Die Politische Seite

März 2003

 

 

Die innenpolitische Situation

 

  1. Information

Deutschland geht in das dritte Jahr seiner wirtschaftlichen Stagnation.  Die Arbeitslosigkeit ist auf 4,6 Mio. gestiegen, was höhere Sozialabgaben bedeutet und geringere Einnahmen andererseits Die Löcher können nur gestopft werden durch Abbau von Subventionen (heftige Lobbydiskussionen); durch höhere Steuern (was die Kaufkraft der Bürger verringert und der Wirtschaft damit den Rest gibt) oder durch höhere Neuverschuldung, (was die EU-Norm von 3 % überschreitet und damit Straf-Milliarden zur Folge hat).

Aus menschlichen und aus wirtschaftlichen Gründen muss die Massenarbeitslosigkeit angepackt werden. Die Arbeitswelt ist aber durch vielerlei Verträge, die in der Vergangenheit durch die Gewerkschaften zum Schutz der Arbeitnehmer durchgesetzt wurden, gebunden und sehr festgelegt. Minister Clement ist bereit, alle diese vertraglichen Festlegungen auf den Prüfstand zu stellen („Flexibilisierung“), ob sie in der gegenwärtigen Situation noch sinnvoll sind oder ob an ihnen die deutsche Wirtschaft auf längere Sicht erstickt. Das reicht von den Lohnnebenkosten („Arbeit muss billiger werden“)  bis zu den Tarifverträgen, die immer für ganze Tarifbezirke gelten und keine Rücksicht nehmen auf die wirtschaftliche Situation des einzelnen Betriebs. Dazu gehört der „Kündigungsschutz“ bei Betrieben ab 6 Mitarbeitern, was vor allem den Mittelstand betrifft.

Diese Änderungen führen natürlich zu Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften. Sie vertreten zwar nur 17% der Arbeitnehmer, bestimmen aber die gesamte Wirtschaft als Partner in der Tarifpolitik wesentlich mit. Die anfängliche Blockadehaltung von IG Metall und DGB, das neue „Bündnis für Arbeit“ platzen zu lassen, wurde – Gott sei Dank! - aufgegeben (Erhörung der Gebetsanliegen vom Februar!). Auf 3. März hat Kanzler Schröder zu einem „tabulosen Gespräch über Wege zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“ eingeladen und die Gewerkschaften und die Arbeitgeber haben ihr Kommen schon zugesagt.

Für dieses Gespräch braucht der Kanzler viel Weisheit für klare Linien und Autorität um  zwischen den Verbandsinteressen zu vermitteln. Auf Grund seines Zick-Zack-Kurses seit der Wahl im September 2002 zwischen „Genosse der Bosse“ und „Boss der Genossen“ vertraut ihm momentan keine der Seiten mehr so recht. Seine Kompetenz wird inzwischen von vielen (laut Umfrage: im Verhältnis 71 : 29) angezweifelt. Selbst in den eigenen Reihen rumort es gegen ihn. Der Kanzler geht durch schwere Zeiten. Das Schiff „Deutschland“ fährt unter einem sehr angeschlagenen Kapitän.

 

Der schwerste Schlag in seiner Karriere war aber wohl das „Wahl-Desaster“ vom

2. Februar, wo in Niedersachsen die SPD an die CDU abgeben musste und in Hessen die CDU die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag eroberte. Was Wolfgang Clement schon seit Monaten vorbereitet hatte („Die Bürger erwarten Zusammenarbeit statt Parteienstreit im Interesse des Ganzen“), griff der Kanzler nun nach diesem Wahlergebnis auf. Öffentlich bot er der Opposition eine enge Kooperation in allen anstehenden Fragen der Sozialreform an. Es gehe um die „Substanz der Sozialstaatlichkeit.“

Mit dieser Wahl wurde praktisch das Wahlergebnis vom Herbst mit der Neuauflage der rot-grünen Koalition annulliert. Durch den Verlust von Niedersachsen entstand im Vermittlungsausschuss der Länderkammer (Bundesrat) eine vollkommene Patt-Situation, die bei allen Gesetzesvorhaben, die die Länder mit betreffen, eine Vorabsprache und Klärung mit der Union nötig machen. Dies ist somit praktisch eine Große Koalition unter Beteiligung der Grünen. Auch die Union muss sich an diese neue Position der Macht und damit der Mit-Verantwortung erst noch gewöhnen.

