der Schule dann ohne Schwierigkeiten folgen können.

Beim CSU-Parteitag wurde beschlossen, die Sozialleistungen von Migranten zu kürzen, falls sie der Aufforderung zum Deutschkurs nicht nachkommen.


3.3.  Die 20 Handlungsvorschläge zur Integration

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Marieluise Beck legte am 22.11.04 ein 20-Punkte-Probramm vor unter dem Titel „Islamismus bekämpfen – Islam einbürgern“ (www.integrationsbeauftragte.de).

Dort heißt es:

Für die Integration von Muslimen bedarf es eines politischen Dreischritts:

a)      Entschiedene Bekämpfung und wirksame Repression gegen alle islamistische Bestrebungen;

b)      Die streitbare Auseinandersetzung mit allen religiös und kulturell begründeten Vorstellungen von Ungleichheit und Unfreiheit in Teilen der muslimischen Bevölkerung und ihrer Organisationen;

c)      Eine Politik der Anerkennung, die den Islam als gleichberechtigte Religion akzeptiert und Muslime rechtlich und politisch integriert.

Dazu schlägt Frau Beck folgende Maßnahmen vor (zusammengefasst):

In der Bekämpfung des Islamismus sind alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen. Dazu brauchen Verfassungsschutz und Polizeibeamte spezielle interkulturelle Schulung.

Vertrieb von extremistischer fundamentalistischer Literatur und Medien im Umfeld der Moscheengemeinden muss von den Verantwortlichen selber unterbunden werden.
Volksverhetzung und antisemitische Inhalte müssen konsequent verfolgt werden.

Der Bildungsbereich. Bei der Aus- und Weiterbildung und Einstellung von Imamen müssen schon jetzt Kriterien der Integration wie deutsche Sprache und Gesellschaftskenntnisse eine Rolle spielen. Die Ausbildung der Imame und muslimischen Religionslehrer soll mittelfristig an deutschen Hochschulen geschehen. Dadurch soll bei ihnen, aber dann auch bei ihren Hörern eine konstruktive und aufgeklärte Auseinandersetzung mit ihrer Religion geschehen.
Der islamische Religionsunterricht in deutscher Sprache soll zu einem regelmäßigen Angebot auf freiwilliger Basis in allen öffentlichen Schulen aufgebaut werden. Die Lehrpläne dafür liegen der Schulaufsichtsbehörde dann vor. Einer Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse von Muslimen soll auf allen Lebensgebieten begegnet werden (Krankenhaus, Gefängnis, Seniorenheim, Bundeswehr).
Die Berücksichtigung von Festen und Bräuchen der großen Religionsgemeinschaften in Kindergaren und Schule trägt zum gegenseitigen Verstehen bei.
In den Schulen sollte allgemein ein differenziertes Wissen über den Islam vermittelt werden.

Der innerislamische Diskurs muss Ungleichheitsideologien entgegen treten. Die Mädchen und Frauenarbeit muss einen Schwerpunkt bei den Rechten der Frau in diesem Land legen.
Um häusliche Gewalt zu vermeiden, sollen ganz Hilfsangebote für Migrantinnen gemacht werden, damit sie sich trauen, Kontakt aufzunehmen. Ärzte und Polizei bedürfen interkultureller Schulung und sprachlicher Kompetenz.  Soweit Marieluise Beck.

 

Mir scheint, dass wenn deutsche Männer die gegen Frau und Kinder gewalttätig vorgehen, von der Polizei des Hauses verwiesen werden können, dann muss dies auch für Türkischstämmige gelten. Es handelt sich hier nicht um Religion, sondern um Machtausübung. Würden in einem Wohngebiet konsequent einmal 5 Männer, die prügeln, von der Polizei abgeholt, die „Integration“ würde sich an diesem Punkt mit Sicherheit sprunghaft steigern.

 

3.4.  Gemischte Wohnviertel

Ein wesentlicher Faktor nicht geschehender Integration ist die Bildung rein türkischer Stadtteile oder Wohnviertel. In diesen herrschen oft Sharia und rigide Nahbarschaftskontrolle.

Insofern wäre die Ansiedlung von Türken unter Deutschen eine automatische Integrationshilfe bzw. eine Blockade für rechtswidrige Sitten und Bräuche. Eine dem entsprechende Handlungsweise lässt sich natürlich nicht verordnen.

