Wie kann ich für die Obrigkeit beten?

Von Ortwin Schweitzer

1. Das Gebet ist in der Bibel keine "Kann-Vorschrift", sondern eine "Soll-Vorschrift", ganz gleich ob man es als Einzelperson, in Gruppen oder als ganze Gemeinde praktiziert ( Jeremia 29,7; 1. Timotheus 2,1ff).

2. Die Verheißung der Erhörung eines kontinuierlichen, ernst gemeinten Gebets in Einheit und im Namen Jesu gilt nicht nur für persönliche oder gemeindliche Anliegen, sondern ebenso dem "politischen Gebet" für die Regierung. Damit nimmt die Gemeinde Einfluss auf den Verlauf von Politik und Gesellschaft.

3. Dies ist keine grandiose Selbstüberschätzung oder gefährliche Manipulation, denn das politische Gebet der Gemeinde hat - egal worum es im Detail geht - immer nur einen Zielpunkt: "Vater, Dein Wille geschehe! Dein Reich komme!"

4. Das Gebet, auch das politische, weiß, dass alles irdische Geschehen unmittelbar mit Abläufen in der unsichtbaren Welt zusammenhängt. Jesus formuliert dies in kürzester Form: "Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden".

5. Gott hat für jedes politische Problem eine Lösung. Manchmal offenbart er dies den Betern prophetisch, oft aber auch nicht. Dann rufen die Beter einfach das Offenbarwerden des guten Willens Gottes in die entsprechende Situation hinein, d.h. sie bereiten Gottes Willen sozusagen im Glauben eine "Landebahn". Hier hat das Beten in Sprachen einen besonderen Platz.

6.1. Es gibt Dinge im öffentlichen Leben, die nach Gottes Maßstäben eindeutig richtig sind (Maßnahmen gegen Hunger oder solche für Opfer von Gewalt etc.). Diese können im Gebet fraglos unterstützt werden, z.B. durch Segnen, Türen öffnen etc.

6.2. Dann gibt es komplexe Sachverhalte mit Plus und Minus, die wir nicht durchschauen. (Wahlen; Europapolitik, etc.). Hier gilt Punkt 5: Der Herr weiß Bescheid und wir rufen nur nach Seinem vollkommen Willen.

6.3. Es gibt aber in der Politik auch eindeutig Entscheidungen, die gegen Gottes Willen sind, weil sie dem Reich Satans Raum in der Welt geben (Abtreibung und § 218; Lebenspartnerschaftsgesetz; Ausbeutung von Menschen etc.). An dieser Stelle stehen die Beter auf mit Beten und Fasten, mit Geschrei und Kampf. Und wenn sie dennoch unterliegen? Dann fahren sie fort mit Klagen, Buße und Weinen vor Gott; denn Gott nimmt für das Volk stellvertretendes Gebet an.

7. Die letztere Situation erfordert aber von den Betern u.U. noch etwas anderes: Handeln!
Das Repertoire reicht hier von Briefe schreiben, Gespräche führen etc. bis hin zur betenden Teilnahme an Aktionen, wie wir es bei den Gottesdiensten und Demonstrationen vor dem Mauerfall oder bei der "Orangenen Revolution" in der Ukraine gesehen haben.

8. Für das politische Beten ist entscheidend, dass wir die Liebe Gottes zu den Verantwortungsträgern in uns spüren. Dann kommt das richtige Gebet wie von selbst: Sei es Fürbitte, Erbarmen, Segnen etc. Oft empfängt man auch aus solch einem Gebet ein ermutigendes Wort für die betreffende Person.

9. Um Schreiben zu können, braucht es ein Verzeichnis von Adressen. So etwas gibt für die Bundestags-Abgeordneten und die Ministerien mit Bild und Lebenslauf bei NDV, Pf 1560, 35585 Bad Honnef.

10. Beter bedürfen der Information. An dieser Stelle ist der monatliche "Wächterruf" für viele zur Hilfe geworden, weil er Informationen und Gebetsanliegen in gebündelter Form bringt. Zusätzlich kann man sich auch zu jedem dieser Themen auf der "Politischen Seite" in ausführlicher Weise informieren.

Bestellung des Wächterruf-Gebetsbrief: info@waechterruf.de

Bestellung der Politischen Seite bei Dorothea Best: dhbest@web.de