 

  1. Hintergründe

Um geistliche  Linien im Weltgeschehen zu entdecken, muss man manchmal auch zurückschauen. Wofür haben wir gebetet und was ist daraus geworden? Ist ein Handeln Gottes (schon) erkennbar?

1. Anliegen (im Februar):

„für ein weiteres Zusammenrücken zu einer „Großen-Lösungs-Koalition“. Dies war gesagt vor der Wahl am 2. Februar in Niedersachsen und Hessen.

Erhörung:

Durch den Wahlausgang wird tatsächlich eine Große Koalition auf legale Weise etabliert und nicht nur eine „Good-will-Koalition“.

2. Anliegen:

„für einen guten Neuanfang und erfolgreichen Fortgang für das `Bündnis für Arbeit`.“

Erhörung:

Anfang Februar scheitert der Anlauf des Kanzlers zur Neubelebung des „Bündnisses“ an den Forderungen der Arbeitgeberseite und der Tabuisierung von Themen auf Gewerkschaftsseite. Aber die Beter beteten weiter! So wurde der Standpunkt der Blockade aus den Reihen der Gewerkschaft selber schon nach Tagen aufgeweicht und der Kanzler ließ den Namen „Bündnis für Arbeit“ fallen und lud nur noch zu einem „tabulosen Gespräch“ ein, womit er Gesichtsverluste vermied. Und alle kommen jetzt am 3. März. Ein Neuanfang ist gesetzt.

3. Anliegen:

„vor allem für eine Veränderung der „Atmosphäre“ in unserem Land – angefangen von den Christen! – vom Negativen zum Positiven.“

Erhörung:

-         Viele Beter haben seit dem letzten Brief aufrichtig Buße getan, dass sie motzten, statt beteten. Und Gott sieht so etwas an!

-         Durch die Wahl hat sich ein Protest-Stau entladen können.

-         Durch die faktische Beteiligung der Union an der Regierungsverantwortung ist das oft überscharfe Protestpotential in der Opposition verstummt. Statt Schlechtmachen geht’s jetzt um’s Bessermachen und Wege eröffnen.

-         Das fruchtlose Gegeneinander von Gewerkschaft und Arbeitgeber scheint wieder in ein ergebnisorientiertes Gespräch einzumünden.

Von aufregender Brisanz wird es aber, wenn man merkt, wie Zukunftsprophetie  der Vergangenheit sich jetzt erfüllt, wenn man spürt, wie man Gottesgeschichte miterlebt. So wurde am 3. Oktober 2002 beim Gebetstag in Weinstadt eine größere Prophetie über Deutschland mit konkreten Angaben vorgetragen.

 

Eine Dampflok wird vor eine Reihe von alten Waggons gespannt. Die Waggons sind ziemlich lädiert. Trotzdem fährt die Lok langsam los; hält auch immer wieder an. Die Passagiere sind dabei nicht untätig. Sie investieren sich und renovieren die Wagen, einen pro Bundesland. Es erscheinen Zahlen 50, 60, 70, die Jahrzehnte des Aufbaus. Danach die 80er und 90er Jahre, wo nur noch gelebt und gefeiert wird. Von vorne kommen Durchsagen: „Uns geht es gut.“ Die Leute feiern Party. In den 90er Jahren hält die Lok an und weitere lädierte Wagen werden von einem Abstellgleis abgeholt und angehängt, so dass es jetzt 16 sind. Die Passagiere in den anderen Wagen bleiben untätig, sie verlassen sich auf das Zugpersonal, die werden die Wagen schon richten. Sie bezahlen ja ihre Fahrtkosten. Die Fahrtgeschwindigkeit wird deutlich langsamer. Gute und beruhigende Worte kommen von vorne. Die Zugführer haben ein rotes und ein grünes Blatt, das sie versuchen zur Deckung zu bringen. Es scheint machbar, aber sie schauen nicht auf das Papier und was darauf geschrieben ist, sondern sie schauen voll Sorge nach vorne. Sie sind voll Unsicherheit und innerer Spannung, was auf sie zukommt. Der Grund liegt darin, dass die Scheinwerfer der Lok defekt sind. Das Haltegestänge ist verbogen, so dass das Licht nicht nach vorne, sondern nach unten zeigt. Bei Dämmerung und Dunkelheit gibt es also kein Licht auf dem Weg. Das war nicht so schlimm, als die Schienen problemlos geradeaus  gingen. Doch jetzt sieht man, dass es Barrieren auf den Schienen gibt, die weggeräumt werden müssen. Es kommen Brücken, die so brüchig sind, dass man sie nur langsam passieren darf. Und Weichen an wichtigen Abzweigungen müssen gestellt werden. Es muss wieder Licht her!