 

3.5.  Europäische islamische Charta

Die angesprochenen Integrationsprobleme haben ja auch Frankreich mit „seinen Marokkanern“ und England mit „seinen Pakistani“. Es geht um die in der Europäischen Verfassung niedergelegten Werte dieses Kontinents in der Begegnung mit dem Islam bzw. des Islam mit dem christlichen Erbe und der Aufklärung Europas. Dazu sagt die türkische Rechtsanwältin Seyran Ates: „Ich sage: Europa hat ein Recht darauf, selbstbewusst einen bestimmten Status quo bei seinen abendländischen Werten zu wahren.“ (SPIEGEL 47, S. 63).
Von daher wäre eine Übereinkunft der europäischen Muslime wünschenswert, die eine Hilfe sein könnte zur Entwicklung einer neuen Variante des Islam, dem europäischen, dem sich selbst reflektierenden, aufgeklärten Islam.


GEBET

 

Wie sieht Gott unsere Situation in Deutschland?

Es ist hocherstaunlich, wie durch die holländischen Ereignisse etwas wie durchgebrochen ist, was überfällig war. Plötzlich sieht man die Bedrohung, anerkennt (bekennt) eigene Fehler und macht sich auf den Weg zu realistischen Veränderungen. Wenn so etwas, was niemand organisieren konnte, „über Nacht“ geschieht, dann hat das was mit Gott zu tun (dafür wurde schon lange und in vielfältiger Weise gebetet). Es kommt deshalb sehr darauf an, auf der Linie Seines Willens weiter zu beten – soweit uns dieser erkennbar ist.

Eine weitere Gebetserhörung tritt in diesem Zusammenhang der Zuwanderungsdebatte zu Tage: das Bewusstsein einer berechtigten deutschen Identität, verbunden mit dem Wissen um den Wert eines demokratischen Staatswesens und einer freiheitlichen Gesellschaft. Sie wird uns wertvoll und fordert uns heraus, sie zu verteidigen, im Gegenüber zu einer Kultur mit unendlich vielen Zwängen. Lasst uns darum beten, dass die Politiker auch in Gesetzen und Maßnahmen umsetzen, was sie jetzt erkannt haben.

Wir werden uns dankbar unserer christlich begründeten Wertvorstellung von der Frau als einem gleichberechtigten Geschöpf Gottes bewusst. Ebenso wird uns im Gegenüber zum Islam die Prägung unserer Kultur aus dem Christentum neu bewusst z.B. in der Feier des Sonntags und der Jesus-Feste im Verlauf eines Jahres.

Auch die christliche Gemeinde wacht auf. Zunächst prägt viele die Angst, vom Islam überrollt zu werden. Allmählich aber wird sich durch Begegnungen die Erkenntnis durchsetzen, dass die Muslime auch nur Menschen sind und wie „weiß das Feld zur Ernte“ bei ihnen ist. Immer wieder gibt es Anzeichen dafür.
Das selbstbewusste Auftreten der Europäer wird die Pläne der Islam-Strategen verwirren, denn sie rechnen mit einem alten, morbiden, aussterbenden Europa, das ihnen mit der Zeit (in 20-30 Jahren) wie von selbst in den Schoß fällt.
Wenn Gott Gebete erhört, verändert er gewöhnlich die gesamte Situation.

 

 

Wir wollen beten, dass Europa dem Islam begegnen lernt als wehrhafte Demokratie und als immer noch lebendiges Christentum. Im Licht der Abwehr einer weiteren Islamisierung unserer Kultur, wird wohl vielen Politikern der Beitritt der Türkei zur Europäischen Union noch einmal in seiner Tragweite bewusst geworden sein.

Lasst uns beten für die Befreiung der Millionen von Muslimen aus dem finsteren Geist der Unterdrückung, der wie ein schwerer Stiefel auf dem Nacken der gläubigen hingebeugten Männer, der unterdrückten Frauen, der perspektivelosen jungen Männer lastet.
Unser Heiland will, dass allen Menschen geholfen werde. Gott liebt die Muslime! Aber sie wissen es noch nicht...

Lasst uns auch beten für Emanzipation der europäischen Muslime bzw. ihrer Vereine von ihren saudischen, iranischen und türkischen Sponsoren und dass sie eine eigene europäische Identität entwickeln lernen.

Lasst uns in der Anbetung vor Gott stehen und uns im Geist um die hingebeugten Muslime stellen und einfach nur Gott, den Einzigen und Wahren anbeten: den VATER, den SOHN und den HEILGEN GEIST. ER tue sein Werk der Erlösung an ihnen.

Ortwin Schweitzer

 

 

 

Für diesen Artikel wurden folgende Quellen benutzt und z.T. wörtlich zitiert: Der Fischer Weltalmanach 2004; DER SPIEGEL Nr. 47, 2004, S. 60-78; Pressemitteilung der Beauftragten der Bundesregierung für Integration, 22.11.04; Vortrag von Eberhard Troeger, Der Griff des Islam nach Europa vom 7.10.04; DIE WELT, 20.11.04, 28.7.04; Berliner Morgenpost 24.11.04; FAZ, 22.11.04; Rheinischer Merkur, 18.11.04; Stuttgarter Zeitung, 22.11.04