Drei Dinge sind notwendig. 1. Die Botschaft über die Lautsprecher muss lauten: Die Party ist vorbei, Leute wir brauchen euch. 2. In jedem Wagen gibt es eine Führung. Die Zugführung (Bundesregierung) muss die Waggonführer (Landesregierungen) zusammen rufen, um die Konzepte der Zukunft zu beraten. Das braucht Demut von beiden Seiten. 3. Das Wort Gottes muss wieder beachtet werden um Werte und Ausrichtung zu geben.

Aufruf: „Betet! Betet!“

Die Beter sind es, die die Schienen legen, das sind die Verheißungen über unserem Land, die herunter gebetet werden. Diese Schienen haben uns in Deutschland weitergebracht. Beter, betet, dass der Zug in der Spur bleibt und die Spur weitergeht. Es gibt Verheißungen, dass Deutschland Gnade empfängt und dass anderen Nationen gedient wird.

 

Diese Worte wurden schon auf der „Politischen Seite“ im Dezember 02 abgedruckt, weil sich damals im November 02 bereits Stufe 1 „Die Party ist vorbei; Leute, wir brauchen euch“ in der Regierungserklärung von Kanzler Schröder (Okt. 02) erfüllt hatte.

Stufe 2, das Zusammenrücken von Bundesregierung und den Unionsparteien hatte sich damals bereits angedeutet durch Kontakte von W. Clement (Wirtschaftsminister) und F. Merz (stellvertretender CDU-Vorsitzender).

Durch das Wahlergebnis vom 2. Februar ist diese Vorhersage aber voll eingetroffen und zwar weit durchschlagender als wir uns das am 3. Oktober je vorgestellt hatten. Das leitende Zugpersonal ist zusammen gerückt.

„Das braucht Demut von beiden Seiten.“ So ist es!

Wir stehen nun also vor der Erfüllung von Stufe 3, der Wiederherstellung der Bedeutung des Wortes Gottes in unserem Land.

Die Beter reparieren die Scheinwerfer. Die Beter legen die Schienen der guten Verheißungen über unserem Land vom Himmel herab auf die Erde. Die Beter sorgen dafür, dass der Zug nicht entgleist und in der Spur bleibt. - Betet, betet!

 

3.      Gebet

·        Dank für die guten Pläne Gottes mit unserem Land.

·         Dank dafür, wie der Herr unsere Gebete vom Februar und Dezember schon erhört hat.

·         Dank dafür, dass Er uns prophetische Weisung gibt, damit wir getrost werden auf dem Pfad, wenn wir wieder ein Wegzeichen erkennen können.

·        Reparatur der Scheinwerfer durch Proklamation des Wortes Gottes, auch da, wo es nicht beachtet wird; sowie der Weisheit und Liebe Gottes, die in Seinen Ordnungen zum Ausdruck kommt.

Buße, wo wir selbst Gottes Willen nicht tun, oft sogar wissentlich. –    Neuhingabe von Herzen.

Buße auch, wo wir erkennen, dass in Deutschland Gottes Ordnungen mit Füßen getreten und missachtet werden (Betrug, Materialismus, Sex, Okkultismus, Streit etc.).

Beugung unter Gottes gerechte Gerichte.

Aufstand für Gottes Wort

Im Jahr der Bibel gibt es sicher Möglichkeiten zum Mitmachen.

Zeugnis von der Bedeutung der Bibel in meinem Leben in  meiner Umgebung (- und wäre es nur ein Lesen der Bibel im Bus/Bahn auf dem Weg zur Arbeit).

Protest in Wort und Schreiben, wo die guten Ordnungen Gottes in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden.

·        Bitte um Demut auf beiden Seiten: von der Regierung und der Opposition; auch von den Gewerkschaften und den Arbeitgebern.

·        Bitte um neues Vertrauen im Land (Großwetterlage in Deutschland).

 

Die außenpolitische Situation

 

Information (Stand 21.02.03)

Der Irak-Krieg hat schon begonnen. Eine gewaltige, weltweite Meinungsschlacht hat begonnen, die sowohl auf höchster diplomatischer Ebene ausgetragen wird wie auch millionenfach auf der Straße. Jede Seite ringt um den Sieg ihrer Position – Krieg mit dem Irak oder Verlängerung der Inspektionen und Entwaffnung mit friedlichen Mitteln – und fast jeden Tag verschieben sich die Chancen des Sieges.

Zweimal hat Chef-Inspekteur Hans Blix bisher vor dem Sicherheitsrat der UN vorgetragen und einmal US-Außenminister Colin Powell. Blix konnte nur berichten, dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, Powell versuchte, das Gegenteil zu beweisen. 

Einmalig in der Nachkriegsgeschichte ist aber der Umstand, dass die Meinungsfront mitten durch die in Jahrzehnten gewachsenen und bewährten Bündnisse der NATO und der Europäischen Union (EU) dermaßen tief hindurch  geht, dass die Gefahr real bestand (besteht?), dass diese Bündnisse darüber zerbrechen. Genau sie aber haben Europa eine in seiner Geschichte einmalige Zeit des Friedens von bisher 58 Jahren beschert. Sollten sie zerbrechen, fällt Europa zurück in die Nationalstaatlichkeit, mit ihrer ständig wechselnden „Achsenbildung“ im Ringen um die Vorherrschaft in Europa (17. – 20. Jahrhundert).

Wenn sich die Europäer nicht abstimmen, bilden sich sofort wieder die alten Achsen . Und genauso war es: Zuerst preschte Tony Blair vor mit einem bedingungslosen Beistand für die USA – ohne Absprache mit den anderen. Dann legt sich Gerhard Schröder – ebenfalls ohne jede Absprache – fest auf die totale Gegenposition: Kein Krieg, nicht einmal nach einem UN-Mandat. Damit war jeder gezwungen, Bundesgenossen für seine Meinung zu finden d. h. eine „Achse“ zu bilden. Damit wurde die Meinungsfrage, die man im EU-Rat hätte in Ruhe diskutieren können, zur Machfrage. Alte Ängste brachen auf und das ist das eigentlich Gefährliche an diesem Streit. Der Irak wird zum Auslöser für längst vergangen geglaubte Machtpolitik.

Deutschland stand zunächst mit seiner Meinung isoliert da. Beim 50-jährigen Jubiläum des dt.-frz. Freundschaftsvertrages verbindet sich Chirac aber mit Schröder in der Opposition gegen die Kriegspläne der Briten und Amerikaner. Bei seinem Besuch in Berlin und Paris stellt sich auch noch Putin zu den beiden. Da Frankreich und Russland aber ein Vetorecht im Sicherheitsrat haben, wollen sie sich noch nicht festlegen. Deutschland – um die Achse zu erhalten – gibt nach und man einigt sich auf die Formel: „Krieg nur als letztes Mittel“. Die Achse Deutschland-Frankreich-Russland scheint Europa zu beherrschen.

Weit gefehlt!  Unmittelbar erscheint in der Presse wenig später – völlig ohne Absprache! – ein „Offener Brief“ als Ergebenheitsadresse an die Amerikaner, unterzeichnet von 8 europäischen Staaten, angeführt von England, Spanien und Italien, gefolgt von 5 osteuropäischen Kandidatenländern. Der Vorgang ist einmalig. Eine neue Achse hat sich als Gegengewicht konstituiert. Europa ist am Rande des Zerbrechens.

Dasselbe ereignet sich wenig später in der NATO. Belgien, Frankreich und Deutschland verweigern ihr Ja zu Vorbereitungen für den militärischen Schutz der Türkei für den Fall eines irakischen Angriffes, da dies von den Kriegsbefürwortern als Unterstützung der NATO für einen Irak-Krieg gedeutet werden könnte. Daraufhin bittet die Türkei nach § 4 der NATO-Ordnung – was noch nie passiert ist! – um Hilfe, was aber dennoch von den drei anderen blockiert wird. Die NATO ist in der schwersten Krise ihrer Geschichte und droht zu zerbrechen. Die Amerikaner, die Jahrzehnte lang im Rahmen des NATO-Bündnisses die BRD vor dem Osten geschützt hatten, stehen fassungslos da und drohen die Allianz zu verlassen.

Am 15. Februar demonstrieren dann rund um den Globus Millionen von Menschen gegen den Krieg – gegen einen Irak-Krieg und gegen den Krieg grundsätzlich als Mittel der Politik, Millionen in London und Rom d. h. am meisten in den Ländern, deren Regierungen sich mit dem „Offenen Brief“ auf die Seite der Amerikaner gestellt hatten.

Dieser Aufschrei der Völker verfehlt seine Wirkung nicht. Blair wird vorsichtiger in seinen Kriegsäußerungen und die USA rücken den Kriegsbeginn weiter hinaus. Man ist verunsichert. Dennoch geht der Aufmarsch am Golf weiter.

NATO und EU halten Krisen-Sondergipfel. In der NATO einigt man sich auf das Ergreifen von Hilfsmaßnahmen für die Türkei mit dem  ausdrücklichen Zusatz aber, dass dies keine Zustimmung für einen Angriffskrieg auf den Irak sei. Alle können so ihr Gesicht bewahren.

In der EU versucht man Ja und Nein zum Krieg mit der Formel zusammen zu kriegen, dass der Krieg „als letztes Mittel“ zugelassen sei, wenn zuvor alle anderen friedlichen Mittel ausgeschöpft worden seien. Die Zeit der Inspektoren soll verlängert werden. Die Bedeutung der UN wird hervorgehoben. Es ist ein verbaler Kompromiss, der von England bzw. von Deutschland Zugeständnisse verlangt. „Der Kanzler ist umgefallen – aber in die richtige Richtung“ (Wolfgang Schäuble, CDU).

Aber schon tags darauf zerbricht die Einheit der Europäer schon wieder. Jacques Chirac watscht die 8 Unterzeichnerstaaten des „Offenen Briefes“ ab wie Schuljungen, besonders die beitrittswilligen osteuropäischen Länder und droht ihnen mit Nicht-Unterstützung. Ein Vorgang von einmaliger und verletzender Unhöflichkeit – die Diplomatie ist entsetzt (auch die französische!). – Aber tags darauf zündet Tony Blair die zweite „Bombe“, indem er die osteuropäischen Länder in einem Brief öffentlich lobt für ihren Mut und sie seiner Unterstützung versichert. (Den Osteuropäern wäre von ihrer Nachkriegsgeschichte her ein Abzug der Amerikaner aus Europa eine Horrorvision.)

Es zeigt sich: Man hat in der EU zu einer Kompromissformel gefunden, aber nicht zu einer Einheit. Europa ist weit davon entfernt, mit einer Zunge zu reden.

 

     2. Hintergründe

 

2.1.          Es geht um die Stellung zum Krieg. Ist er als ein “allerletztes Mittel der Politik“ zulässig – oder auch das nicht?

Schröder hatte Deutschland mit seinem absoluten Nein auch trotz UN- Mandat diplomatisch in eine internationale Isolierung manövriert, weil kein Staat der Welt dieser Meinung ist, nur die Radikalpazifisten. Aber die haben ja keine Regierungsverantwortung zu tragen. Aus der Isolation heraus half ihm letztlich gerade noch das „Jein“ der Europäer, dem er sich nicht entziehen konnte. Wie Deutschland im Fall einer nochmaligen UN Resolution im Sicherheitsrat abstimmen wird, hängt von deren Formulierungen ab. Aber mit Sicherheit wird sie die Formulierungen vom „letzten Mittel“ enthalten. Was dann?

Beide Seiten begründen ihren Standpunkt inzwischen religiös d. h. dass Gott es so will. Bush sieht sich von Gott gesandt, diesen Krieg zu führen. Die Kirchen gehen in ihrer Mehrheit vom grundsätzlichen Friedensgebot der Bergpredigt Jesu aus. Wer hat recht?

Könnte es sein, dass beide recht haben und von Gott gebraucht werden, um Sein Volk Israel zu schützen und die Welt vor Schlimmstem zu bewahren?

Sicher ist, dass Diktatoren nur auf militärischen Druck reagieren. Saddam Hussein ließ die Inspektoren nur wieder ins Land, weil der Aufmarsch begann und war zu weiterer Kooperation nur bereit, weil sich der Druck weiter verstärkte. Dies war/ist nötig zur Entwaffnung des Irak von Massenvernichtungspotenzialen.

Andererseits, wenn die Amerikaner von deren Existenz ausgehen, so müssen sie wissen, dass im Fall eines Krieges Hussein diese Waffen mit Sicherheit einsetzen würde bzw. durch US-Bombardierung diese Kampfstoffe auch unkontrolliert freigesetzt werden können. Daher ist die Drohkulisse gut, die Auslösung eines Krieges aber hochriskant. Andererseits nützt eine Drohkulisse nichts, wenn dahinter nicht die eindeutige Bereitschaft zum Kampf steht.

Was tun? Die beiden Meinungen laufen wie bei einer Schere rechtwinklig auseinander. Und gehören doch eng zusammen und zerschneiden nur gemeinsam die tödliche Zündschnur, die die Welt momentan bedroht. Die Nabe der Schere aber – das sind die Beter! Sie gehen in keine Richtung, sondern halten beides zusammen und legen das Ganze als brauchbares Werkzeug in die Hand dessen, der allein diese Schere recht benutzen kann. Die Dinge dieser Welt werden zuvor in der unsichtbaren Welt entschieden. Betet!

 

2.2.      Ja, Millionen von Menschen beten!

·        Um den Sturz von Saddam Hussein und seiner Getreuen. Dies kann nur auf übernatürliche Weise geschehen;

·        Um die Entdeckung der Waffenlager. Gott hat prophetisch auf 5 geographische Punkte hingewiesen, eine Botschaft, die Hans Blix weitergegeben wurde. Das geprüfte Wort spricht von großen, gut getarnten unterirdischen Depots. Nur durch ein Eingreifen Gottes können die Inspektoren diese finden, denn sie sind bestens getarnt.

2.3.          Wären diese beiden Punkte erfüllt, entfielen die Gründe für einen Krieg. Dann würde sich zeigen, ob die USA den Krieg wollen, um die Welt vor Schaden zu schützen oder um das Öl im Irak zu kontrollieren.

Andererseits ist ein Rückzug der USA ohne Erfüllung von wenigstens einem der Kriegsgründe für die Supermacht nicht möglich, wenn sie nicht einen totalen Gesichts- und Autoritätsverlust ein für allemal erleiden will.

 

2.4.          Man mag über die UNO denken, wie man will. Immerhin kann sie als Instrument zur Erhaltung von Frieden in der Welt dienen. Sie hat selber Truppen („Blauhelme“), die aber nur zum Erhalt des Friedens eingesetzt werden können. Einen Diktator bedrohen können sie mit militärischen Mitteln nicht. Dies kann nur die Supermacht USA oder ein Militärbündnis wie die NATO z. B. im Fall des Kosovo.

Wenn diese Militärmächte die UNO anerkennen als Entscheidungsgremium, dann ist eine Grundordnung der Völkerfamilie möglich. Handeln  die Militärmächte aber ohne UNO-Mandat und machen, was sie wollen, ist das Recht des Stärkeren der Maßstab. Unordnung und Chaos sind die Folge davon. Aber wer heute oben ist, kann morgen schon ganz unten sein und der Hilfe der anderen bedürfen. Der 11. September 01 hat dies gezeigt.

Mögen die USA die Kooperation mit den Völkern/der UNO hochhalten und nicht etwa Wissen um die Lagerstätten geheim halten, um sich einen Grund vorzubehalten, den Krieg führen zu können, sondern wirklich bis zum Letzten mit den Inspekteuren kooperieren, um den Frieden zu erhalten und die Sicherheit der Völker zu bewahren.

 

3.            Gebet

 

·        Wiederherstellung des Vertrauens in den europäischen Bündnissen der EU und der NATO. Verweigerung von Bündnistreue ist seit alters eine schweres Vergehen und öffnet oft auch die Tore für Unsegen und Verwirrung – wie wir es jetzt auch erleben.

·        Loyalität der USA zur Völkergemeinschaft, dass wenn die CIA die Standorte der geheimen Waffenlager kennte, sie diese den Inspektoren auch nennt.

·        Gebet, dass Hans Blix die prophetische Botschaft über die Lage der Arsenale überprüfen lässt und fündig wird. Darauf kommt alles an.

·        Kooperation des Irak mit den Inspektoren zur Vernichtung der ABC-Waffen.

·        Die Zeit von Saddam Hussein ist abgelaufen. Gott stürzt die Gewaltigen vom Thron (Lk. 1,52f). Dies ist festzuhalten. Er und seine Getreuen sollen vor Gott und Menschen zur Verantwortung gezogen werden.

·        Gebet, dass Präsident Bush ohne Gesichts- und Autoritätsverlust seine Truppen wieder abziehen kann – ohne Krieg.

·        Weitere Anliegen bei der Politischen Seite – Februar 2003.

Ortwin Schweitzer